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Ein Bewerber fürs Paradiesdorf
Udo Bender will Ortsbürgermeister werden

Udo Bender wird sich am 27. Oktober in Niederdreisbach zur Wahl stellen.  Foto: damo
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damo Niederdreisbach. Gute drei Monate sind seit der Kommunalwahl ins Land gegangen, aber noch immer stehen ein paar Entscheidungen aus. Nachdem am Sonntag die Mudersbacher endlich ihren Rat gewählt haben, beschränken sich die Lücken im Oberkreis auf die Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf: Dort sind noch zwei Chefsessel in den Gemeindehäusern zu besetzen. Und zumindest in einem Fall zeichnet sich eine Lösung ab: Während in Emmerzhausen noch kein Kandidat den Hut in den Ring geworfen hat, wird sich Udo Bender in Niederdreisbach zur Wahl stellen.

Schon seit einigen Tagen kursiert Benders Name als Gerücht im Paradiesdorf – Grund genug für die SZ, beim Kandidaten selbst nachzuhören. Und: Jawohl, der 51-Jährige will antreten.

damo Niederdreisbach. Gute drei Monate sind seit der Kommunalwahl ins Land gegangen, aber noch immer stehen ein paar Entscheidungen aus. Nachdem am Sonntag die Mudersbacher endlich ihren Rat gewählt haben, beschränken sich die Lücken im Oberkreis auf die Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf: Dort sind noch zwei Chefsessel in den Gemeindehäusern zu besetzen. Und zumindest in einem Fall zeichnet sich eine Lösung ab: Während in Emmerzhausen noch kein Kandidat den Hut in den Ring geworfen hat, wird sich Udo Bender in Niederdreisbach zur Wahl stellen.

Schon seit einigen Tagen kursiert Benders Name als Gerücht im Paradiesdorf – Grund genug für die SZ, beim Kandidaten selbst nachzuhören. Und: Jawohl, der 51-Jährige will antreten.

Ihm ging es nach der Wahl wie wahrscheinlich dem Großteil seiner Mitbürger auch: Er war überrascht, als er hörte, dass Neele Sürken ihr neues Amt trotz eines überwältigenden Wahlergebnisses nicht antreten wollte. Aber es blieb nicht beim Erstaunen: Bender kam ins Nachdenken. Mehr noch: Er knüpfte an einen Gedanken an, den er schon einige Monate zuvor gefasst, dann aber wieder verworfen hatte. „Ich hatte zu Jahresbeginn überlegt, mich kommunalpolitisch zu engagieren“, berichtet Bender im Gespräch mit der SZ.

Allerdings war ihm damals schon klar, dass eine Gemeinde in der Größenordnung Niederdreisbachs nicht „nebenbei“ verwaltet werden kann. Und Bender, der neben seiner kaufmännischen Tätigkeit bei einem Sozialverband auch eine Beratungsstelle der Lohnsteuerhilfe betreibt, konnte zu Jahresbeginn nicht abschätzen, ob ihm sein Arbeitspensum den nötigen Freiraum für das Amt des Ortsbürgermeisters lassen würde.

Mittlerweile aber kann er das besser überblicken – und dann brauchte es nur noch einiger Impulse, um aus einer ergebnisoffenen Überlegung einen handfesten Plan zu machen. Seine Motivation liegt auf der Hand: „Wahrscheinlich würde die Welt nicht untergehen, wenn die Gemeinde am Ende aus Daaden verwaltet würde. Aber es ist sicher besser, wenn der Ort selbst einen Ortsbürgermeister stellen kann.“ Und mit diesem Gedanken stand Bender nicht allein: „Mich haben einige Leute angesprochen, ob ich mir das Amt nicht zutrauen würde“, sagte Bender am Montag. Außerdem führte er noch zwei längere Gespräche: eines mit dem Noch-Ortsbürgermeister von Niederdreisbach, eines mit dem ehemaligen Ortsbürgermeister von Schutzbach.

Beide Gespräche bestärkten den 51-Jährigen: Stefan Strunk habe seine Entscheidung begrüßt und ihm zugleich seine Unterstützung zugesagt. Und Günter Niemann, Benders Schwiegervater, habe ihn ebenfalls motiviert. Ausschlaggebend war dann ein Abend im August: In einem nichtöffentlichen Teil einer Gemeinderatssitzung hat sich Bender den Ratsmitgliedern vorgestellt. Ob’s ein Vorstellungsgespräch war? „Mitnichten“, schmunzelt Bender, der in seiner beruflichen Laufbahn schon viele Vorstellungsgespräche auf beiden Seiten geführt hat. Nein, er habe sich dem Rat vorgestellt – und dort ebenfalls Zustimmung erfahren.

Spätestens seit diesem Abend steht sein Entschluss, sich am 27. Oktober zur Wahl zu stellen. Klare politische Vorgaben will er nicht machen – schließlich hat er selbst noch nicht in dem Gremium mitgearbeitet und will daher offen sein für die Themen. Ohnehin misst er dem Rat große Bedeutung bei: „Ich habe schon so viel Gutes vom Niederdreisbacher Rat gehört, dass ich gerne mit ihm zusammenarbeiten würde.“

Das nötige Handwerkszeug dürfte Bender, der mit seiner Frau und den beiden erwachsenen Söhnen seit 14 Jahren in Niederdreisbach lebt, aufgrund seiner beruflichen Vita mitbringen. Er hat eine kaufmännische Ausbildung absolviert und ein BWL-Studium vollendet; später hat er in einigen mittelständischen Firmen in Führungspositionen gearbeitet. Unter anderem hat er organisatorische Aufgaben bewältigen und Personalentscheidungen treffen müssen. „Ich denke, das würde bei meiner Arbeit nicht schädlich sein.“

Gewählt wird am 27. Oktober; Bender hat für diesen Tag vor allem einen Wunsch: „Eine hohe Wahlbeteiligung.“ Würde er gewählt, wäre übrigens nicht nur er glücklich: Seine Ernennung würde in der nächsten Ratssitzung vollzogen – und damit deutlich vor Weihnachten. Und das war immer die erklärte Deadline von Stefan Strunk: Spätestens da wollte er sein Amt wirklich niederlegen.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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