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Weitefeld wartet nicht auf Landesfördermittel
Mobile Lüftungsgeräte für Kita und Grundschule

Natürlich gilt auch in Weitefeld weiter die Maskenpflicht. Aber die Gemeinde will in Kita und Grundschule nicht allein auf den Mund-Nasen-Schutz und das Lüften setzen: Jetzt sollen Luftfiltergeräte angeschafft werden.
  • Natürlich gilt auch in Weitefeld weiter die Maskenpflicht. Aber die Gemeinde will in Kita und Grundschule nicht allein auf den Mund-Nasen-Schutz und das Lüften setzen: Jetzt sollen Luftfiltergeräte angeschafft werden.
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damo Weitefeld. Eigentlich wäre Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler schon mit einem „Ja, aber“ zufrieden gewesen. Aber er hat mehr bekommen: Der Rat hat nicht nur den gewünschten Grundsatzbeschluss gefasst, für Grundschule und Kita Luftfilteranlagen anzuschaffen, sondern dem Ortsbürgermeister zugleich Handlungsfreiheit verschafft. Keßler und seine Beigeordneten können die Geräte anschaffen, ohne dass das Thema dazu nochmal im Rat oder seinen Ausschüsse beraten werden müsste. Das spart Zeit – und damit stehen die Chancen gut, dass die Weitefelder Kinder die ersten im Oberkreis sein werden, die künftig nicht mehr nur auf Masken und Lüften vertrauen müssen.
Der Faktor Zeit hat am Mittwochabend im Gemeinderat die entscheidende Rolle gespielt.

damo Weitefeld. Eigentlich wäre Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler schon mit einem „Ja, aber“ zufrieden gewesen. Aber er hat mehr bekommen: Der Rat hat nicht nur den gewünschten Grundsatzbeschluss gefasst, für Grundschule und Kita Luftfilteranlagen anzuschaffen, sondern dem Ortsbürgermeister zugleich Handlungsfreiheit verschafft. Keßler und seine Beigeordneten können die Geräte anschaffen, ohne dass das Thema dazu nochmal im Rat oder seinen Ausschüsse beraten werden müsste. Das spart Zeit – und damit stehen die Chancen gut, dass die Weitefelder Kinder die ersten im Oberkreis sein werden, die künftig nicht mehr nur auf Masken und Lüften vertrauen müssen.
Der Faktor Zeit hat am Mittwochabend im Gemeinderat die entscheidende Rolle gespielt. Angesichts der finsteren Zahlen, die das Robert-Koch-Institut Tag für Tag präsentiert, wollte niemand im Rat auf die Bremse treten. „Wenn wir jetzt noch Experten in den Rat einladen, dann über das Thema diskutieren und schließlich noch die Lieferzeiten dazukommen: Dann ist es Ostern, bis die Geräte ankommen“, sagte Ratsmitglied Dirk Langenbach, und mit dieser Einschätzung stand er nicht alleine da. Noch plakativer formulierte es Klaus Kirchhöfer: „Ich würde da jetzt nicht so ein Brimborium machen und die Dinger kaufen.“

Weitefelder warten nicht auf das Landesförderprogramm

Genau das wollen die Weitefelder jetzt tun – ungeachtet dessen, dass noch ein Landesförderprogramm in der Pipeline ist. Das werde man natürlich im Blick behalten, sagte Andrea Ebener vom Daadener Bauamt. Aber noch liegen die Richtlinien, in welchen Fällen das Land sich am Kauf beteiligt und welche Geräte empfohlen werden, eben nicht endgültig vor – und damit gibt’s noch keine Zuschüsse.
Allerdings spricht viel dafür, dass die Weitefelder ohnehin umsonst warten würden: „Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Fenster nicht zu ertüchtigen sind und die jeweiligen Räume für den Unterricht gebraucht werden“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Mainzer Bildungsministerium. Folgerichtig gab Beigeordneter Sven Stühn zu bedenken: „Bei uns würde der Kauf nicht gefördert, weil in allen Klassenräumen die Fenster geöffnet werden können.“

Drei Firmen im Ort als Ansprechpartner

Da trifft es sich, dass die Gemeinde auch ohne Landesfördermittel in der Lage ist, den Kauf der Luftfilter zu stemmen, sagte Keßler. Pro Klasse in der Grundschule und pro Gruppenraum in der Kita soll ein Luftfilter gekauft werden; alles in allem sollte das für 25 000 Euro machbar sein. Keßler will jetzt einige Geräte in Augenschein nehmen, und er hat’s nicht mal weit. Drei Firmen im Ort dürfen als kompetente Ansprechpartner gelten: Rox, Medana und Prior1, und bei allen will sich der Ortsbürgermeister informieren. Und zwar rasch: „Das geht jetzt schnell“, versicherte er im Gespräch mit der SZ. Zugleich betonte er, dass sich bei diesem Beschluss – einmal mehr – zeige, dass es der Gemeinde ins Blatt spiele, Träger der Kita und Grundschule zu sein.„Wir können vor Ort schnell entscheiden“, stellte Keßler klar und schickte eine kleine Spitze in Richtung Altenkirchen: „Deshalb werden wir auch weiter an der Trägerschaft festhalten“, sagte er und knüpfte damit an eine Diskussion an, die die Kommunalaufsicht vor einigen Wochen gerne angestoßen hätte. Aber schon da hatte die Kreisverwaltung mit ihrem Appell, der Rat möge über einen Trägerwechsel nachdenken, auf Granit gebissen.

Dienstleistung für die Eltern

Dass jetzt rasch mobile Lüftungsgeräte angeschafft werden, versteht Keßler auch als Dienstleistung für die Eltern: „Wir wissen noch allzu gut, wie schwierig es für die Eltern im Frühling war, die Betreuung der Kinder sicherzustellen. Wenn wir jetzt dazu beitragen können, das Infektionsrisiko zu reduzieren, ist das sicher im Sinne der Eltern“, meinte er gestern im SZ-Gespräch. Etwas flapsiger hatte er es am Abend zuvor im Rat formuliert: „Jetzt sehen die Eltern, dass wir hier nicht nur dumm rumsitzen, sondern für Schule und Kita Geld in die Hand nehmen.“ Auch, wenn die Luftfilter noch nicht da sind: Es spricht aktuell vieles dafür, dass die Weitefelder im Oberkreis eine Vorreiterrolle einnehmen werden. Denn in allen Rathäusern bekam die SZ gestern auf eine Telefonanfrage unisono zu hören, dass man noch auf die endgültige Förderrichtlinie aus Mainz warten werde.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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