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Fertigstellung erst 2040
Neues Friedhofskonzept wird umgesetzt

Die klassischen Gräber für Sargbestattungen werden immer weniger nachgefragt, und so wird sich auch der Daadener Friedhof verändern. Neuerdings werden dort Plätze für Urnen unter Bäumen angeboten.
  • Die klassischen Gräber für Sargbestattungen werden immer weniger nachgefragt, und so wird sich auch der Daadener Friedhof verändern. Neuerdings werden dort Plätze für Urnen unter Bäumen angeboten.
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damo Daaden. Meistens geht’s recht schnell, wenn die Stadt Daaden etwas anpackt – ein Beispiel dafür ist das Facelifting der Innenstadt. Binnen weniger Jahre sind die beiden zentralen Plätze komplett neugestaltet und das Bürgerhaus generalsaniert worden. Und auch der Trägerwechsel und der Neubau der Kita Biersdorf sind zügig auf den Weg gebracht worden.
Neues Gräberfeld für Urnenbestattung
Ein anderes Projekt allerdings verlangt den Akteuren viel Geduld ab: Bis das Friedhofskonzept in Gänze umgesetzt sein wird, dauert’s noch rund 20 Jahre. Erst 2040 wird der Friedhof so aussehen, wie es der Stadtrat vor gut fünf Jahren beschlossen hat.

Aber: Die ersten Schritte hin zu einer parkähnlichen Anlage, die den Trends in der Bestattungskultur Rechnung trägt, sind schon getan.

damo Daaden. Meistens geht’s recht schnell, wenn die Stadt Daaden etwas anpackt – ein Beispiel dafür ist das Facelifting der Innenstadt. Binnen weniger Jahre sind die beiden zentralen Plätze komplett neugestaltet und das Bürgerhaus generalsaniert worden. Und auch der Trägerwechsel und der Neubau der Kita Biersdorf sind zügig auf den Weg gebracht worden.

Neues Gräberfeld für Urnenbestattung

Ein anderes Projekt allerdings verlangt den Akteuren viel Geduld ab: Bis das Friedhofskonzept in Gänze umgesetzt sein wird, dauert’s noch rund 20 Jahre. Erst 2040 wird der Friedhof so aussehen, wie es der Stadtrat vor gut fünf Jahren beschlossen hat.

Aber: Die ersten Schritte hin zu einer parkähnlichen Anlage, die den Trends in der Bestattungskultur Rechnung trägt, sind schon getan. Einer davon ist das neue Gräberfeld für Urnenbestattungen unter Bäumen.

Immer weniger ,,klassische'' Gräber

Dass die neuen Urnengrabstätten exakt da entstehen, wo vor einigen Jahren noch die Familiengräber dominiert haben, ist kein Zufall: Es zeigt den Wandel in der Bestattungskultur, der auch im Daadener Land immer deutlicher zutage tritt. „Immer weniger Menschen wollen 20 Jahre lang ein Grab pflegen“, sagt Stadtbürgermeister Walter Strunk: „Viele entscheiden sich deshalb für pflegeleichte Grabstätten.“ Bauhofleiter Harald Hees pflichtet Strunk bei, indem er auf das ziemlich überschaubare Gräberfeld am oberen Rand des Friedhofs deutet: Pro Jahr legt der Bauhof nicht mal mehr eine Handvoll „klassischer“ Gräber an – aber denen stehen im selben Zeitraum zwei bis drei Dutzend Wiesengräber gegenüber.
Was in Daaden – und das gilt für viele Gemeinden in der Umgebung ebenso – übrigens noch lange nicht so verbreitet ist wie in den großen Städten, ist die Urnenbestattung. „Da hinkt der Westerwald dem Bundestrend hinterher“, ergänzt Hees im Pressegespräch und bezieht sich auf eine Aussage der Friedhofsplaner des Fachbüros Weiher.

2040 wird der Wandel vollzogen sein

Die Freiburger bezeichnen sich auf ihrer Homepage durchaus selbstbewusst als „die Friedhofsexperten“. Und deren Fachkompetenz hatte auch den Stadtrat Daaden überzeugt, von Weiher das neue Friedhofskonzept erstellen zu lassen.

Denn es gibt noch einiges zu tun, macht Strunk deutlich. Eine der größten Herausforderungen dürfte es sein, die Wiesengrabfelder optisch aufzuwerten. Denn ohne Grabsteine, ohne Grabschmuck wirken sie beim flüchtigen Betrachten wie eine große Wiese: „Im Sommer sieht das fast aus wie ein Tennisplatz“, mein Harald Hees. Diesem Eindruck will das Friedhofskonzept entgegenwirken: Hecken und Sträucher sollen die großen Flächen optisch durchbrechen und auflockern, zudem sollen laut Strunk unterschiedliche Begräbnisformen kombiniert werden.

Erste Teilbereiche bereits fertig

Aber all das wird dauern – vor allem deshalb, weil Liegezeiten berücksichtigt werden müssen. 20 Jahre beträgt in Daaden die standardmäßige Zeitspanne, die ein Grab zur Verfügung gestellt wird. Also verschwinden die Doppelgräber, die im neuen Konzept gar nicht mehr vorgesehen sind, sukzessive, aber eben nicht gleichzeitig.

Trotzdem konnten schon einige Teilbereiche des Friedhofs verändert werden: Im unteren Teil sind großzügige Wildblumenwiesen angelegt worden, ganz oben ist jetzt das Feld für Urnenbestattungen unter Bäumen bereitet. Die ersten 16 von insgesamt 48 Grabstätten stehen dort am Fuße von neu gepflanzten Zierkirschen, Eichen und Platanen zur Verfügung. Dort sind keine anonymen Bestattungen vorgesehen: Jedes Grab hat eine eigene Steintafel, die individuell gestaltet werden kann. Ob am Fuße der übrigen Bäume ebenfalls Steinplatten zum Einsatz kommen, ist noch offen: Denkbar ist zum Beispiel auch, dort eine Basaltsäule mit Namentafeln zu platzieren.

Immer weniger Menschen wollen 20 Jahre lang
ein Grab pflegen.
Walter Strunk
Daadener Stadtbürgermeister

Sanierung der Friedhofshalle

Der nächste Schritt auf dem Weg zu einem zeitgemäßen Friedhof soll im Frühling getan werden: Dann wird die Friedhofshalle saniert, inklusive einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Und alles andere wird wachsen – bedarfsgerecht, betont Strunk.

Dass bei der Neukonzeptionierung vorausschauend geplant worden ist, lässt sich an einem ungewöhnlichen Detail erkennen: Im unteren Teil des Friedhofs gibt es einige Flächen, die vorerst freibleiben – die Planer von Weiher haben hier für den Fall von Epidemien oder Pandemien vorgesorgt. Und das nicht etwa unter dem Eindruck von Covid-19, sondern bereits bei der Erstellung des Friedhofskonzepts vor fünf Jahren.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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