Land unter in Daaden und Biersdorf

Vor 70 Jahren Naturkatastrophe durch heftigen Regen / Die Daade war ein reißender Fluss

Daaden. »Land unter« hieß es am 7. Mai 1931 in Daaden und Biersdorf: Heftige Regenfälle hatten zu einer hierzulande seltene Überschwemmung geführt. Der durchnässte Boden konnte die Niederschlagsmengen nicht mehr aufnehmen, so dass sich die sonst friedlich dahin plätschernde Daade in einen reißenden Fluss verwandelte.

Wo das Bachbett nicht sehr tief war und sich das Wasser auf den angrenzenden Wiesen oder Gärten schnell ausbreiten konnte, entstand eine regelrechte Seenlandschaft. In der Ortsmitte bei »Kappe-Roberts« schoss das Wasser der Daade über die Straße, obwohl das Bachbett hier gut zwei bis drei Meter tief war. Kartoffeln, die auf den Feldern des Mühlberges bereits ausgesetzt waren, wurden von den Regenmassen bis in den Mühlhof weggeschwemmt. Auf der »Au«–hatten sich die Wassermassen so sehr ausgebreitet, dass man mit alten Backtrögen auf ihnen herumfahren konnte.

Schon 1909 war Daaden von einem Hochwasser heimgesucht worden. Die Amtschronik berichtet hierüber: »Strenger Winter mit viel Schnee. Anfang Februar ein Hochwasser, wie sich selbst die ältesten Leute nicht erinnern konnten. Die Daade und die Heller wuchsen zu Flüssen und richteten große Schäden an.

Nachdem es sechs Tage lang anhaltend geschneit hatte, schlug das Wetter plötzlich in Regen um. Der Regen konnte in den gefrorenen Boden nicht eindringen, daher stieg das Wasser schnell und erreichte in der Nacht zum 5. Februar den höchsten Stand seit hundert Jahren. Das Daade- und das Hellertal waren weithin überschwemmt. Eine Anzahl Häuser stand unter Wasser. Die Einwohner mussten teilweise durch die Feuerwehr auslogiert, teilweise mit Lebensmitteln versorgt werden. Der Bahndamm wurde teilweise unterspült. Das Wasser lief in Daaden nicht mehr durch die Brückenöffnung neben der Apotheke.«

Noch einmal hieß es im vorigen Jahrhundert in Daaden »Land unter«: Am 7. Februar 1985 trat die Daade ebenfalls nach längeren, heftigen Regenfällen erheblich über die Ufer, so dass Gärten und auch einige Häuser, insbesondere in den Bereichen untere Bahnhofstraße, Hüttenweg und Austraße unter Wasser standen. In Biersdorf, wo der Ausbau der Landesstraße gerade im Gange war, rissen die Wassermassen Schalungsmaterial mit und zerstörten zum Teil die halb fertigen Betonmauern.

mey

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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