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Tiefe Gräben innerhalb der CDU
Uwe Geisinger verzichtet auf Bürgermeister-Kandidatur

Dieser Stempel stammt noch aus der Zeit, als die Verbandsgemeinde den vorläufigen Titel „Herdorf-Daaden“ getragen hat. Das wurde mittlerweile geändert – was in der aktuellen Situation einen symbolischen Charakter bekommt.
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  • Dieser Stempel stammt noch aus der Zeit, als die Verbandsgemeinde den vorläufigen Titel „Herdorf-Daaden“ getragen hat. Das wurde mittlerweile geändert – was in der aktuellen Situation einen symbolischen Charakter bekommt.
  • Foto: dach (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

dach Daaden. Noch immer hat niemand für die kommende Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf seinen Hut in den Ring geworfen. Aufseiten der CDU deutete alles auf Uwe Geisinger hin. „Es ist logisch, dass der Blick auf den Fraktionsvorsitzenden fällt, der in den vergangenen sieben Jahren die Fraktion erfolgreich geführt hat“, sagte Tobias Gerhardus, Vorsitzender des Herdorfer CDU-Stadtverbands, auf Nachfrage der SZ.

Doch daraus wird nichts. Geisinger hat sich gegen eine Kandidatur entschieden. Wobei er unumwunden zugibt: „Ich habe mich mit dem Gedanken auseinandergesetzt.“ Über mehrere Wochen habe er in der Sache viele Gespräche geführt, auch immer wieder in sich hineingehorcht.

dach Daaden. Noch immer hat niemand für die kommende Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf seinen Hut in den Ring geworfen. Aufseiten der CDU deutete alles auf Uwe Geisinger hin. „Es ist logisch, dass der Blick auf den Fraktionsvorsitzenden fällt, der in den vergangenen sieben Jahren die Fraktion erfolgreich geführt hat“, sagte Tobias Gerhardus, Vorsitzender des Herdorfer CDU-Stadtverbands, auf Nachfrage der SZ.

Uwe Geisinger tritt nicht zur Bürgermeisterwahl an.

Doch daraus wird nichts. Geisinger hat sich gegen eine Kandidatur entschieden. Wobei er unumwunden zugibt: „Ich habe mich mit dem Gedanken auseinandergesetzt.“ Über mehrere Wochen habe er in der Sache viele Gespräche geführt, auch immer wieder in sich hineingehorcht. Letztlich habe er eine Entscheidung für Herdorf und seine Tätigkeit in einer Steuerkanzlei gefällt. Der 51-Jährige ist nicht nur 1. Beigeordneter des Städtchens, sondern auch Co-Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, außerdem rege ins Herdorfer Vereinsleben eingebunden.

CDU Daaden in Teilen gegen Uwe Geisinger

Allerdings dürfte zumindest zu seiner Entscheidung beigetragen haben, dass er nicht auf die komplette Unterstützung seiner Partei hätte bauen können. Denn innerhalb der Daadener CDU gab es Strömungen, die seine Kandidatur strikt ablehnten. Und das dürfte nicht unbedingt mit der Person Uwe Geisinger zu tun gehabt haben, sondern mit seiner Herkunft.

Das geht aus einer E-Mail des CDU-Kreisvorsitzenden Michael Wäschenbach an einige Parteifreunde hervor, die der SZ vorliegt. Darin legt er dar, dass einige – wohlgemerkt nicht alle – CDU´ler aus dem Daadener Ortsverband aktiv gegen die Personalie Geisinger vorgegangen seien. Und dass dies in den Animositäten zwischen Daaden und Herdorf begründet sei. Mehr noch: Wäschenbach wirft einzelnen darin „höchst illoyales“ Verhalten vor, außerdem eine Verletzung der Treuepflicht zur CDU. „Das Vorgehen grenzt an parteischädigendes Verhalten.“ Bei den Betroffenen schwirrten „Geister im Kopf, die mit einer zukunftsorientierten, die beiden Gemeinden versöhnenden Politik nichts zu tun haben“.

Bedauern über Absage von Uwe Geisinger

In einem Statement drückt der CDU-Kreisvorsitzende auf Anfrage sein Bedauern über Geisingers Absage aus. „Uwe Geisinger hat hervorragende berufliche und persönliche Qualifikationen für dieses Amt. Nicht nur in Herdorf konnte er seine politische Arbeit und seine Aufgaben in Stadtentwicklung und bei der Volksbank in Daaden-Herdorf unter Beweis stellen. Durch seine Vereinstätigkeit und seine freundliche Art ist er nah bei den Menschen.“ Er sei enttäuscht, dass „es in den letzten Wochen Bestrebungen in Daaden gegeben hat, einen Herdorfer in diesem Amt zu verhindern“, so Wäschenbach. Und weiter: „Als Kreisvorsitzender habe ich vereinzelt anachronistische, nicht nachvollziehbare Äußerungen gehört. Diese Vorbehalte habe ich schmerzlich zur Kenntnis genommen.“ Er betont, er werde jetzt „alles unternehmen, um zu helfen, diese alten Gräben zu schließen und die Gemeinsamkeiten […] in den Vordergrund zu stellen“.

Bei der CDU ist aktuell kein Kandidat in Sicht

„Ich bedaure, dass er nicht mehr zur Verfügung steht“, sagte auch Tobias Gerhardus über Geisingers Nicht-Kandidatur. Ähnlich lautete der Kommentar von Manfred Rosenkranz, seines Zeichens Vorsitzender des christdemokratischen Ortsverbands Daaden. Die Lage mit Wolfgang Schneider als einem Bürgermeister von außerhalb hielten viele im Daadener Land für „sehr komfortabel“ und auch viele wünschten sich erneut eine solche Situation. Grundsätzlich unterstütze man die eigenen Parteifreunde. Dennoch: Das Verhältnis zwischen Herdorf und Daaden sei nach der Zwangseingliederung, dem „Edikt von Mainz“, wie es Rosenkranz ausdrückte, eine „historische Tatsache, die noch nicht so ist, wie sie sein sollte“. Es brauche noch ein bisschen, „bis das elegant daherkommt“.
Vonseiten der Herdorfer CDU ist jedenfalls derzeit weit und breit niemand in Sicht, der nun laut „Hier!“ schreien würde. Und das dürfte bei dieser (Vor-)Geschichte auch so bleiben.

Dieser Stempel stammt noch aus der Zeit, als die Verbandsgemeinde den vorläufigen Titel „Herdorf-Daaden“ getragen hat. Das wurde mittlerweile geändert – was in der aktuellen Situation einen symbolischen Charakter bekommt.
Uwe Geisinger tritt nicht zur Bürgermeisterwahl an.
Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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