Niederdreisbacher müssen neu wählen
Lea Sürken: Rückzieher vor dem Amtsantritt

Lea Sürken wird trotz ihres Wahlerfolgs nicht als Ortsbürgermeisterin in Niederdreisbach antreten. Archivfoto: damo
  • Lea Sürken wird trotz ihres Wahlerfolgs nicht als Ortsbürgermeisterin in Niederdreisbach antreten. Archivfoto: damo
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damo Niederdreisbach. Eigentlich hätte es für Lea Sürken nicht besser laufen können: Bei der Kommunalwahl ist sie angetreten, um neue Ortsbürgermeisterin zu werden, und knapp 87 Prozent der Niederdreisbacher haben ihr auf Anhieb ihre Stimme gegeben. Umso überraschender: Die 34-Jährige wird ihr Amt nicht antreten.

In einer persönlichen Erklärung ans Daadener Rathaus und an Noch-Ortsbürgermeister Stefan Strunk hat Sürken am Wochenende ihren Rückzieher mitgeteilt. In sehr klaren, ehrlichen Worten macht sie deutlich, dass sie für das Amt nicht zur Verfügung steht. Und sie liefert auch die Begründung mit: „Es sind in erster Linie persönliche und gesundheitliche Gründe, die mich diese Entscheidung treffen ließen. Im Vorfeld der Wahl war ich der festen Überzeugung, den Ansprüchen gerecht werden zu können. Im Laufe der Zeit wurde jedoch für mich deutlich, dass ich mit dieser emotionalen und psychischen Belastung nicht umgehen kann und schlussendlich auch will. Die große Last und der Druck der letzten Tage haben mir kaum die Möglichkeit gegeben, mich über ein solch gutes Wahlergebnis zu freuen. Das hat für mich schlussendlich den Ausschlag gegeben, das Amt nicht anzutreten. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen und keinesfalls leichtfertig getroffen.“

Natürlich weiß Lea Sürken auch, dass die Entscheidung für die Niederdreisbacher enttäuschend ist – auch darauf geht sie in ihrem Schreiben ein: „Ich danke allen Wählern für ihr entgegengebrachtes Vertrauen. Weiter bitte ich um Entschuldigung für die Enttäuschung, die ich nun beschere, die Mühe, die im Vorfeld investiert wurde, und die fälschlicherweise geweckte Hoffnung über eine neue Perspektive in der Führung der Ortsgemeinde Niederdreisbach.“

Im Gespräch mit der SZ beantwortete Sürken auch die Frage, warum sie nicht schon vor der Wahl die Reißleine gezogen habe: „Ich habe gehofft, dass der Druck nach dem Wahlabend nachlässt. Aber das war nicht so.“

Nun ist Lea Sürken nicht nur zur Ortsbürgermeisterin gewählt worden: Sie hat auch einen Sitz im Rat. Ob sie dieses Mandat annimmt, will sie in den nächsten Tagen entscheiden.

Für die Ortsgemeinde bedeutet Sürkens Rückzieher, dass eine erneute Wahl ansteht – wohlgemerkt nicht für den Gemeinderat, sondern nur für die Besetzung des Chefsessels im Gemeindebüro. „Wir müssen einen neuen Termin für die Ortsbürgermeisterwahl festlegen“, erklärte Stefan Strunk das weitere Procedere. Sollte sich kein neuer Bewerber finden, ist der Rat am Zug: Dann wird der Gemeinderat aus seiner Mitte den neuen Ortsbürgermeister wählen.

Bis das erledigt ist, bleibt Stefan Strunk im Amt – kommissarisch. Und das wird keine Dauerlösung werden, „denn an den Gründen, nicht mehr anzutreten, hat sich nichts geändert“, verdeutlicht Strunk. „Ich stehe nicht ewig zur Verfügung, definitiv nicht über das Jahresende hinaus.“

Soweit Stefan Strunk über Stefan Strunk – im Gespräch mit der SZ äußerte er sich aber auch über Lea Sürken: „Es ist mir ein Bedürfnis, das zu sagen: Die Entscheidung tut mir sehr leid. Lea wäre eine absolut geeignete Kandidatin gewesen.“

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