Niederdreisbachs Etat ausgeglichen

Trotzdem »von vielen Unwägbarkeiten geprägt« / Steuerkraft liegt über dem Schnitt

AUR Niederdreisbach. In Einnahme und Ausgabe ausgeglichen ist der vom Ortsgemeinderat Niederdreisbach jetzt einstimmig verabschiedete Haushaltsplan für 2003. Ortsbürgermeister Rudolf Ermert beließ es bei der Vorlage des Zahlenwerks, das zuvor im Haupt- und Finanzausschuss vorberaten worden war, bei einigen grundsätzlichen Anmerkungen. Obwohl der Plan sich ausgeglichen darstelle, sei er »von vielen Unwägbarkeiten geprägt«. Die Steuerhebesätze habe man gegenüber dem Vorjahr unverändert gelassen. Eine freie Finanzspitze habe Niederdreisbach auch in 2003 nicht aufzuweisen. Der Rücklage – derzeit noch mit einem Bestand von 171000 Euro – werde man nach dem Plan in 2003 142000 Euro entnehmen müssen.

Ermert nannte dann die aufzubringenden Umlagen. Rund 235000 Euro zahlt Niederdreisbach an den Kreis. 201950 Euro beträgt die Verbandsgemeinde-Umlage. An Gewerbesteuer-Umlage sind 103000 Euro abzuführen. Die Umlagen insgesamt seien höher als die zu erwartende Gewerbesteuer von 300000 Euro. Der Schuldenstand werde Ende 2003 174000 Euro betragen. Neue Kredite seien nicht vorgesehen. Die Pro-Kopf-Verschuldung belaufe sich auf 172,55 Euro (bei einem Landesdurchschnitt von 246 Euro bei Gemeinden gleicher Größe). Ohne Aussprache – lediglich zu einigen Positionen gab es Rückfragen der Ratsmitglieder – segnete der Rat den Etat ab.

Hier nun Eckwerte aus dem Zahlenwerk: Verwaltungshaushalt Einnahmen und Ausgaben je: 1123270 Euro. Vermögenshaushalt je: 217950 Euro. Das Gesamtvolumen des Etats verringert sich gegenüber dem Vorjahr um 232000 Euro (= – 14,7 Prozent). Trotz höherer Steuereinnahmen als im Vorjahr muss das »Paradies-Dorf« laufende Ausgaben teilweise aus der Rücklage bestreiten, obwohl eine steuerkraftbedingte Umlagen-Verminderung zu verzeichnen ist. Mehreinnahmen an Gewerbesteuer in Höhe von 138000 Euro und Einsparungen auf der Kostenseite haben im abgelaufenen Jahr dazu geführt, dass die vorgesehene Zuführung vom Vermögenshaushalt an den Verwaltungshaushalt von 143000 Euro nicht notwendig wurde.

Um 29 Prozent niedriger ist die Steuerkraftmesszahl (Berechnungsgrundlage für Umlagen und Schlüsselzuweisungen) gegenüber 2002. Mit 300000 Euro bleibt der Gewerbesteueransatz um 138000 Euro hinter dem Vorjahresaufkommen zurück. Auch der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer sinkt gegenüber 2002, und zwar um 6,1 Prozent. Wegen seiner überdurchschnittlichen Steuerkraft erhält Niederdreisbach keine Schlüsselzuweisungen vom Land.

Die Unterdeckung beim Kindergarten verringert sich deutlich und beruht im Wesentlichen auf geringeren Personalkosten. Die Grünflächenpflege lässt sich der schmucke Ort 26700 Euro kosten. Beim Dorfgemeinschaftshaus muss die Gemeinde rund 16500 Euro zuschießen (ohne Berücksichtigung der kalkulierbaren Kosten). Das Freibad hat eine Unterdeckung von 21500 Euro. Zurückgefahren um rund ein Drittel hat Niederdreisbach seine Investitionen. Gegenüber 2002 verringert sich das Investitionsvolumen um 106000 Euro. Schwerpunkte der Ausgaben im Vermögenshaushalt bilden folgende Vorhaben: Geräteerneuerung auf den drei Kinderspielplätzen 6000 Euro, neue Tische und Stühle für die Grillhütte einschließlich Böschungsabstützung am Vorplatz 10000 Euro, Planungskosten für »Fortsetzung Neue Hoffnung« 5000 Euro, Böschungsbefestigung und Wegepflasterung auf dem Friedhof 6400 Euro, Neubau einer Teilstraße der Straße im Gewerbegebiet »Alter Weg« 45000 Euro, Dachneueindeckung am ehemaligen Lehrerwohnhaus 20000 Euro.

Für den Straßenbau am »Alten Weg« wird die Ortsgemeinde eine öffentliche Ausschreibung durchführen. Grund ist der Umfang der zu vergebenden Bauleistungen. Das gleiche Verfahren wendet Niederdreisbach bei der Dacherneuerung am Lehrerwohnhaus an. Dagegen entschied sich der Rat für eine beschränkte Ausschreibung der Außenanstricharbeiten am ehemaligen Lehrerwohnhaus. Die zur Angebotsabgabe aufzufordernden Handwerksbetriebe legte der Rat im nichtöffentlichen Teil der Sitzung fest. Vergeben wurden die Arbeiten am Friedhof (Böschungsbefestigung mit so genannten L-Scheiben und Wegepflasterung auf dem oberen Gräberfeld) an einen ortsansässigen Unternehmer (Kosten rund 5500 Euro).

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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