Diskussion um die Jugendpflege
Nach anderthalb Jahren öffnen die Bürgerhäuser in Daaden wieder

Seit anderthalb Jahren finden in den Daadener Bürgerhäusern nur Rats- und Ausschusssitzungen statt. Jetzt können die Häuser wieder gemietet werden.
  • Seit anderthalb Jahren finden in den Daadener Bürgerhäusern nur Rats- und Ausschusssitzungen statt. Jetzt können die Häuser wieder gemietet werden.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

damo Daaden. Seit anderthalb Jahren sind die beiden Bürgerhäuser der Stadt Daaden dicht – fast zumindest. Nur die kommunalen Gremien haben dort während der Pandemie ihre Sitzungen ausrichten dürfen; Familienfeiern oder Tagungen von Firmen oder Vereinen waren seit Frühjahr 2020 nicht möglich. Das soll sich jetzt ändern: Der Stadtrat hat grünes Licht für die Wiedereröffnung gegeben. „Wir müssen versuchen, ein Stück weit zur Normalität zurückzufinden“, schickte Stadtbürgermeister Walter Strunk in der Ratssitzung voraus – schließlich seien mittlerweile viele Menschen geimpft. Die Wiedereröffnung der Bürgerhäuser ist an strenge Vorgaben gebunden. Ob nun Daadener Familien dort eine Hochzeit feiern oder Unternehmen eine Fortbildung für ihre Mitarbeiter ausrichten wollen: Ohne umfassendes Hygienekonzept geht gar nichts.

Besagtes Konzept gibt’s nicht von der Stange: Hier müssen die Mieter selbst aktiv werden. Außerdem müssen sie einen Verantwortlichen benennen, der die Vorgaben der aktuellen Corona-Bekämpfungsverordnung überwacht. Und: Die Stadt übernimmt nicht die Verantwortung – sollte eine Familienfeier im Bürgerhaus plötzlich zum Superspreader-Event werden, kann es keine Haftungsansprüche an die Kommune geben. Diese Vorgehensweise hat der Stadtrat geschlossen verabschiedet – ganz im Gegensatz zu einem Thema, das in Daaden bisweilen älter erscheint als die Kommunalpolitik selbst: die Jugendpflege.

Zum Hintergrund: Seit vielen Jahren fordert die SPD die Einstellung eines kommunalen Jugendpflegers. Und wie berichtet, ist das dicke Brett mittlerweile tatsächlich durchbohrt: Der Verbandsgemeinderat hat sich für die Schaffung einer entsprechenden Stelle entschieden. Nun allerdings geht’s an die Umsetzung: Die einzelnen Ortsgemeinden müssen ihre Selbstverwaltungsaufgabe Jugendarbeit an die Verbandsgemeinde abtreten. Und damit kann munter weiter diskutiert werden. So geschehen unlängst im Rat Emmerzhausen – und nun auch in Daaden. Martin Haubrich eröffnete die kurze Kontroverse: Der CDU-Fraktionssprecher rief in Erinnerung, dass seine Partei sich vor der letzten Kommunalwahl gegen einen Jugendpfleger ausgesprochen habe. Und dieses Versprechen sei bindend, zumal in Daaden eine hervorragende Vereinsarbeit gemacht werde und kein Hauptamtlicher nötig sei.

Wir müssen versuchen, ein Stück weit zur Normalität zurückzufinden.
Walter Strunk
Daadener Stadtbürgermeister

Die Replik kam sofort, und zwar von zwei Seiten: Walter Strunk brachte seine Verwunderung zum Ausdruck – schließlich hätten einige Christdemokraten in den Ausschüssen anders entschieden. Und Rainer Gerhardus (SPD) hatten den Tipp parat, dass man sich besser vorher Gedanken machen sollte, bevor man irgendetwas verspreche. Er jedenfalls sei „sehr froh, dass es im VG-Rat endlich die erforderlichen Mehrheiten für einen Jugendpfleger“ gebe. Dem pflichtete auch Thomas Reusch für die FWG zu. Und auch Susanne Heun (FDP) gab ihr Placet, wenn auch mit der Einschränkung, dass man die neue Stelle erst einmal befristen solle, um das Ergebnis prüfen zu können. Unter dem Strich reichte das für eine solide Mehrheit, sodass die Verbandsgemeinde jetzt aus der Stadt grünes Licht bekommen hat.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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