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Neue Wanderwege auf dem Stegskopf erschließen
Suche nach militärischen Altlasten

Mindestens vier Wochen lang wird eine Fachfirma auf dem Stegskopf nach militärischen Altlasten suchen. Findet sie nichts, können weitere Wege freigegeben werden.
  • Mindestens vier Wochen lang wird eine Fachfirma auf dem Stegskopf nach militärischen Altlasten suchen. Findet sie nichts, können weitere Wege freigegeben werden.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

damo Emmerzhausen. Die ersten Geschosshülsen haben die Männer schon beim Fotoshooting ausgebuddelt – und doch herrschte am Mittwoch beim Pressetermin auf dem Stegskopf eine optimistische Stimmung: Behalten die Akteure Recht, dann dürfte das unsäglich lange Ringen um ein paar frei zugängliche Wege bald vorbei sein. Dann wird – vielleicht im kommenden Frühjahr – endlich eine Nord-Süd-Querung zur Verfügung stehen. „Damit gelangen die Menschen ins Herz der Fläche“, sagt DBU-Pressesprecherin Katja Behrendt.
Mit der Sonde auf dem StegskopfSeit Montag ist eine Fachfirma, die beinahe von der polnischen Grenze angerückt ist, auf den Naturerbe-Flächen im Einsatz: Ihr Job in den kommenden Wochen ist es, knapp 30 Testfelder auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz unter die Sonde zu nehmen.

damo Emmerzhausen. Die ersten Geschosshülsen haben die Männer schon beim Fotoshooting ausgebuddelt – und doch herrschte am Mittwoch beim Pressetermin auf dem Stegskopf eine optimistische Stimmung: Behalten die Akteure Recht, dann dürfte das unsäglich lange Ringen um ein paar frei zugängliche Wege bald vorbei sein. Dann wird – vielleicht im kommenden Frühjahr – endlich eine Nord-Süd-Querung zur Verfügung stehen. „Damit gelangen die Menschen ins Herz der Fläche“, sagt DBU-Pressesprecherin Katja Behrendt.

Mit der Sonde auf dem Stegskopf

Seit Montag ist eine Fachfirma, die beinahe von der polnischen Grenze angerückt ist, auf den Naturerbe-Flächen im Einsatz: Ihr Job in den kommenden Wochen ist es, knapp 30 Testfelder auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz unter die Sonde zu nehmen. Noch haben die Männer mit der eigentlichen Suche nicht begonnen: „Wir sind noch dabei, uns mit den Örtlichkeiten vertraut zu machen“, sagte der Chef der Fachfirma, Lars Hinderlich. Nur für’s Foto haben seine Mitarbeiter schon mal die Sonde piepsen lassen und den Spaten geschwungen. Und außer einer Cola-Dose und der Hülse eines Übungsgeschosses haben sie nur eines ausgebuddelt: ein altes Hufeisen. Vielleicht bringt’s ja Glück.
Gerhard Schmidt jedenfalls wäre nicht allzu überrascht, wenn alles glatt liefe. Der ehemalige Kommandant kennt den Truppenübungsplatz aus dem Effeff, und jetzt ist er als Projektleiter der Sondierung wieder an seiner alten Wirkungsstätte im Einsatz. „Ich bin mehr als optimistisch, dass wir nichts Nennenswertes finden werden“, sagte er im Gespräch mit der SZ.

Noch gilt Betretungsverbot

Dennoch werden die Testfelder in den kommenden Wochen akribisch untersucht. Jeder Fund wird dokumentiert, und am Ende landen die Ergebnisse der Sondierung in Hannover beim Niedersächsischen Landesamt für Bau und Liegenschaften: Dort, in der Leitstelle des Bundes für Kampfmittelräumung, wird sich entscheiden, ob endlich weitere Wege auf dem Stegskopf freigegeben werden können. Denn noch immer greift das Betretungsverbot, das die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) verhängt hat. Und die Trierer Behörde hat es klar formuliert: Sie wird erst dann einer Freigabe von Wegen zustimmen, wenn die entsprechende Fachbehörde grünes Licht gegeben hat. Und das ist besagte Leitstelle.
Solange die ADD am Betretungsverbot festhält, sind auch der DBU Naturerbe GmbH als Besitzerin der Fläche die Hände gebunden. Das rief am Mittwoch noch einmal der Justiziar der DBU, Marius Keite, ins Gedächtnis. Er ließ anklingen, dass viele, viele Vorgespräche mit allen Akteuren notwendig waren, um überhaupt einen gangbaren Weg der Sondierung auszuloten. Zwischenzeitlich sah es so aus, als würde die DBU flächendeckend untersuchen müssen, ob noch militärische Altlasten im Erdreich schlummern. Problem dabei: „Sondierung wird nach Quadratmeter bezahlt“, verdeutlichte Keite. Jetzt, da die ADD zugestimmt hat, dass nur noch 5 Prozent der Fläche gecheckt werden müssen, geht die DBU von etwa 50.000 Euro Kosten aus. Hätte sie die Wege in Gänze untersuchen müssen, wäre wohl die Millionen-Grenze geknackt worden. „Und diese Kosten wären einfach nicht vertretbar gewesen“, meint Keite.

Hoffentlich kein gefähtlicher Fund

Nun also wird nur jeder 20. Quadratmeter entlang der beiden Wege geprüft. „Das entspricht den Richtlinien“, sagte Keite und verwies darauf, dass möglichst repräsentative Flächen untersucht würden. Er betonte auch, dass die Sondierung in enger Abstimmung mit der ADD und der Leitstelle vollzogen werde.
„Jetzt hoffen wir, dass nichts Gefährliches gefunden wird“, bilanzierte der Justiziar. Denn dann könne die Leitstelle die Empfehlung aussprechen, die beiden zusätzlichen Wege freizugeben. Und dann werde auch die ADD mitspielen: „Das ist uns schriftlich gegeben worden.“
Neben der Sondierung spielen natürlich auch naturschutzfachliche Aspekte eine Rolle – die DBU weiß um den ökologischen Wert des Stegskopfs, und so ist ihr nicht daran gelegen, dass die Spaziergänger quer durchs Geschwämm stapfen. Aber das wird auch nicht passieren, wenn die beiden neue Wege freigegeben werden.

Neue Wanderwege erschließen

Der eine erschließt den westlichen Teil des Geländes: Es handelt sich um einen asphaltierten Weg vom alten Bahndamm nach Langenbach. Der zweite führt von Hof nach Derschen – mit seiner Freigabe wäre es möglich, den Stegskopf von Nord nach Süd zu durchwandern, ohne eine Ordnungswidrigkeit zu begehen. „Dort kann man das typische Offenland des Stegskopfs erleben, und man hat einen Einblick ins Geschwämm“, verdeutlichte Bundesförster Christof Hast. Beide Wege sind zusammen neun Kilometer lang; mit den bereits zugänglichen Passagen auf dem Höllkopf und den beiden Platzrandstraßen würden insgesamt rund 40 Kilometer zum Wandern und Radfahrer zur Verfügung stehen.
Noch aber ist ein bisschen Geduld nötig – in diesem Jahr wird’s nichts mehr mit der Freigabe der Wege, ließ Keite durchblicken: „Uns geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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