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Gemeinde zieht die Reißleine
Seniorenresidenz ist vom Tisch

Vorerst bleibt diese Wiese eine Wiese: Die Pläne, in Weitefeld eine Seniorenresidenz mit mehr als 80 Pflegeappartements zu bauen, sind vom Tisch.
  • Vorerst bleibt diese Wiese eine Wiese: Die Pläne, in Weitefeld eine Seniorenresidenz mit mehr als 80 Pflegeappartements zu bauen, sind vom Tisch.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

damo Weitefeld. Am Ende war's eine Nummer zu groß: Auf diesen einfachen Nenner lässt sich das Thema "Seniorenresidenz" in Weitefeld bringen. Drei Gebäude mit jeweils drei Stockwerken, und das in zentraler Lage mitten im Dorf, waren einfach nicht das, was sich alle Weitefelder Einwohner gewünscht haben. Und so hat die Gemeinde frühzeitig die Reißleine gezogen. Erst vor wenigen Wochen war das Thema zum ersten Mal öffentlich diskutiert worden: Der Bauausschuss hatte sich mit den Plänen des Investors befasst. Bei der Sitzung Ende Januar war ein Konzept mit mehr als 80 Pflegeappartements auf den Tisch gekommen.

damo Weitefeld. Am Ende war's eine Nummer zu groß: Auf diesen einfachen Nenner lässt sich das Thema "Seniorenresidenz" in Weitefeld bringen. Drei Gebäude mit jeweils drei Stockwerken, und das in zentraler Lage mitten im Dorf, waren einfach nicht das, was sich alle Weitefelder Einwohner gewünscht haben. Und so hat die Gemeinde frühzeitig die Reißleine gezogen. Erst vor wenigen Wochen war das Thema zum ersten Mal öffentlich diskutiert worden: Der Bauausschuss hatte sich mit den Plänen des Investors befasst. Bei der Sitzung Ende Januar war ein Konzept mit mehr als 80 Pflegeappartements auf den Tisch gekommen.

Keine Seniorenresidenz in Weitefeld

Schon im Ausschuss hatte es kontroverse Diskussionen gegeben: Auf der einen Seite versucht die Gemeinde schon lange, ihren alten Mitbürgern die Chance zu geben, in ihrem Heimatort alt zu werden – auf der anderen Seite haben die bloßen Dimensionen der drei Gebäude Skepsis hervorgerufen. Und was im Bauausschuss noch ein moderates Gespräch war, hat kurze Zeit später deutlich an Wucht zugenommen: Im Ort ist Kritik laut geworden. Wenig überraschend haben dabei vor allem die Dimensionen der geplanten Immobilien im Mittelpunkt gestanden.

Anwohner sind kritisch

All das hat die Gemeinde natürlich nicht überhört. Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler berichtet auf Nachfrage der SZ, dass er in den vergangenen Wochen viele Gespräche zum Thema geführt habe. "Viele Anlieger sind auf mich zugekommen, und ich habe ihnen die ersten Skizzen und Vorentwürfe des Investors gezeigt", sagt Keßler. Und er macht auch kein Geheimnis daraus, dass er die Sorgen der Nachbarn nachvollziehen kann: "Klar: Die drei Gebäude sind schon eine Hausnummer."

Investor hielt an Plänen für Seniorenresidenz in Weitefeld fest

Genau das hat der Ortsbürgermeister auch in einigen Gesprächen mit dem Investor thematisiert. Allerdings: Ein Umdenken hat Keßler damit nicht erreicht – besser: nicht erreichen können. Denn der Investor ist nicht erst seit gestern auf dem Markt: Seit 40 Jahren betreibt das Unternehmen mit Sitz im rheinland-pfälzischen Schifferstadt Seniorenresidenzen – und dabei hat er ein klares Konzept entwickelt, das sich natürlich auf die Größe der Immobilien auswirkt. Die knapp 20 Seniorenheime sind allesamt drei- oder vierstöckig, und die inhaltliche Schwerpunktsetzung auf Pflegeappartements ist ebenfalls ein fester Bestandteil des Konzepts. Kein Wunder also, dass der Investor nicht von seinem Modell abweichen will: "Für ihn hätte sich eine abgespeckte Lösung wirtschaftlich nicht getragen", gibt Keßler das Fazit der Gespräche wieder.

Auch die Gemeinde konnte keinen Plan B aus der Tasche zaubern: "Es gab in Weitefeld keinen denkbaren Alternativstandort für das Projekt", stellt Keßler klar. Und so blieb am Ende die Erkenntnis: "Der Investor und die Gemeinde haben ihre Vorstellungen - und die haben nicht zusammengepasst." Das bedeutet: Das Projekt ist vom Tisch, die geplante Ratssitzung am 15. März fällt aus – schließlich gibt es jetzt keine Pläne mehr, die an diesem Abend der Weitefelder Bevölkerung vorgestellt werden könnten.

In Weitefeld fehlen seniorengerechte Wohnungen

Diese Entscheidung heißt freilich nicht, dass die Gemeinde das Thema "seniorengerechtes Wohnen" in der Schublade verschwinden lässt. Denn die Ausgangslage ist laut Keßler eindeutig: "Uns fehlt ein solches Angebot." Und das führe eben dazu, dass viele ältere Weitefelder auf ihre letzten Tage noch nach Langenbach oder in eine andere Gemeinde ziehen müssen. Das wiederum wollen nicht alle: "Ich habe in den letzten Wochen auch Anfragen aus dem Ort bekommen, ob man sich schon ein Pflegeappartement reservieren kann", berichtet der Ortsbürgermeister. "Es ist also nicht so, dass alle gegen den Bau gewesen wären." Daniel Montanus

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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