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Stegskopf Emmerzhausen
Streithähne sollen an einen Tisch kommen

Die Zukunft des Stegskopfes ist derzeit völlig offen. Seit Jahren konkurrieren verschiedene Interessen und Nutzungskonzepte miteinander. Für eine Mediation sollen nun erst einmal die Voraussetzungen geklärt werden.
  • Die Zukunft des Stegskopfes ist derzeit völlig offen. Seit Jahren konkurrieren verschiedene Interessen und Nutzungskonzepte miteinander. Für eine Mediation sollen nun erst einmal die Voraussetzungen geklärt werden.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

thor Kreis Altenkirchen. Es ist ein ambitioniertes Vorhaben, ein sehr ambitioniertes Vorhaben: Alle Beteiligten bei den Planungen um die Zukunft des Stegskopfes an einen Tisch zu bringen, gleicht zum jetzigen Zeitpunkt dem Bestreben, eine Fusion von Borussia Dortmund und Schalke 04 zu erreichen. Und doch soll zumindest der Versuch unternommen werden – in Form einer Mediation. Darüber hat am Montag Abend erstmals der Kreisausschuss beraten.

Beantragt

thor Kreis Altenkirchen. Es ist ein ambitioniertes Vorhaben, ein sehr ambitioniertes Vorhaben: Alle Beteiligten bei den Planungen um die Zukunft des Stegskopfes an einen Tisch zu bringen, gleicht zum jetzigen Zeitpunkt dem Bestreben, eine Fusion von Borussia Dortmund und Schalke 04 zu erreichen. Und doch soll zumindest der Versuch unternommen werden – in Form einer Mediation. Darüber hat am Montag Abend erstmals der Kreisausschuss beraten.

Beantragt hat das Verfahren die CDU-Fraktion. Dabei hatte Justus Brühl die undankbare Aufgabe, an Stelle des verstorbenen Maik Köhler den Antrag näher zu erläutern – es war die erste Sitzung eines Gremiums nach dem Tod des Mudersbacher Bürgermeisters. Der öffentliche Teil der per YouTube übertragenen Sitzung hatte mit einem Gedenken und einigen würdigen Sätzen von Landrat Dr. Peter Enders begonnen.

Eine Mediation für den Stegskopf

Die Idee zur Mediation stammt vom CDU-Kreisvorsitzenden Michael Wäschenbach. Brühl erinnerte nochmals an die „komplizierte Gemengelage“ am Stegskopf. Dieser sei ein Juwel, „allerdings passiert da nichts“. Es werde Zeit verloren, und es drohe die Gefahr, ein Stück Attraktivität einzubüßen. Vor allem aber: „Wir lassen dort Chancen liegen“, so Brühl. „Wir könnten Pionierarbeit leisten, indem wir das Verfahren anstoßen.“
Natürlich könne man im Verfahren auf Bauleitpläne setzen, doch damit drohten fast zwangsläufig Klagen – verbunden mit weiterem Zeitverlust. Die Fronten seien aber nun mal verhärtet, so der Christdemokrat: „Deshalb ist eine Mediation besser als das Baugesetzbuch.“ Die Devise müsse nach Ansicht der CDU lauten: „Kooperation statt Konfrontation.“ Wichtig aber sei, dass bei einer Mediation keine „Spielchen“ getrieben würden, meinte Brühl.

Grüne sehen kaum Chancen auf Erfolg

Und da setzte auch sofort Andreas Hundhausen (SPD) an, indem er auf die Naturschutzinitiative und die Ortsgemeinde Emmerzhausen als wichtigste Protagonisten verwies. Wenn die nicht mitmachten und bereit seien, das Ergebnis zu akzeptieren, koste das Verfahren nur Geld und Nerven. Justus Brühl berichtete von Vorgesprächen mit beiden „Parteien“, dabei habe es weder eine Zu- noch Absage gegeben.
Bernd Becker (SPD) brachte das Klimaschutzkonzept des Kreises ins Spiel und damit die Windkraft. Um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen, bedürfe es eigentlich 100 bis 120 Windräder im Kreis. Fraktionskollege Heijo Höfer wertete das als wichtigen Aspekt, machte aber gleichzeitig darauf aufmerksam: „Es macht keinen Sinn, mit Harry Neumann über irgend etwas zu sprechen, wenn das Thema Windkraft nicht Gegenstand ist.“ Der NI-Vorsitzende lehnt diese Nutzung am Stegskopf bislang kategorisch ab. Und so sah Anne Neuhof (Bündnisgrüne) kaum Chancen für eine erfolgreiche Mediation, zumal der Kreis nicht direkt Beteiligter sei. Auch der Klimaschutz werde die Sache nicht beschleunigen.
„Wenn sich alle einig wären, gäbe es keine Mediation“, betonte Dr. Josef Rosenbauer (CDU). Seiner Meinung nach sollte der Kreis einen „Stein ins Wasser schmeißen“, um ein Angebot zu schaffen. Hier gehe es letztlich auch um eine Entwicklung, die den gesamten Kreis voranbringen. Auf Vorschlag von Rosenbauer sollen in der nächsten Sitzung zunächst Mediatoren gehört werden, um auszuloten, wie man zerstrittene Parteien an einen Tisch bekommt.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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