Mit dem »Wende-Jet« auf Erfolgskurs

Erfinder Friedel Schmidt brät Reibekuchen schnell, praktisch und ohne Fettspritzer

juli Schutzbach. Reibekuchen stehen in Zeiten von Advents- und Weihnachtsmärkten hoch im Kurs. Für die Kartoffelplätzchen möchte aber niemand lange in der Schlange stehen, und schön heiß soll der Imbiss sein, wenn er auf dem Teller landet.

Schnell, einfach und praktisch ist die Erfindung von Friedel Schmidt: Der Schutzbacher hat einen Bräter mit einer ausgefuchsten Wendetechnik für Reibe- und Pfannkuchen, flach geformte Frikadellen, Röstis und Fischstäbchen entwickelt und dafür im vergangenen Jahr mit Erfolg ein Patent angemeldet. Und vor zwei Wochen hat das Deutsche Patent- und Markenamt in München auch seinen Markennamen »Wende-Jet« eingetragen.

Im Sommer 2001 sei ihm die Idee gekommen, erzählt der Rentner, der früher als Betriebsschlosser und Industriemeister gearbeitet hat. Während der BSE-Krise, als der Verzehr von Bratwürsten und anderen Fleischartikeln zurückging, habe der Reibekuchen diese Lücke ausgefüllt, ist er sich sicher. Da sei ihm die Idee zur Konstruktion des praktischen Bräters gekommen. Ende 2001 war der Prototyp fertig.

Auf einen Gasbrenner und eine Fettpfanne wird der Wende-Jet problemlos aufgesetzt, in dem je nach Größe vier oder acht Backbahnen nebeneinander liegen. Jeweils zwei Bahnen sind mit einem Gelenk verbunden. Jede Bahn hat einen Griff, sodass man die verbundenen Bahnen gegeneinander klappen kann. In je einer der zwei Bahnen werden drei Reibekuchen von einer Seite gebacken.

Sind die Ränder braun, klappt man die verbundenen Bahnen gegeneinander, um die Reibekuchen auf die noch ungebackene Seite zu wenden. Nun liegen sie in der zweiten Bahn, und auf der ersten können schon wieder neue Rohlingen gebacken werden. Hinter den Bahnen befindet sich eine Abtropfleiste, wo fertige Reibekuchen, ohne abzukühlen, abtropfen können. Das abtropfende Fett wird von der Pfanne aufgefangen, geht also nicht verloren.

Schmidt hat an alles gedacht. Damit das Fett nicht so stark spritzt und sich kein starker Rauch entwickelt, werden die tiefgefrorenen Rohlinge nicht direkt auf den Wende-Jet gelegt. Sie werden in einer beheizten Temperaturausgleichsbox, die Schmidt ebenfalls entworfen und gebaut hat, zunächst aufgetaut. Die Box ist drehbar, und an allen vier Seiten kann man auf sechs Etagen jeweils drei der Rohlinge auftauen.

Mit einigen Vereinskollegen des Zweigvereins Westerwalds des »INSTI«-Erfinderclubs Rheinland-Pfalz (INSTI = Innovative Stimulierung der deutschen Wirtschaft) stellte Friedel Schmidt auf der Internationalen Erfindermesse in Nürnberg Ende Oktober dieses Jahres sein Patent aus.

Um überhaupt bei der Messe dabei sein zu dürfen, müsse man ein Auswahlverfahren beim Deutschen Institut für Wirtschaft (DIW) in Köln, dem INSTI angegliedert ist, bestehen, betont der Bräter-Erfinder: »Das DIW wollte den Wende-Jet unbedingt in Betrieb sehen. Dafür brauchte ich als einziger auf der ganzen Messe eine Sondergenehmigung«, erinnert er sich. Er musste seine Anlage mit einer Absaughaube und einem Hustenschutz aufrüsten. Der Aufwand hat sich gelohnt: Schmidt gewann eine Goldmedaille für seine Idee und deren Umsetzung.

Jetzt wartet er gespannt auf die Vergabe des INSTI-Erfinderclub-Preises »i hoch 3«, der in wenigen Wochen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung vergeben wird. Noch wichtiger, schon aus finanziellen Gründen, dürften die Verhandlungen sein, die Schmidt zurzeit mit einer Firma über die Vermarktung des Wende-Jets führt. Die hat den patentierten Reibekuchen-Aufsatz bereits in ihren Katalog aufgenommen. »Wahrscheinlich kommt es diesen Monat zum Vertragsabschluss«, hofft Schmidt, der 30000 Euro in die Entwicklung des Wede-Jets gesteckt hat.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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