SZ

Angespannte Lage in Westerwälder Skigebieten
Schnee löst Blechlawinen aus

Rund um Stein-Neukirch liegen 15 Zentimeter Schnee – und so wird das 400-Seelen-Dorf von Tagesgästen überrollt, was zu chaotischen Szenen bei der Parkplatzsuche und reichlich Betrieb auf den Skihängen führt.
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  • Rund um Stein-Neukirch liegen 15 Zentimeter Schnee – und so wird das 400-Seelen-Dorf von Tagesgästen überrollt, was zu chaotischen Szenen bei der Parkplatzsuche und reichlich Betrieb auf den Skihängen führt.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

damo Stein-Neukirch/Emmerzhausen. Von den chaotischen Zuständen in Winterberg und am Fahlenscheid sind die Skigebiete des Westerwalds noch ein gutes Stück entfernt – aber auch rund um den Stegskopf und die Fuchskaute lockt der Schnee mehr Tagestouristen an, als den Akteuren vor Ort lieb ist. Insbesondere in Stein-Neukirch hat der Ortsbürgermeister ein paar stressige Tage hinter sich.
„Ich hatte Urlaub, aber jetzt bin ich froh, dass ich wieder im Dienst bin“, sagt Daniel Haas – schließlich gibt er den Ortschef lediglich im Ehrenamt, und dafür waren die vergangenen Tage ganz schön stressig. „Das war extrem“, blickt er auf den Ansturm der „Schnee-Touris“ zurück. „Ich habe in den letzten Tagen eigentlich nichts anderes gemacht, als mich mit Polizei und Ordnungsamt abzustimmen.

damo Stein-Neukirch/Emmerzhausen. Von den chaotischen Zuständen in Winterberg und am Fahlenscheid sind die Skigebiete des Westerwalds noch ein gutes Stück entfernt – aber auch rund um den Stegskopf und die Fuchskaute lockt der Schnee mehr Tagestouristen an, als den Akteuren vor Ort lieb ist. Insbesondere in Stein-Neukirch hat der Ortsbürgermeister ein paar stressige Tage hinter sich.
„Ich hatte Urlaub, aber jetzt bin ich froh, dass ich wieder im Dienst bin“, sagt Daniel Haas – schließlich gibt er den Ortschef lediglich im Ehrenamt, und dafür waren die vergangenen Tage ganz schön stressig. „Das war extrem“, blickt er auf den Ansturm der „Schnee-Touris“ zurück. „Ich habe in den letzten Tagen eigentlich nichts anderes gemacht, als mich mit Polizei und Ordnungsamt abzustimmen.“

Stein-Neukirch platzte aus allen Nähten

Denn das größte Problem waren die Parkplätze: Stein-Neukirch mit seinen rund 400 Einwohnern ist in der Zeit zwischen den Jahren schlicht und ergreifend aus allen Nähen geplatzt. „Da mussten wir eingreifen, damit das Dorf nicht untergeht.“ Aber wie? Zuerst wurde die Zufahrt zum Skilift gesperrt – mit dem Ergebnis, dass „im ganzen Dorf Land unter war“. Überall haben die Ausflügler geparkt – und bei Daniel Haas lief das Telefon heiß. Anwohner haben sich über die Flut der Autos aus dem Ruhrgebiet, dem Rheinland und dem Großraum Frankfurt beschwert, der Schneepflug kam nicht mehr durch, und Rettungswege waren versperrt. 
Natürlich hält sich Stein-Neukirch an die Corona-Regeln: Die Snowtube-Anlage ist genauso geschlossen wie der Skilift und die gesamte Gastronomie. „Wir wollen natürlich keine Anziehungspunkte bilden“, sagt Haas. Und so sind zumindest die rudimentären Infektionsschutz-Regeln weitgehend eingehalten worden, meint Haas: „Das ist nach meiner Wahrnehmung ganz gut gelaufen. Die Leute waren so schlau, auf andere Hänge auszuweichen, wenn’s irgendwo überlaufen war.“

„Ganz bewusst keine Loipen gespurt“

Das trifft offenbar auch auf Bad Marienberg zu. Yvonne Höller von der Tourist-Info bescheinigt den Tagesgästen, dass sie selbst ganz gut darauf geachtet hätten, große Ansammlungen zu vermeiden. Aber auch sie spricht vom Parkchaos, obwohl die Gemeinde praktisch alles runtergefahren habe, um in diesen Tagen nicht noch zusätzlich an Attraktivität zu gewinnen. „Wir haben diesmal ganz bewusst keine Loipen gespurt.“ Aber 15 Zentimeter Schnee reichen offenbar schon, um Blechlawinen in Gang zu setzen.

Entspanntere Lage am Stegskopf

Sowohl Yvonne Höller als auch Daniel Haas äußern im Gespräch mit der SZ auch Verständnis für die Gäste: „Die Kinder sind ja seit Weihnachten praktisch eingesperrt, und die Menschen müssen auf ihren Skiurlaub verzichten“, sagt Haas. „Man kann die Leute durchaus verstehen“, bekräftigt auch Höller. Aber beide appellieren trotzdem entschieden an die Vernunft: „Wenn die Gäste ankommen und sehen, dass alles voll ist, dann wäre es einfach besser, wieder umzudrehen“, meint die Touristikerin.
Spürbar entspannter waren die letzten Tage am Stegskopf, berichtet der Emmerzhäuser Ortsbürgermeister Hans Joachim Fries. „Ich habe noch nie so viele Menschen bei uns gesehen“, sagt er, stellt aber zugleich klar, dass am Fuße des Stegskopfs von Parkchaos oder Missachtung der Corona-Regeln nicht die Rede sein könne. „Die Zufahrtsstraße zum Stegskopf war die letzten Tage immer zugeparkt“, berichtet er, „aber wenn irgendwo mal zu viele Leute waren, sind sie auf verschiedene Hänge ausgewichen“.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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