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Logistikzentrum auf dem Stegskopf
Kompromiss in Sachen Denkmalpflege rückt näher

Noch ist die Zukunft des Lagers Stegskopf ungewiss – aber es zeichnet sich offenbar ein Kompromiss ab, mit dem das Thema Denkmalschutz, das aktuell noch als unüberwindliches Hindernis erscheint, beherrschbar gemacht werden könnte.
  • Noch ist die Zukunft des Lagers Stegskopf ungewiss – aber es zeichnet sich offenbar ein Kompromiss ab, mit dem das Thema Denkmalschutz, das aktuell noch als unüberwindliches Hindernis erscheint, beherrschbar gemacht werden könnte.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

damo Emmerzhausen. Wenn die Menschen am Fuße des Stegskopf in den vergangenen Jahren eines gelernt haben, dann das: Manchmal muss man auch mit weniger zufrieden sein. So wäre Heinz Dücker, der als ehemaliger Ortsbürgermeister wie kein Zweiter für die Nachnutzung des ehemaligen Lagerbereichs kämpft, schon glücklich, wenn die Gemeinde einfach wieder soweit wäre wie vor dem Mai 2019.
Logistikzentrum so nicht umsetzbarErst damals fiel den Emmerzhäusern nämlich das Thema Denkmalschutz auf die Füße, und es kam wie aus heiterem Himmel. Heute weiß man, dass die Akte Stegskopf schon seit 2016 auf dem Schreibtisch der Generaldirektion Kulturelles Erbe gelegen hat – nur die Ortsgemeinde wusste das eben nicht. Damit war die Gemeinde außerstande, schon frühzeitig auf dieses Problem zu reagieren.

damo Emmerzhausen. Wenn die Menschen am Fuße des Stegskopf in den vergangenen Jahren eines gelernt haben, dann das: Manchmal muss man auch mit weniger zufrieden sein. So wäre Heinz Dücker, der als ehemaliger Ortsbürgermeister wie kein Zweiter für die Nachnutzung des ehemaligen Lagerbereichs kämpft, schon glücklich, wenn die Gemeinde einfach wieder soweit wäre wie vor dem Mai 2019.

Logistikzentrum so nicht umsetzbar

Erst damals fiel den Emmerzhäusern nämlich das Thema Denkmalschutz auf die Füße, und es kam wie aus heiterem Himmel. Heute weiß man, dass die Akte Stegskopf schon seit 2016 auf dem Schreibtisch der Generaldirektion Kulturelles Erbe gelegen hat – nur die Ortsgemeinde wusste das eben nicht. Damit war die Gemeinde außerstande, schon frühzeitig auf dieses Problem zu reagieren. Und ein Problem ist es aus Sicht der Gemeinde definitiv: Die will dort oben nach wie vor ein Logistikzentrum errichten lassen, und das wird sich nicht machen lassen, wenn die alten Baracken allesamt stehenbleiben müssen.

Gute Lösung für alle möglich

Deshalb wird hinter den Kulissen seit geraumer Zeit an einem Kompromiss gearbeitet. Offenbar zeichnet sich jetzt eine Lösung ab, mit der alle Beteiligten leben können. Und das ist nicht nur der Eindruck des Heinz Dücker – einer der Männer, der mit am Verhandlungstisch sitzt, ist ebenfalls optimistisch: Daniel Beitlich, seines Zeichens Geschäftsführer der Firma Revikon, die das Logistikzentrum errichten will. „Wir sind auf dem Weg zu einer Lösung, mit der alle Beteiligten leben können“, sagt er im Gespräch mit der SZ.Bereits im August hatte es einen Ortstermin mit allen Beteiligten gegeben: Die Landeskonservatorin war dabei, die Firma Revikon, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Besitzer sowie Delegationen aus dem Kreishaus, aus dem Daadener Rathaus und aus der Ortsgemeinde. An diesem Sommertag hat die Gruppe einige exponierte Gebäude in Augenschein genommen, darunter die ehemalige Kantine und das frühere Offizierskasino. Eigentlich hätte schon kurze Zeit später die Suche nach einem Kompromiss beginnen sollen – ein Termin im September ist aber geplatzt.

Beim Denkmalschutz geht es ums Ensemble

Mittlerweile ist das Treffen nachgeholt worden: Am 7. Oktober haben sich Revikon, die Generaldirektion und die Untere Denkmalschutzbehörde der Kreisverwaltung in Mainz getroffen – und jetzt zeichnet sich offenbar eine einvernehmliche Lösung ab. Dabei ist die Ausgangslage klar. Keines der Gebäude verdient es allein, unter Denkmalschutz gestellt zu werden: Die Leistung des Architekten ist überschaubar, die der Handwerker ebenfalls – die Gebäude sind nichts als simple Bimssteinkonstruktionen, die mit Holzplanken verkleidet wurden. Aber den Denkmalschützern geht es auch nicht um die einzelnen Gebäude, sondern um das Ensemble. Würde aber die Summe aller Gebäude stehenbleiben, könnte Revikon seine Pläne ad acta legen. Umgekehrt wäre ein Abriss auf breiter Front für die Denkmalschützer ein Tabu – und so kann die Lösung nur in der Mitte liegen.

Nur einige statt alle Gebäude erhalten

Denn auch, wenn einige Gebäude erhalten würden, könnte die Firma Revikon an ihren Plänen festhalten, bestätigt Daniel Beitlich. „Es geht um mehr als den symbolischen Erhalt einiger weniger Gebäude.“ Und auch, wenn er es nicht ausspricht: Wer den Stegskopf kennt, wird ahnen, dass insbesondere der Eingangsbereich mit dem markanten Holztor gemeint sein dürfte.
Ob’s am Ende wirklich auf einen Kompromiss hinausläuft, steht zwar noch in den Sternen – aber Dücker ist optimistisch, und er skizziert den weiteren Weg: Der Rat müsste den Kompromiss als neues Nutzungskonzept absegnen. Dieses wiederum wäre die Grundlage für die Wertermittlung: Wenn Revikon nicht alle Gebäude abreißt, können auch nur geringere Abrisskosten vom Kaufpreis, den die BImA kassiert, abgezogen werden.

Steiniger Weg zum Logistikzentrum

Wichtig für die Ortsgemeinde ist laut Dücker, dass der Kompromiss bindend ist: Es müsste sichergestellt sein, dass bei der Aufstellung des Bebauungsplans nicht noch einmal das Thema Denkmalschutz aufs Tapet kommen kann. „Das würde helfen, wenigstens einen Teil der verlorenen Zeit wieder aufzuholen“, sagt er im Gespräch mit der SZ.
Er ist sich aber natürlich darüber im Klaren, dass der Weg zum Baurecht ohnehin steinig werden dürfte: Noch immer schwebt eine drohende Klage der Naturschutzverbände über dem Logistikzentrum. „Da sind noch einige Hürden zu nehmen.“
Aber Dücker und all seine Mitstreiter werden nicht lockerlassen, denn sie wissen, dass der Stegskopf die einzige Fläche weit und breit ist, auf der die Gemeinde Gewerbe ansiedeln könnte: „Für uns ist das eine Jahrhundertchance.“ Und noch steht der Investor Gewehr bei Fuß, stellt Beitlich klar: „Wir wollen das unbedingt umsetzen.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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