Retter müssen Hand in Hand arbeiten

Katastrophenhelfer trafen sich zum Gedankenaustausch / Großübung geplant

rai Daaden. Die Flugzeugkatastrophe am Bodensee ist nur ein Beispiel dafür, dass unterschiedliche Rettungsorganisationen und Katastrophenhelfer schnell Hand in Hand arbeiten müssen: Um im Landkreis Altenkirchen für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, trafen sich gestern der Kreisbeigeordnete Ottmar Haardt sowie Vertreter von Polizei, DRK, Feuerwehr und THW auf dem Truppenübungsplatz Stegskopf. Dort wurden die Teilnehmer vom Kommandanten Theo Spelsberg begrüßt.

Zunächst berichtete Erik Hölper, DRK-Hauptbeauftragter für Katastrophenschutz, von der DRK-Großübung auf dem Areal (die SZ berichtete). Die Initiative zu dem gestrigen Treffen unter Einbeziehung der Bundeswehr sei von Bürgermeister Wolfgang Schneider angeregt worden, berichtete Spelsberg.

Im Falle einer Katastrophe stehe die Einrichtung mit Mann und Gerät bereit, um die weiteren Rettungsorganisationen zu unterstützen. Neben einer Unterkunftskapazität von weit über 1000 Personen gibt es auf dem Gelände auch eine Berufsfeuerwehr, die sich auch in der Umgebung außerhalb des Truppenübungsplatzes auskenne, betonte er. Bei Katastrophen und Unglücken könnten zudem auch stationierte Großgeräte wie Gabelstapler und Radlader eingesetzt werden. Daneben verfügt der Übungsplatz über Fachpersonal, beispielsweise Feuerwerker, die Briefbomben erkennen und versteckte Ladungen untersuchen könnten, berichtete Spelsberg.

Auf einmütige Zustimmung traf Spelsbergs Vorschlag, bereits vor Jahren absolvierte Katastrophenübungen auf dem Übungsplatz wieder aufzunehmen und weiterzuentwickeln. Das weiträumige Gelände würde sich nicht zuletzt bei Übungen mit Pyrotechnik eignen. Aber auch außerhalb des Areals solle geübt werden, forderte der Kommandant. Bestehende Notfallpläne zu überprüfen und zu verknüpfen sowie das Erarbeiten und ständige Weiterentwickeln praxistauglicher Führungs- und Verbindungssysteme nannte er als Ziele. Der Schwerpunkt von gemeinsamen Großübungen soll also im Führungs- und Koordinierungsbereich liegen. »Da ist noch vieles im Argen«, meinte Kreisfeuerwehrinspekteur Eckhard Müller. Auch für ihn stand fest, dass es sich um eine nicht angekündigte Übung handeln sollte, möglicherweise nachts. Noch einen Schritt weiter ging der Vorschlag von DRK-Kreisbereitschaftsleiter Peter Tritz, der forderte, dass ein Externer das Szenario austüfteln solle. »Dann können Mängel besser aufgedeckt werden«, ergänzte Spelsberg. »Chaos wird es bei einer Katastrophe immer geben«, sagte Tritz weiter.

Ein großer Vorteil sei es jedoch, dass sich die Rettungsorganisationen im Kreis inzwischen gut kennen würden. »Wir nutzen gerne Ihr Angebot«, sagte Kreisbeigeordneter Ottmar Haardt in Richtung Spelsberg. Einsatzpläne, so Haardt weiter, seien bereits vorhanden. Es sei auch wichtig, dass in Alarmpläne private Telefon-Nummern aller Führungskräfte aufgenommen würden.

Bei einer Katastrophe liege die Einsatzleitung zunächst bei den örtlichen Kräften (Bürgermeister), berichtete Haardt. Parallel dazu werde bereits der Landrat informiert, der ab der »Stufe Fünf« mit seinem Stab die Leitung übernehme. Dass es bei Großunglücken zunächst chaotische Zustände geben werde, meinte auch Karl Kipping, Leiter der Polizeiinspektion Altenkirchen. Deshalb müssten im Vorfeld strukturierte Pläne erarbeitet werden, um alles in geordnete Bahnen zu lenken.

Eine solche Übung könnte nach Spelsbergs Vorschlag zunächst auf Kreisebene bereits im kommenden Jahr stattfinden. Danach könne man auch die umliegenden Kreise, das heißt auch länderübergreifend, in ein fiktives Übungsszenario mit einbinden. »Fehler erkennen und beim nächsten Mal definitiv ausmerzen«, dass sei wichtig, betonte Spelsberg. Nachdem die Vertreter der Gruppierungen Anregungen und Vorschläge intern beraten haben, soll im Herbst das nächste Treffen stattfinden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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