Kein schöner Abend für die Daadener CDU

Christdemokraten bissen gestern mit einigen Anträgen im Ortsgemeinderat auf Granit: Mondscheintarif für Freibad abgelehnt

damo Daaden. Passend zum Auftakt der Freibadsaison stand das Daadener Bad gestern im Mittelpunkt der Ortsgemeinderatssitzung. Während draußen die Sonne strahlte, verging den Christdemokraten diese Regung recht schnell: Mit ihren Anträgen bissen sie gestern meist auf Granit. Lange diskutiert, dann aber – zumindest vorerst – verworfen: das Gedankenspiel, einen Mondscheintarif einzuführen. Um Missverständnissen vorzubeugen: In Daaden soll nicht nachts geschwommen werden; der CDU geht es vielmehr darum, neue Badegäste zu gewinnen, indem kurz vor Badeschluss nur noch der halbe Preis entrichtet werden soll. Ab 17 Uhr solle der neue Tarif gelten, erklärte Fraktionssprecher Daniel Imhäuser. Seine Argumentation: »So können wir das Freibad attraktiver gestalten, denn gerade an Werktagen können wir so eine neue Klientel gewinnen. Das Modell wird in anderen Freibädern bereits mit Erfolg praktiziert.« In Daaden wohl auch künftig nicht: »Da können wir uns überhaupt nicht anschließen«, machte SPD-Sprecher Walter Strunk für die Mehrheitsfraktion klar. Das Daadener Freibad sei eines der preisgünstigsten Bäder überhaupt, und jeder sei in der Lage, eine Jahreskarte zu erstehen. Mit dem geplanten Umbau im kommenden Jahr werde man dem Anliegen, die Attraktivität weiter zu steigern, sehr wohl gerecht – ein solches Modell mit verschiedenen Tarifen sei unnötig. Dann begann eine lebhafte, aber wenig ergiebige Diskussion, die Ortsbürgermeister Günter Knautz mit diesem Vorschlag bereicherte: »Wir müssen im neugestalteten Bad ohnehin über eine neue Tarifstruktur sprechen. Wir sollten dann über den Mondscheintarif nachdenken.« Dieser Idee konnte sich auch die FDP anschließen; folglich wurde der CDU-Antrag, schon jetzt eine neue Preisgruppe einzuführen, abgelehnt. Mehr Unterstützung fand hingegen der Vorstoß der Christdemokraten, beim Umbau des Bades einen Spielbereich mit Wippe, Schaukel und Sandkasten einzuplanen. Auch das diene der Attraktivitätssteigerung und sei dringend geboten, erklärte Imhäuser. Er verwies darauf, dass der Wasserspielbereich zu klein sei und deshalb die Kinder schon zum Sandkasten-Spiel auf das Beach-Volleyball-Feld ausweichen. Auch hier drohte der Verwies in den Ausschuss, denn Walter Strunk vermisste klare Zahlen. Aber: »Damit haben wir gerechnet«, trumpfte Imhäuser auf und präsentierte »unsere Sparidee«: So will die CDU die Organisation des Spielflächenbaus in Eigenregie übernehmen; ferner hat die Fraktion schon Kontakt mit heimischen Firmen aufgenommen, die sich bereit erklärt haben, nötige Spielgeräte zur Verfügung zu stellen. So konnte auch Gisbert Weber (FDP) zustimmen: Der Antrag wurde als »erklärte Willensäußerung«, das Projekt zu realisieren, angenommen. Kein Freibad, sondern Jugendtreff: Um heimischen Jugendbands einen Proberaum zu bieten, will die CDU vor dem Biersdorfer Jugendtreff einen »Band-Bus« aufstellen. Auch hier würden heimische Firmen Bus und Dämmmaterial stellen, erklärte Imhäuser. »Unser Anliegen ist kulturell sehr wertvoll und ein maßgeblicher Beitrag für die Jugendaktivitäten.« Sein Vorschlag: eine zweimonatige Testphase. Offenbar stand aber für SPD, FWG und FDP das Ergebnis dieser Probephase auch ohne Test fest: Mit der Begründung, den Bus nicht dämmen zu können und das wiederum den Nachbarn nicht zumuten zu können, sprachen sich die anderen Fraktionen im Rat gegen das Ansinnen der CDU aus. Lediglich die Tatsache, dass die Jugend unterstützt werden solle, war Konsens – wie, blieb offen. Als alternative Proberäume wurden aber der alte Bahnhof Biersdorf, das Sportheim Biersdorf und ein Platz nahe der Tennisanlage Daaden ins Spiel gebracht. Nach einigen Diskussionen wurde der Antrag in den Ausschuss verwiesen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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