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37-jähriger Selbacher
Matthias Grohs ist neuer Revierförster in Daaden

Matthias Grohs ist neuer Revierförster in Daaden – und natürlich hat der dem Daadener Vorzeigebaum, der Hüllbuche, schon einen Willkommensbesuch abgestattet.
  • Matthias Grohs ist neuer Revierförster in Daaden – und natürlich hat der dem Daadener Vorzeigebaum, der Hüllbuche, schon einen Willkommensbesuch abgestattet.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

damo Daaden. Wenn alle Menschen so ticken würden wie Matthias Grohs, dann könnten die Berufsinformationszentren dicht machen und die Berufsberater Arbeitslosengeld beantragen. Im dritten Schuljahr, mit gerade einmal neun Jahren, hat Grohs einen Aufsatz zum Thema „Mein Wunschberuf“ geschrieben. „Ich habe damals geschrieben, dass ich Förster werden will“, blickt Grohs zurück. Und im Gegensatz zu vielen Klassenkameraden, die am Ende doch nicht Baggerfahrer oder Feuerwehrmann geworden sind, hat er sein Ziel nie wieder aus den Augen verloren. Jetzt hat Grohs sein erstes eigenes Forstrevier: Der 37-Jährige aus Selbach bei Wissen ist der Nachfolger von Rainer Gerhardus und damit künftig für die Wälder rund um Daaden zuständig.

damo Daaden. Wenn alle Menschen so ticken würden wie Matthias Grohs, dann könnten die Berufsinformationszentren dicht machen und die Berufsberater Arbeitslosengeld beantragen. Im dritten Schuljahr, mit gerade einmal neun Jahren, hat Grohs einen Aufsatz zum Thema „Mein Wunschberuf“ geschrieben. „Ich habe damals geschrieben, dass ich Förster werden will“, blickt Grohs zurück. Und im Gegensatz zu vielen Klassenkameraden, die am Ende doch nicht Baggerfahrer oder Feuerwehrmann geworden sind, hat er sein Ziel nie wieder aus den Augen verloren. Jetzt hat Grohs sein erstes eigenes Forstrevier: Der 37-Jährige aus Selbach bei Wissen ist der Nachfolger von Rainer Gerhardus und damit künftig für die Wälder rund um Daaden zuständig.

Matthias Grohs steht vor großen Herausforderungen

Dass der Zeitpunkt, ein neues Revier zu übernehmen, alles andere als einfach ist, liegt auf der Hand: Etliche Fichtenbestände sind dem Käfer zum Opfer gefallen, der Holzmarkt ist zusammengebrochen, in den Baumschulen wird bald ein Hauen und Stechen um junge Pflanzen beginnen, und die Waldbesitzer quälen sich mit Zukunftsängsten herum – kurzum: Einfach wird’s nicht.
Aber das schreckt Grohs nicht. Das mag daran liegen, dass er seit seinem Studium im bayerischen Weihenstephan viele Stationen durchlaufen hat und so über ein breitgefächertes Wissen verfügt. Noch entscheidender dürfte aber sein, dass er mit klaren Vorstellungen an seine neue Aufgabe herantritt: „Gerade in solchen Zeiten hilft Aktionismus nicht weiter. Jetzt ist es wichtig, klare Prioritäten zu setzen.“
Das wird er müssen, denn Grohs ist nicht nur Förster: Er ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder, und „nebenbei“ ist er auch noch Ortsbürgermeister in Selbach. Dort lebt er auch – das Daadener Forsthaus ist mittlerweile privat vermietet. Grohs sieht diese räumliche Trennung zwischen Arbeitsstelle und Zuhause keineswegs negativ: „Ich denke, dieser Abstand ist kein Problem. Ich bin ja immer abrufbar und in einer halben Stunde da.“ Außerdem: An vier von fünf Tagen ist Grohs ohnehin im Revier.

Forstrevier Daaden umfasst 2200 Hektar

Das klingt nach einem guten Plan, denn das Forstrevier Daaden umfasst 2200 Hektar. Und so liegt nahe, dass er Zeit brauchen wird, um jeden Bestand kennenzulernen. Das, was er bislang von seinem neuen Wirkungsfeld gesehen hat, gefällt ihm gut – was auch ein Lob für seinen Vorgänger beinhaltet: „Ich habe überall gute, gepflegte Strukturen angetroffen“, sagt er. Und auch der Hüllwald, der in Daaden beinahe den Charakter eines Stadtparks hat, ist ihm schon ein bisschen ans Herz gewachsen: „Das ist einfach ein richtig schöner, ästhetischer Wald, dessen Struktur ich natürlich erhalten will.“ Was ihm vor allem seinen Start erleichtert hat, sind die vielen positiven Begegnungen: „Ich bin hier total gut aufgenommen worden“, bescheinigt er den Daadenern.
Mit 15 Waldbesitzern wird Grohs zu tun haben, neben einigen Kommunen und Kirchengemeinden auch mit einigen Haubergsgenossenschaften. Dass er bislang überall herzlich aufgenommen worden sei, ist ihm viel wert – denn für den 37-Jährigen soll der Revierdienst in Daaden nicht nur eine Episode sein: „Ich will langfristig hierbleiben, den Job möchte ich lange machen.“
Denn gerade im Revierdienst sieht er optimale Möglichkeiten, die vielen verschiedenen Aspekte der Forstwirtschaft umzusetzen. Für ihn muss der Wald mehrere Funktionen erfüllen: Er soll der Ökologie dienen, ist ein wichtiger Faktor in der regionalen Wertschöpfung, und nicht zuletzt soll der Wald auch den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden.

Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und sozialen Aspekten

Diese integrative Denkweise hat Grohs nach eigener Aussage erst lernen müssen. Als Kind hat er den Wald als Abenteuerspielplatz geliebt, in den Jahren danach hatte er vor allem ein Faible für Naturschutz. In Selbach hat er als Jugendlicher einen Bachlehrpfad geschaffen, und auch seine Greenpeace-Mitgliedschaft war damals eine Sache der Überzeugung. Längst hat sich aber sein Fokus geweitet: Der Naturschutz ist ihm zwar nach wie vor wichtig, aber „ich bin mit den Jahren realitätsnäher geworden und will auch die anderen Aspekte bedienen“.
Das sei aber kein Widerspruch: Der Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und sozialen Aspekten muss im Wald keineswegs disharmonisch klingen: „Das passt schon alles gut zusammen“, meint Grohs heute und freut sich über die Vielfältigkeit seines Berufs. Die wird er als Neunjähriger wahrscheinlich noch nicht auf dem Schirm gehabt haben.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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