»Sport treiben ohne Gefahr«

»Rat für Kriminalitätsvorbeugung« will Sportler vor Straftaten schützen

sz Daaden. Mit dem Schwerpunktthema »Kriminalitätsvorbeugung beim Sport« beschäftigte sich jetzt der »Rat für Kriminalitätsvorbeugung der Verbandsgemeinde Daaden«. Bürgermeister Wolfgang Schneider begrüßte die beiden Fachreferenten der Kriminaldirektion Koblenz, Michaela Leyendecker und Jürgen Quirnbach, zur Sitzung im Daadener Rathaus.

Wegen zweier Morde an Sport treibenden Frauen im Kreis Mayen-Koblenz hatte die Verwaltung das Schwerpunktthema »Sport treiben ohne Gefahr?« für den diesjährigen Workshop ausgewählt. »Unabhängig von Alter, Aussehen und Kleidung können Frauen auch beim Sport im Freien Opfer von Gewalttaten werden. Die Polizei kann ihnen zwar keine Patentlösung bieten, dafür aber wichtige Informationen, wie sie sich besser schützen können«, meinte Schneider.

Alarmgerät beim Sport mitführen

Ein zentraler Ratschlag war, für sportliche Aktivitäten eine Begleitung zu suchen und sich mit Freunden oder Bekannten zu verabreden. Es sollte jemand über Ort und Dauer der Aktivität informiert werden. »Es ist sinnvoll, bei Freizeitaktivitäten ein Handy mitzunehmen, um im Notfall Hilfe zu rufen. Auch akustische Alarmgeräte oder Pfefferspray (laut Gesetz muss jedoch Tierabwehrspray auf der Spraydose stehen) sollte man griffbereit bei sich haben«, führte Kriminalhauptkommissar Quirnbach aus.

Ein möglicherweise lebensrettender Tipp von Quirnbach betraf den Handy-Notruf: Durch die Wahl der Nummer (0800) 6683663 kann man von den Netzbetreibern den eigenen Standort feststellen lassen und so Rettungsdienste alarmieren. Michaela Leyendecker appellierte: »Besuchen sie einen Selbstverteidigungskurs und spielen sie hin und wieder in Gedanken durch, wie sie sich im Notfall verhalten würden. Merken sie sich verdächtige Autos und melden sie auffällige Personen der nächsten Polizeidienststelle.«

Früh wehren – größere Chancen

Im Notfall solle man zunächst eine selbstbewusste Körperhaltung einnehmen und so früh wie möglich reagieren. »Schreien sie laut um Hilfe. Das gibt Mut und Entschlossenheit und macht andere auf ihre Situation aufmerksam,« betonte Michaela Leyendecker. Ob man sich jedoch wehrt oder nicht, müsse jeder für sich selbst entscheiden. »Denn Gegenwehr kann in Einzelfällen die Aggression der Täter steigern,« so das Fazit. Wichtig für die Polizei ist, dass Strafanzeige erstattet wird.

Lagebericht zur Kriminalität

Franz Orthen, Leiter der Kripo in Betzdorf, gab gemeinsam mit Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Franke einen aktuellen Lagebericht zur Kriminalität in der Verbandsgemeinde Daaden. Die Gesamtzahl der Straftaten hat sich mit knapp 500 Einzeldelikten gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Schwerpunkt bilden weiterhin Diebstähle (ca. 175 Delikte) sowie Vermögensdelikte und Betrügereien (94 Fälle). Gestiegen ist auch die Rauschgiftkriminalität, die jedoch im Verhältnis zu anderen Regionen immer noch einen verhältnismäßig geringen Anteil ausmacht. »Die so genannte Häufigkeitsziffer von Straftaten in der Verbandsgemeinde Daaden ist sowohl kreisweit als auch im Vergleich zu Bund und Land relativ niedrig«, so der Kripochef. Sorgen bereite der Kriminalpolizei aber derzeit sowohl eine Serie von Fahrzeugaufbrüchen als auch mehrere ungeklärte Brandstiftungen in der Verbandsgemeinde.

So wurden Anfang Februar in Daaden zwei Pkw in einer Garage in Brand gesteckt und wenige Wochen später in unmittelbarer Nähe ein Traktor mit Anhänger angezündet. »Bei einem Waldbrand nahe der Derscher Fichten wurden außerdem rund 30000 Quadratmeter Wald vernichtet. Auch hier wird Brandstiftung vermutet. Die Ermittlungen laufen derzeit auf Hochtouren; wir sind jedoch dringend auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen«, so Orthen.

Aktivitäten für 2005 festgelegt

Durch das Gremium wurde festgelegt, dass Sportvereine, Sportstudios und alle Sport treibenden Einzelpersonen in diesem Jahr zu einem öffentlichen Vortrag zum Thema »Gefahren beim Sport« eingeladen werden sollen. Der »Rat für Kriminalitätsvorbeugung« wird gemeinsam mit VdK und AWo eine spezielle Veranstaltung für Senioren anbieten. Weitere Aktivitäten in Schulen und Jugendgruppen sind ebenfalls ins Auge gefasst und werden im Laufe des Jahres realisiert. Weitere Informationen erteilt die Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Koblenz, Tel. (0261) 1032860.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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