Nachwuchskräfte lernen Arbeit mit Hohlsteinen
Künftiges Dorfgemeinschaftshaus: Die „Azubi-Halle“ von Weitefeld

Die Auszubildenden im Maurerhandwerk der Firma Karl Wengenroth haben das Dorfgemeinschaftshaus hochgezogen. Karl-Heinz Keßler freute sich darüber, dass das Projekt dazu beigetragen hat, dass die Azubis mit Hohlsteinen arbeiten konnten.
  • Die Auszubildenden im Maurerhandwerk der Firma Karl Wengenroth haben das Dorfgemeinschaftshaus hochgezogen. Karl-Heinz Keßler freute sich darüber, dass das Projekt dazu beigetragen hat, dass die Azubis mit Hohlsteinen arbeiten konnten.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

rai Weitefeld/Niederdreisbach. „Was hat der Wengenroth denn für Jüngelchen auf der Baustelle?“: Diese Frage sei an ihn herangetragen worden, berichtete jetzt Weitefelds Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler. An dem im Bau befindlichen Dorfgemeinschaftshaus erzählten am Samstag Firmenchef Jörg Fries und sein Sohn Jörn Fries, wer da gearbeitet hat. Die Protagonisten waren freudestrahlend mit von Partie: angehende Maurer und ein künftiger Stahlbetonbauer.

Die angehenden Fachkräfte im Maurerhandwerk haben an der Baustelle der Ortsgemeinde ein besonderes Lehrstück abgeliefert. Stein für Stein haben sie aufeinander gesetzt und dem Dorfgemeinschaftshaus seine künftige Gestalt gegeben. „Der Bau wird schon die Azubi-Halle genannt“, so Keßler augenzwinkernd. Als „altem Sozi“, sagte Keßler, und als jemand, der selbst Ausbilder war, freue es ihn besonders, dass jungen Leuten bei dem ISEK-Projekt die Chance gegeben wurde, den Umgang mit Hohlsteinen zu lernen.

In Weitefeld lernen angehende Fachkräfte das Mauern mit Steinen

Denn die Auszubildenden würden fast nicht mehr das Mauern mit Steinen lernen, habe er von Fries erfahren. Die Bauunternehmung aus Niederdreisbach hatte deshalb die Azubis bewusst an dieser Baustelle eingesetzt, wo Wände, Ecken und Kanten noch mit Steinen geformt und hochgezogen werden mussten. Maurermeister Jörg Fries und Jörn Fries, der Maurer- und Betonbaumeister ist, war es ein Herzensanliegen, dass der Nachwuchs hier an einem bleibenden Objekt eigenständiges Mauern lernen. Denn in heutiger Zeit werde oft zur Betonbauweise tendiert.

In Weitefeld haben sie etwas Bleibendes geschaffen und bei dem anspruchsvollen Objekt das Arbeiten mit dem einzelnen Stein gelernt. Man spürt im Gespräch mit den angehenden Handwerkern, dass ihnen die Herausforderung gefallen hat. Es sei ihnen Verantwortung an die Hand gegeben worden. „Das selbstständige Arbeiten nach der Ausbildung ist bei uns wichtig, gerade bei kleinen Baustellen mit zwei, drei Leuten“, unterstrich Jörg Fries: „Der Geselle ist das Verbindungsglied zwischen Kunde und Firma.“
1930 hatte Karl Wengenroth den Maurerbetrieb gegründet. Nach dessen Tod 1979 hatte Enkel Jörg Fries – da noch selbst in der Maurerlehre – die Firma übernommen. Mit einer Ausnahmegenehmigung legte er zügig die Meisterprüfung ab. Ausbildung sei ihm wichtig, betonte Fries, der nun erstmals auch einen Stahlbetonbauer ausbildet.

Massive Probleme bei der Suche nach Auszubildenden

„Wir haben massive Probleme Auszubildende zu bekommen“, skizzierten Vater und Sohn. Deshalb wirbt man seit Jahren auch an Schulen. Der Bau biete heute ein vielseitiges Aufgabenspektrum, sagte Fries, und sein Sohn ergänzt: „Vielen ist gar nicht bewusst, was gemacht wird und und welche Aufstiegsmöglichkeiten bestehen, über den Meister bis hin zum Studium.“

Zum Portfolio der Firma gehört auch der Beruf des Straßenbauers. Und wer eine vernünftige Ausbildung hinlegt, der habe eine Übernahmegarantie. „Wir brauchen Nachwuchs, denn auch in der Zukunft wird gebaut werden“, betonte Jörg Fries: „Wenn wir nicht ausbilden, dann haben wir keine Fachkräfte.“
„Die Jungs waren Top“: Das attestierte Ortschef Keßler und überreichte Gutschein und Präsent: „Die Ortsgemeinde ist stolz, dass ihr unser Dorfgemeinschaftshaus gemauert habt“, sagte Keßler.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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