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Winter in der Waldkita-Gruppe
Mitarbeiter ziehen positive Bilanz

Ohne Regen kein Matsch – kein Wunder also, dass die Kinder aus der Daadener Waldkita-Gruppe auch im Herbst und im Winter reichlich Spaß gehabt haben.
  • Ohne Regen kein Matsch – kein Wunder also, dass die Kinder aus der Daadener Waldkita-Gruppe auch im Herbst und im Winter reichlich Spaß gehabt haben.
  • Foto: Fotos: Kita/Collage: SZ
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

damo Daaden. Dass eine Kita einen Infobrief zum Thema Sturmböen an die Eltern verschickt, dürfte ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal sein. Aber verwunderlich ist es nicht, schließlich ist die Kommunale Kita Daaden die einzige weit und breit, die eine Waldgruppe betreibt. „Und natürlich haben wir am Mittwoch mit dem Förster telefoniert und gefragt, ob wir heute draußen sicher sind“, berichtet Kita-Chefin Brita Comisel. Die Antwort des Revierförsters war ein klares Ja, und so stand einem Besuch der SZ in der Waldkita nichts entgegen. Denn mittlerweile liegt der erste Winter hinter den Waldkindern – Zeit für eine Bilanz.
Auf die richtige Kleidung kommt es anDen Sommer draußen zu verbringen, ist schließlich kein Kunststück.

damo Daaden. Dass eine Kita einen Infobrief zum Thema Sturmböen an die Eltern verschickt, dürfte ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal sein. Aber verwunderlich ist es nicht, schließlich ist die Kommunale Kita Daaden die einzige weit und breit, die eine Waldgruppe betreibt. „Und natürlich haben wir am Mittwoch mit dem Förster telefoniert und gefragt, ob wir heute draußen sicher sind“, berichtet Kita-Chefin Brita Comisel. Die Antwort des Revierförsters war ein klares Ja, und so stand einem Besuch der SZ in der Waldkita nichts entgegen. Denn mittlerweile liegt der erste Winter hinter den Waldkindern – Zeit für eine Bilanz.

Auf die richtige Kleidung kommt es an

Den Sommer draußen zu verbringen, ist schließlich kein Kunststück. Aber dem Wäller Wind, dem Siegerländer Dauergrau und den knackigen Minusgraden zu trotzen, ist schon sportlicher. So viel sei schon verraten: Die Kinder haben auch im Regen und Schnee ihren Spaß. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich alle Akteure mittlerweile gut präpariert haben. Die Erzieherinnen haben längst aus Erfahrung gelernt, dass es zwischen Outdoorschuhen aus dem Discounter und dem Fachhandel nicht nur einen Preisunterschied gibt. Und auch die Erkenntnis, dass der Zwiebel-Look seine Vorteile hat, ist längst angekommen: „Man friert nur einmal im Wald“, sagt Kita-Chefin Brita Comisel, „danach hat man immer noch ein paar Kleidungsstücke im Rucksack, die man bei Bedarf drüberziehen kann“. An besonders kalten Tagen zählen sich die Teammitglieder gegenseitig ihre Schichten vor. Witterungsbedingte Ausfälle hat’s im Team übrigens bislang nicht gegeben: Der Krankenstand in der Waldgruppe liegt sogar niedriger als in der regulären Kita. „Wir haben noch keinen einzigen Fehltag“, sagt Tina Sturm, „und wir haben auch die Corona-Impfung gut weggesteckt“.

Lange Unterhosen besser als Strumpfhosen

Auch die Eltern haben ihren Nachwuchs längst so ausgestattet, dass Wind und Wetter den Kindern nicht mehr viel anhaben können. Sie wissen, dass lange Unterhosen besser sind als Strumpfhosen (weil man bei nassen Füßen nicht das gesamte Kind umziehen muss), und sie haben auch erkannt, dass Moonboots, sobald sie nur ein winziges Loch haben, wie ein Schwamm wirken. Herumgesprochen hat sich unter den Daadener Eltern auch eine clevere Methode, wie man die Rückbank des eigenen Autos sauber halten kann, wenn man ein Kind aus der Kita abholt, das bis an die Nasenspitze matschverschmiert ist: mit einem großen Müllsack, in den man den kleinen Dreckspatz setzt.
Denn Matsch und Pfützen ziehen die Waldkinder magisch an. „In Pfützen zu hüpfen, ist das Coolste“, sagt Aaron, und sein Kumpel Finn ist da ganz seiner Meinung: „Ich mag auch am liebsten Matsch“, diktiert er dem SZ-Redakteur in den Block. Und im Morgenkreis wird deutlich: Die Kinder fühlen sich pudelwohl draußen, auch im Herbst, auch im Winter. „Ich glaub, ich mag Winter und Sommer gleich gerne“, sagt Moritz.

Gruppe aufgestockt

Diese Begeisterung für den Kita-Alltag im Wald hat mittlerweile ziemliche Wellen geschlagen. Das belegen die Anmeldezahlen deutlich: Im Sommer wird die Gruppe auf 20 Kinder aufgestockt, und schon jetzt gibt es eine Warteliste. Und es sind nicht nur Eltern aus der Stadt Daaden, die Interesse an einem Platz in der Waldgruppe zeigen: „Wir haben auch Anfragen aus dem Gebhardshainer Land und aus anderen Gemeinden im Daadetal“, berichtet Brita Comisel. „Dass die Nachfrage so groß sein würde, haben wir selbst nicht erwartet.“ Das führt dazu, dass die Kommunale Kita schon jetzt bis ins Jahr 2023 ausgebucht ist – mit anderen Worten: Es sind schon einige Kinder angemeldet, die noch nicht mal auf die Welt gekommen sind, sagt die Kita-Leiterin.

Blockhütte soll im Sommer fertig werden

Was noch fehlt, ist die kleine Blockhütte, die am Waldrand gebaut werden soll. Das Genehmigungsverfahren zieht sich: Unter anderem sind Kartierungen nötig, da Biotope und Horstbäume vermerkt werden müssen. So ganz nachvollziehen kann das der Stadtbürgermeister nicht: „In der Waldgruppe geht es doch genau darum, unter fachlicher Anleitung mit der Natur zu leben“, meint Walter Strunk, und Tina Sturm illustriert das mit einem Beispiel: „Da ziehen die Jungs zusammen den Bollerwagen mit der Ausstattung für den Wald, und plötzlich ruft einer laut: Stopp, anhalten! Und warum? Weil er eine Blume auf dem Weg entdeckt, die fast unter die Räder gekommen wäre. Die Kinder entwickeln hier wirklich ein Bewusstsein für die Natur.“ Allen Auflagen zum Trotz soll die Blockhütte im Sommer fertig werden, sagt Strunk. Die Kinder wird’s freuen – auch wenn fraglich ist, ob sie der neuen Hütte wirklich mehr abgewinnen können als einer hübschen, knietiefen Matschpfütze.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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