Jetz gibt es die Bibel auch in »Doarer Platt«

Illustrierte Schrift soll im Sommer als Buch erscheinen

sz Daaden. Auch im evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen gibt es zahlreiche Veranstaltungen zum »Jahr der Bibel«. Manche sind von »außen eingekauft«, viele auf die Gemeinden zugeschnitten und manche so individuell, dass sie »einmalig« sind. Letzteres trifft garantiert auf eine Aktion in der Kirchengemeinde Daaden zu, die so spezifisch ist, dass sie am besten von denjenigen verstanden wird, die »Doarer Platt« beherrschen.

Bereits im Vorjahr wurde der typische Dialekt des Daadener Landes in eine Veranstaltung der evangelischen Kirchengemeinde zum Kirchbau-Jubiläum ganz bewusst eingebunden. Am Reformationsfest feierte man in der Barockkirche einen Gottesdienst in »Doarer Platt«, der regen Zuspruch fand.

Die wohl vertrauten Worte des Heimatdialektes sollten, so meinte Pfarrer Hansjörg Weber, der in Daaden lebt und an der Berufsbildenden Schule in Betzdorf/Kirchen unterrichtet, auch im »Jahr der Bibel« nicht beiseite stehen und regte eine ganz besondere Aktion dazu an.

Zunächst einmal werden Teile der Bibel –– aus dem Lukas-Evangelium –– von Presbyterin Anneliese Hess, Gertrud Schmidt und Werner Knautz, allesamt »Eingeborene« und fit im Heimatdialekt, entsprechend »übersetzt«. Die Kinder aus den evangelischen Kindergärten in Daaden und Biersdorf sowie der Grundschule in Daaden setzten dann die einzelnen Epistel des Lukas-Evangeliums in farbenfrohe Bilder um. Beides kombiniert –– zu jeder Geschichte ein Bild –– soll im Sommer als Buch erscheinen.

Am Sonntag, 22. Juni, findet ein besonderer Gottesdienst mit allen Kindern statt, die an den Bildern mitgewirkt haben und dem sich eine Ausstellungseröffnung im Gemeindehaus anschließt. Hier werden dann auch die vielen Bilder zu sehen sein, die im Buch keinen Platz mehr finden können und viel zu schade wären, um sie im stillen Kämmerlein zu be- lassen.

Im Hinterkopf schwebt Pfarrer Hansjörg Weber aber weiter vor, dass die gelesenen Texte auf CD aufgenommen und dem Buch beigelegt werden. »Gesprochen klingen die Texte besser«, weiß Weber. Denn die Verschriftung des »Doarer Platts« ist nicht so einfach, weil es keine Rechtschreibe- und Grammatik-Regeln dazu gibt. Für ihn ist die Aktion im »Jahr der Bibel« auch ein wichtiges Stück gemeindlicher Kulturarbeit: »Wo man die gleiche Sprache spricht und hört, fühlt man sich zuhause«.

Die positiven Reaktionen auf den Reformationsgottesdienst lassen ihn hoffen, dass auch die neue Aktion gut angenommen wird. Und dann kann man schon mal überlegen, was es noch für Möglichkeiten gibt, die Menschen über »ihre« Sprache zu erreichen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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