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Schutzhütte für Wald-Kita lässt auf sich warten
Haselhuhn kontra Wald-Kita

Die Waldgruppe der Kita Daaden wartet noch immer auf ihre Schutzhütte: Der Weg zum Baurecht ist erstaunlich zäh.
  • Die Waldgruppe der Kita Daaden wartet noch immer auf ihre Schutzhütte: Der Weg zum Baurecht ist erstaunlich zäh.
  • Foto: Daniel Montanus
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

damo Daaden. „Manchmal habe ich im Laufe dieses Bebauungsplanverfahrens das Gefühl, dass wir hier ein Atomkraftwerk bauen wollen. Dabei geht’s doch nur um eine Blockhütte“: Klar, im SZ-Gespräch überspitzt der Daadener Stadtbürgermeister Walter Strunk die Situation – aber glücklich ist im Daadener Rat wohl niemand mit dem Bebauungsplan für den Waldkindergarten. Unglaublich zäh schleppt sich das Verfahren dahin – und noch immer wartet die Wald-Gruppe der Kommunalen Kita darauf, dass endlich die Handwerker anrücken und eine Schutzhütte errichten.

Jetzt ist im Verfahren der nächste Schritt getan: Der Stadtrat hat über die Ergebnisse der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit diskutiert. Und dabei zeigte sich, dass der Weg zur Holzhütte erstaunlich weit ist.

damo Daaden. „Manchmal habe ich im Laufe dieses Bebauungsplanverfahrens das Gefühl, dass wir hier ein Atomkraftwerk bauen wollen. Dabei geht’s doch nur um eine Blockhütte“: Klar, im SZ-Gespräch überspitzt der Daadener Stadtbürgermeister Walter Strunk die Situation – aber glücklich ist im Daadener Rat wohl niemand mit dem Bebauungsplan für den Waldkindergarten. Unglaublich zäh schleppt sich das Verfahren dahin – und noch immer wartet die Wald-Gruppe der Kommunalen Kita darauf, dass endlich die Handwerker anrücken und eine Schutzhütte errichten.

Jetzt ist im Verfahren der nächste Schritt getan: Der Stadtrat hat über die Ergebnisse der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit diskutiert. Und dabei zeigte sich, dass der Weg zur Holzhütte erstaunlich weit ist.

Gleich zwei kritische Stellungnahmen

„Es geht ja nur um 635 Quadratmeter“, verdeutlichte Planerin Kerstin Eiteneuer, „aber die haben es dann doch in sich“. Denn die genehmigungsrechtlichen Hürden sind hoch – schließlich soll die Hütte ja im Wald und damit im Außenbereich errichtet werden. Und so musste sich der Stadtrat vor allem mit zwei umfangreichen und durchaus kritischen Stellungnahmen auseinandersetzen: Die eine kommt von der Unteren Naturschutzbehörde aus dem Altenkirchener Kreishaus, die andere von der Naturschutzinitiative.

Völlig überzogen

Die Kreisverwaltung betont zwar einerseits, dass sie eine Waldkita begrüßt: „Das Verständnis für die Natur bereits im Kindergartenalter zu wecken, ist ein sehr guter und vielversprechender Ansatz.“ Dennoch kommt ein großes Aber aus Altenkirchen: In der Nähe der Kita gebe es viele wertvolle Biotope. Und so fordert die Untere Naturschutzbehörde nicht nur eine Horstkartierung, sondern auch ein Monitoring und die Ausweisung von Tabuzonen während des Kita-Betriebs – denn die Behörde befürchtet „negative Auswirkungen der Kindergartengruppe auf die geschützen Lebensräume und Arten“.

"Außerste Achtsamkeit" wegen des Haselhuhns

Die NI stößt ins selbe Horn. Auch sie betont, dass eine Waldkita-Gruppe sehr sinnvoll sei, hält aber den „Wirkfaktor ,Störung durch Lärm und Anwesenheit des Menschen’“ dagegen. Auch sie fordert umfassende vogelkundliche Untersuchungen und plädiert dafür, dass sensible Bereiche saisonal gemieden werden. Schon wegen des Haselhuhns sei „äußerste Achtsamkeit vonnöten“.

Der Stadtrat hat zugesichert, die Anmerkungen zu berücksichtigen, die bereits laufenden avifaunistischen Gutachten zu vollenden und ein Konzept über die Kita-Arbeit im Wald vorzulegen.
Vor allem aber hofft das Gremium, dass die Schutzhütte endlich gebaut werden kann: „Das dauert schon viel zu lang“, sagte Rainer Gerhardus. Und er ist nicht nur Ratsmitglied, sondern als ehemaliger Förster jemand, der die Wirkungsstätte der Wald-Kita kennt wie kaum ein Zweiter.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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