IG Metall will für die Krankenhäuser kämpfen

Einstimmiger Beschluss / Firma Dalex: »Sorgenkind«

damo Biersdorf. »Wenn ein Betriebsrat sagt, wir haben Angst um Arbeitsplätze, dann ist das auch ein Auftrag für uns«, sagte Peter Althausen – und das sollte er als IG-Metall-Bevollmächtigter wohl auch sagen. Das Besondere an dieser Aussage ist aber: Der Betriebsrat gehört nicht zu den Metallern, sondern zu den Dienstleistern – und damit zur Gewerkschaft »Verdi«. Genauer: Die Rede ist vom Betriebsrat der Krankenhäuser im Landkreis. Der kämpft bekanntlich mit einer Unterschriftensammlung gegen die Privatisierung des Altenkirchener Lukas-Krankenhauses und des Kirchener Elisabeth-Krankenhauses – und seit gestern mit der IG Metall an seiner Seite.

Denn nach zweistündiger Diskussion entschieden die Delegierten bei ihrer alljährlichen Versammlung, einem Antrag des IG-Metall-Ortsvorstands zuzustimmen: »Und das ist ein Auftrag für jeden Einzelnen von uns«, sagte Althausen nach dem einstimmigen Abstimmungsergebnis. Im Detail sieht der Antrag – und damit der Auftrag – so aus:

lAlle IG-Metall-Mitglieder und ihre Angehörigen sind aufgefordert, das Bürgerbegehren mit ihren Unterschriften zu unterstützen;

lBetriebsräte und Vertrauensleute sind aufgefordert, in ihren Wirkungsbereichen im Betrieb und Wohnort dazu beizutragen, dass ausreichend viele Unterschriften gesammelt werden;

lDie Delegiertenversammlung bittet alle Bürger im Landkreis um Unterstützung der Unterschriftenaktion;

lDie Delegiertenversammlung fordert Politiker und Kreistag auf, den Beschäftigten und ihren Betriebsräten eine faire Chance zu geben, sich mit eigenen Vorstellungen und einem eigenen Konzept zur wirtschaftlichen Sanierung der Krankenhäuser einbringen zu können.

Zuvor hatten Gesamtbetriebsratsvorsitzender Mike Schneider-Mrosowski und »Verdi«-Mitarbeiter Lothar Slezak noch einmal deutlich die Fehler im Management der Krankenhäuser angeprangert. Ferner hatten beide einmal mehr verdeutlicht, dass jeder Investor (und damit auch Wohlfahrtsverbände) sich den wirtschaftlichen Zwängen zu unterwerfen habe und an einer jährlichen Rendite von 10 bis 12 Prozent interessiert sei – und das bedeute Einschnitte beim Personal und damit eine schlechtere Versorgung der Patienten.

In seinem Geschäftsbericht ging Peter Althausen kurz auf die Bundestagswahl ein und stellte klar, dass die Koalitionsvereinbarung zwar akzetabel sei, in einigen Details aber nicht die Zustimmung der Gewerkschaft finde. Wie in jedem Jahr, kam Althausen auch in diesem Jahr die wenig erfreuliche Aufgabe zu, die Versammlung über die Unternehmen zu informieren, die derzeit wirtschaftlich ins Schlingern gekommen sind.

Das größte Sorgenkind ist laut Althausen die Wissener Firma Dalex. Das Insolvenzverfahren werde am 1. November eröffnet; damit seien 290 Arbeitsplätze in Gefahr. Die IGM will versuchen, eine Beschäftigungsgesellschaft zu installieren – aber dabei sei die Gewerkschaft auf die finanzielle Unterstützung seitens des Arbeitsamts angewiesen. »Es ist Ende des Jahres«, verdeutlichte Althausen die prekäre Situation – schließlich endet für die Bundesanstalt für Arbeit das Haushaltsjahr.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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