Neuste Ausgabe der "Daadetaler Geschichtsbriefe"
Spannendes Tagebuch einer Haustür

Ulrich Meyer (l.), Volker Rosenkranz und Marco Strunk (r., Volksbank Daaden) präsentierten die neue Ausgabe der „Daadetaler Geschichtsbriefe“.
  • Ulrich Meyer (l.), Volker Rosenkranz und Marco Strunk (r., Volksbank Daaden) präsentierten die neue Ausgabe der „Daadetaler Geschichtsbriefe“.
  • Foto: Nadine Buderath
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

nb Daaden. Viel hat sie zu erzählen, die schmucke Haustür am Kirchplatz Nummer 3 in Daaden. Von schrecklichen Kriegswirren und davon, wie die Pest im Jahr 1633 Einzug hielt. Aber auch Schönes konnte sie natürlich von ihrem „Stammsitz“ – „Pauscherts Haus“ – beobachten und hören: die spielenden Kinder oder den Klang der neuen Glocke, die 1659 ihren Platz im Kirchturm fand.

„Das Tagebuch einer alten Haustüre“ findet sich in der aktuellen Ausgabe der „Daadetaler Geschichtsbriefe“, die auf 60 Seiten wieder Geschichte und Geschichten versammelt. Der Arbeitskreis Heimatgeschichte Daadener Land ist dabei seinem Konzept treu geblieben, etwas leichtere, kurzweilige Texte neben profunde, tief gehende Artikel zu stellen. „Das kommt bei den Lesern gut an, diese Mischung“, so Vorsitzender Ulrich Meyer am Donnerstag bei der Vorstellung des 12. Jahrgangs – mit den Sondernnummern kommt man sogar auf 15 Hefte – der „Geschichtsbriefe.“ Aus seiner Feder stammt auch das „Haustürtagebuch“, eine mal etwas andere Art, Geschichte zu erzählen, die nicht nur bei jüngeren Lesern gut ankommen dürfte.

Immer für eine Überraschung gut

Mit bei der Vorstellung dabei war auch Volker Rosenkranz, der seit über zehn Jahren für die Zusammenstellung der Hefte verantwortlich ist. Er und Meyer sind sich einig: Auch nach all den Jahren im Arbeitskreis werden auch sie immer noch überrascht von noch nicht gesehenen Fotoschätzen oder noch nicht gehörten Geschichten. So wie dieses Mal die vom Basaltbähnchen „im Walde“ bei Weitefeld, die Klaus Weinbrenner aufgezeichnet hat.

Leser und Leserinnen erfahren, dass im Nationalsozialismus auf Schloss Friedewald Lehrer, die bereits länger im Dienst waren, in Lehrgängen gemäß der NS-Ideologie „umerzogen“ werden sollten. Es gibt einen Text über die aufwändige Bewässerung der Wiesen in der Gemarkung Emmerzhausen, um bessere Erträge zu erzielen, und über einen tragischen Arbeitsunfall auf der Grube „Glaskopf“ (Biersdorf) vor 100 Jahren. Gisbert Weber, ein ehemaliger Steiger, war hier allein schon aufgrund seines Wissens um die Bergmannssprache der perfekte Autor. Und auch einen Ausflug nach Herdorf gibt es: Artur Gotthardt zeichnet ein umfangreiches Bild vom Leben in Jahr 1921.

Die Ausgabe von vergangenem Jahr, so berichtet Volker Rosenkranz, war die bisher bestverkaufte, was sicher der bewegenden Geschichte der „Backesnelly“ geschuldet sei, die in Auszügen auch in der SZ erschien. So viel Resonanz, so viele neue Erkenntnisse hat es gegeben, dass Rosenkranz für den neuen „Geschichtsbrief“ einen weiteren Text über die Familie Lind geschrieben hat.

Bis in die USA verbreitet

Gestartet ist der Arbeitskreis anfangs mit 300 Exemplaren, doch rasch war klar: Das genügt nicht. Seit vielen Jahren erscheinen die „Daadetaler Geschichtsbriefe“ deshalb in einer Auflage von 500 Stück, von denen sogar Exemplare in die USA gehen. Rosenkranz und Meyer dankten bei der Vorstellung der Volksbank Daaden für die großzügige Unterstützung.

Im Übrigen wird es bald ein neues Sonderheft geben, das sich mit der Geschichte der Zwangsarbeiter im Daadetal beschäftigt. Die reguläre neueste Ausgabe der „Geschichtsbriefe“ gibt es bei den Mitgliedern des Arbeitskreises und bei folgenden Stellen: Poststellen in Daaden, Weitefeld und Herdorf, Bürotechnik Jung Daaden, Rewe Biersdorf, Tankstellen in Friedewald und Weitefeld, Zeynos Dorfladen (Derschen) und Buchhandlung Mankelmuth in Betzdorf.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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