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Rechtsstreit vorüber
Weitefeld baut Dorfgemeinschaftshaus

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damo Weitefeld. Es war kein Sieg durch Knockout – aber trotzdem kann die Ortsgemeinde Weitefeld mit diesem Ergebnis gut leben: Das neue Dorfgemeinschaftshaus darf gebaut werden. Und es darf auch zum Feiern genutzt werden.

Genau das stand lange Zeit auf der Kippe. Denn in der Nachbarschaft hatte sich Widerstand gegen die Pläne der Ortsgemeinde formiert: Die Anlieger argwöhnten, dass massive Lärmbelästigungen auf sie zukommen würden. Und so gab es Unterschriftenaktionen, Protestnoten und schließlich einen Rechtsstreit. Es drohte ein zweiter Fall Giebelwaldhalle. Darauf wollte es die Gemeinde natürlich nicht ankommen lassen, und so wurde nachgebessert – unter anderem in Form eines zweiten Schallschutzgutachtens.

damo Weitefeld. Es war kein Sieg durch Knockout – aber trotzdem kann die Ortsgemeinde Weitefeld mit diesem Ergebnis gut leben: Das neue Dorfgemeinschaftshaus darf gebaut werden. Und es darf auch zum Feiern genutzt werden.

Genau das stand lange Zeit auf der Kippe. Denn in der Nachbarschaft hatte sich Widerstand gegen die Pläne der Ortsgemeinde formiert: Die Anlieger argwöhnten, dass massive Lärmbelästigungen auf sie zukommen würden. Und so gab es Unterschriftenaktionen, Protestnoten und schließlich einen Rechtsstreit. Es drohte ein zweiter Fall Giebelwaldhalle. Darauf wollte es die Gemeinde natürlich nicht ankommen lassen, und so wurde nachgebessert – unter anderem in Form eines zweiten Schallschutzgutachtens. Und in der Folge drehte die Gemeinde an allen denkbaren Stellschrauben: Die Fenster lassen sich nicht öffnen, die Raucher müssen in einen abgeschirmten Außenraum ausweichen, und bei der Auswahl der Baumaterialien war deren Fähigkeit, Schall zu schlucken, ein maßgebliches Kriterium.

All das hat der Gemeinde schon in der ersten Instanz des Rechtsstreits ins Blatt gespielt: Der Kreisrechtsausschuss hatte vor knapp einem Jahr den Widerspruch der Nachbarn abgelehnt. Aber: Natürlich stand den Beschwerdeführern der weitere Rechtsweg offen, und so landete der Fall vor dem Verwaltungsgericht. Und dort wurde am Dienstag verhandelt.

Nach Angaben des Weitefelder Ortsbürgermeisters Karl-Heinz Keßler ist der mehrstündige Prozess für die Gemeinde gut gelaufen: „Ich kann gut damit leben.“

„Damit“ meint er einen Vergleich, denn darauf haben sich die Konfliktparteien schließlich geeinigt. Obwohl nach Keßlers Einschätzung für die Gemeinde vielleicht sogar mehr drin gewesen wäre: „Ich denke, wir hätten in allen Belangen Recht bekommen“, sagte der Ortschef gestern im Gespräch mit der SZ. Allerdings habe es in den Bau-Akten eine formale Ungenauigkeit gegeben; diese sei zwar noch im Gerichtssaal aus der Welt geschafft worden, hätte aber möglicherweise ein Ansatzpunkt werden können, den Fall noch vor die nächste Instanz zu bringen. Und das wollte die Gemeinde definitiv vermeiden: Die Zeit drängt, denn das neue Dorfgemeinschaftshaus wird vor allem mit Fördermitteln aus dem ISEK-Programm finanziert, und dort greifen streng definierte Fristen. Also bestand auch aufseiten der Gemeinde die Bereitschaft, einen Vergleich zu schließen.

Der sieht im Wesentlichen vor, dass im Laufe eines Jahres 49 Mal länger als bis 22 Uhr gefeiert werden darf. Zur Erinnerung: Die Kläger hätten das laut Keßler gerne auf zehn Abende reduziert.

Die 49 Termine sollten den Bedarf der Weitefelder decken, meint Keßler – und nur die kommen zum Zuge. Vorgesehen sind nämlich nur Vermietungen an Weitefelder, und zwar für Familien-, Vereins- und Hochzeitsfeiern.

Es gibt auch – neben den baulichen Aspekten – einige Zugeständnisse an die Anlieger: So sind keine zwei Open-End-Veranstaltungen an aufeinander folgenden Tagen möglich. Und vor allem in der Hausordnung des Dorfgemeinschaftshauses wird sich laut Keßler deutlich der Gedanke der Rücksichtnahme niederschlagen. So soll explizit gefordert werden, auch bei Ankunft und Abfahrt leise zu sein. Außerdem soll es verboten werden, Getränke mit nach draußen zu nehmen, damit eine Feier nicht spontan nach draußen verlegt wird. Drinnen wird immer bestuhlt, und zwar für maximal 140 Gäste.

„Sicher wäre die volle Nutzung schöner gewesen“, kommentiert Keßler die Auflagen, „aber damit sollten wir zurechtkommen“. In der Tat dürfte ein neues Dorfgemeinschaftshaus der Gemeinde gut zu Gesicht stehen – es wäre ein völlig überzogener Euphemismus, dem bisherigen Raum einen gewissen Retro-Charme zu attestieren. Genau deshalb aber fällt es Keßler auch schwer, den exakten Bedarf auszuloten: „In den letzten Jahren hat ja, bedingt durch die komische Hütte, kaum noch einer im Dorf gefeiert.“

Besagte komische Hütte soll schon bald weichen: Jetzt, da nach dem Ende des Rechtstreits die Baugenehmigung endlich vorliegt, soll rasch eine neue Kostenaufstellung erstellt werden, dann geht’s an die Auftragsvergaben. Wenn alles glatt läuft, kann im kommenden Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Dass jetzt das Dorfgemeinschaftshaus angepackt wird, heißt übrigens nicht, dass die Dorfmitte wieder nach hinten rückt: Auch die Neugestaltung des Schulhofs und seines Umfelds soll weiter forciert werden. Ursprünglich wollte die Gemeinde die beiden Großprojekte nicht gleichzeitig umsetzen – wegen des zeitlich begrenzten Förderprogramms kommt es jetzt aber anders. Für die Gemeinde dürfte das zu verschmerzen sein: Selbst wenn die Fördergelder vorfinanziert werden müssen, sollte das angesichts des derzeitigen Zinsniveaus problemlos darstellbar sein. <chartag shortcut="z-Autor" tag="autor-7p">Daniel Montanus</chartag>

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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