Ortsbürgermeister Stein tritt nicht mehr an

Ende einer kleinen Ära in Weitefeld:

Nach der Wahl ist Schluss: Lieber zu früh als zu spät

damo Weitefeld. Es ist kalt in Weitefeld: Laut einem landesplanerischen Gutachten gibt es dort jährlich 170 frostfreie Tage. Im Umkehrschluss heißt das: An 195 Tagen geht der Weitefelder morgens vor die Tür, hält die Nase in den Wind, holt im Haus die Wintermütze und beginnt, sein Auto frei zu kratzen. Es ist kalt in Weitefeld, bitterkalt. Das aber ist nicht der Grund dafür, dass Ortsbürgermeister Hartmut Stein bei der Kommunalwahl im Juni nicht mehr antritt. Aber wenig erwärmend für den sozialdemokratischen Ortsverein: Noch ist kein Nachfolger in Sicht.

Hartmut Stein hat das Amt des Ortsbürgermeisters in Weitefeld seit 1990 bekleidet – und wer sich die Strukturen der Gemeinde vor Augen führt, wird erkennen: Es war viel Arbeit. Kindergarten, Sportplatz, sogar die Grundschule stehen in Trägerschaft der Ortsgemeinde, die zudem an Einwohnern nicht gerade klein ist. Und wenn man dann noch auf Ergebnisse der Kommunalpolitik der Ortsgemeinde zurückblickt, lässt sich Steins Arbeitsaufwand im Ehrenamt des Ortsbürgermeisters ermessen: So fällt neben vielen Arbeiten an Schule, Kindergarten, Sport- und Spielplätzen auch die Dorferneuerung in seine Amtszeit; ferner hat Weitefeld die strukturellen Rahmenbedingungen für die Gewerbeansiedlung weiter ausbauen können.

»Dieses Ehrenamt ist eine enorme Belastung«, blickt Stein im Gespräch mit der SZ zurück – und betont zugleich, dass ihm diese Anforderungen nicht über den Kopf gewachsen sind. Aber: 14 Jahre reichen ihm offenbar, zumal der 58-Jährige im Hauptberuf als Abteilungsleiter bei der Kreisverwaltung arbeitet. Außerdem: Es sei besser, rechtzeitig zu gehen, als zu warten, bis man dazu aufgefordert wird.

Seine Entscheidung sei lange gereift und stehe fest, selbst wenn er nicht »nur mit einem lachenden, sondern auch einem weinenden Auge« gehen werde. »Wir haben im Rat, in der Fraktion und im SPD-Ortsverein ein ausgesprochen gutes Klima«, sagt Stein. Trotzdem wird er sich komplett aus der Ratsarbeit zurückziehen, also auch nicht als »normales« Mitglied zur Wahl stehen.

Diese Lücke wird leichter zu füllen sein als die des Ortsbürgermeisters – ein Problem, mit dem sich jetzt der SPD-Ortsverein beschäftigen muss. Die SZ erreichte gestern Abend Dora Reuss, die als 1. Beigeordnete der Ortsgemeinde und Vorstandsmitglied des SPD-Ortsvereins ihr Bedauern über Steins Entscheidung ausdrückte: »Dass er nicht wieder kandidiert, tut uns allen sehr Leid. Auch wenn wir seine Entscheidung respektieren, bedauert sie jeder im Dorf. Für die Ortsgemeinde ist das ein herber Verlust.« Noch sei kein Kandidat für die Nachfolge gefunden, sagte Reuss. Zumindest Stein zeigte sich optimistisch: »Da wird sicher ein guter Kandidat gefunden.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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