Schwalben willkommen
„Immobilien“ für Sommerboten

Im Beisein von Vertretern der Nabu-Gruppe Daaden überreichte Jonas Krause-Heiber die Auszeichnungen an das Ehepaar Stein und Stadtbürgermeister Walter Strunk.
  • Im Beisein von Vertretern der Nabu-Gruppe Daaden überreichte Jonas Krause-Heiber die Auszeichnungen an das Ehepaar Stein und Stadtbürgermeister Walter Strunk.
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nb Daaden. Gefiederte Glücksboten sind der Stadt Daaden und Manfred Stein willkommen. Und das haben die Stadt und der 65-Jährige jetzt sogar Schwarz auf Weiß.

Denn der Nabu zeichnete am Mittwoch Daaden als „schwalbenfreundliche Gemeinde“ und das Heim von Manfred Stein als „schwalbenfreundliches Haus“ aus. Dafür gab es jeweils eine Urkunde, eine Plakette und ein künstliches Doppelnest für Mehlschwalben. Und diese künstlichen Nester spielen für die Auszeichnung, aber natürlich insbesondere für den Schutz der hübschen Sommerboten, eine wichtige Rolle.

Jonas Krause-Heiber, Leiter der Nabu-Regionalstelle Rhein-Westerwald und für die Auszeichnung nach Daaden gereist, erklärte, was den Vögeln zu schaffen macht. Neben dem Rückgang an schmackhaften Insekten sind dies Veränderungen in der Landwirtschaft, Versiegelung von Flächen (und damit das Verschwinden von Lehm-pfützen für den Nestbau), aber vor allem auch die „Wohnungsnot“. An vielen Fassaden mit modernem Putz halten die Nester nicht mehr. Und: Viele Menschen wollten sie ohnehin nicht an ihren Häusern haben, so Krause-Heiber – insbesondere aus Angst vor Verschmutzung der Fassade.

Bei Manfred Stein, der nahe des Daadener Friedhofs wohnt, sind die Mehlschwalben hingegen mehr als willkommen. Einst habe er mit einem Nistkasten angefangen, der jedoch einige Jahre leer blieb. Schließlich war es aber soweit: Ein Schwalbenpärchen fand Gefallen an dem Zuhause und begann zu brüten. Inzwischen hat Stein, selbst seit langen Jahren Mitglied im Nabu, 18 künstliche Nester am Haus. Ein wunderbares Spektakel sei das, wenn dann die Jungvögel da seien, so Stein. Und die Verschmutzung der Hauswand? Der wird mit Kotbrettern an den künstlichen Nestern ein Riegel vorgeschoben. Übrigens haben sich gleich über den Mehlschwalbennestern auch noch Mauersegler häuslich niedergelassen. „Da habe ich die Wohnung sozusagen zwei Mal vermietet“, freut sich der Naturfreund.

Mehlschwalbengerechte Immobilien finden die Vögel auch an öffentlichen Gebäuden der Stadt Daaden. Rund 15 künstliche Nester, so schätzt Stadtbürgermeister Walter Strunk, befinden sich insgesamt am Rathaus, der Grundschule und am Bürgerhaus, das bekanntermaßen gerade saniert wird. Gerade an diesem Gebäude mit Geschichte seien in früheren Zeiten mit Sicherheit stets Schwalben gewesen, so Strunk, und man erfreue sich im Sommer an den Tieren, also habe man auch hier die Kunstnester installiert.

Auf den Plaketten, die Strunk und Stein vom Nabu überreicht bekamen, steht „Heißen Sie unsere Sommerboten willkommen! Schwalbenfreundliches Haus.“ Mit den Plaketten sollen andere Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig der Schutz der Schwalben ist.

Wer sich selbst die Glücks- und Sommerboten der Lüfte ins Haus – oder besser: ans Haus – holen möchte, der kann beim Nabu kostenlose Kunstnester und dazu eine Beratung bekommen. Einfach die Regionalstelle Rhein-Westerwald unter Tel. (0 26 02) 97 01 33 kontaktieren.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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