Wie es im Wald weitergeht

Emmerzhausener Ortsgemeinderat billigte Forstwirtschaftsplan für Gemeindewald

AUR Emmerzhausen. Einstimmig billigte der Ortsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Forstwirtschaftsplan 2005 für den Gemeindewald, der Einnahmen in Höhe von 5578 Euro und Ausgaben von 9700 Euro vorsieht.

Forstoberinspektor Martin Keßler, der den Plan ausführlich erläuterte, betrachtete das Defizit von 4122 Euro unter dem Gesichtspunkt, dass die Forstwirtschaft auf einer langfristigen Planung beruhe, als relativ. Gegenwärtig sei es für den Gemeindewald Emmerzhausen von Nachteil, dass 70% des Baumbestandes jünger als 60 Jahre sind. Die Rentabilität beginne aber erst ab einem höheren Baumalter. Die Hauptursache für die jungen Bestände liege in den Reparationshieben durch die französische Besatzungsmacht nach dem 2. Weltkrieg. Damals seien weite Flächen abgeholzt worden.

Der Holzernteplan sieht einen Gesamteinschlag von 212 fm vor. Davon entfallen auf Traubeneiche 35 fm, Buche 40 fm, Bergahorn 29 fm und Fichte 108 fm. Hauptsächlich fallen die Holzmengen bei der Durchforstung »Oben in der Struth« an. Vom Rat zurückgestellt wurde bei der Verabschiedung der vorgesehene Käufereinschlag von 108 fm Fichte in dem von Nadel- und Laubholz durchwachsenen Lärmschutzstreifen »Oben in der Struth«. Aus dem Holzverkauf erwartet man einen Erlös von 5242 Euro und an Fördermitteln vom Land einen Betrag von 336 Euro. 880 Euro sind für die Aufforstung der 0,4 ha großen Schneebruchfläche »In der Lehmkaule« und »Im Kirchwäldchen« einschließlich Nachbesserungen mit Buche, Erle und Douglasien veranschlagt. 210 Euro erfordert die Kulturpflege »Im Kirchwäldchen«. Der Rat hob in diesem Zusammenhang die Preise für Brennholz ab 2005 leicht an. So kostet Schlagabraum (umgeschnittenes Holz) künftig 11 Euro/rm (bisher 8), an Waldweg gerücktes Holz 23 Euro/rm (21), fertig gesetztes Holz in einem Meter Längen 38 Euro/rm (36). Wie Martin Keßler berichtete, ist Brennholz derzeit stark gefragt.

Revierleiter Keßler wurde vom Rat beauftragt, mit den in seinem Revier beschäftigten Forstwirten die Baumfällungs- und Pflegearbeiten auf dem Friedhof auszuführen. Die erwarteten Kosten belaufen sich auf 493 Euro. Etwas Erfreuliches hatte Keßler noch mitzuteilen: Der Gemeindewald steht am Ende des Forstwirtschaftsjahres 2004 um einiges besser da als vorgesehen. Das prognostizierte Defizit von 5483 Euro verringerte sich auf rund 1000 Euro. Einsparungen und erhebliche Mehrerlöse beim Holzverkauf sind der Grund. Daneben kann Emmerzhausen rund 4000 Euro an Überschussanteilen (von 20000 Euro) aus der Beteiligung am Waldzweckverband »Ersatzwald Stegekopf« erwarten.

Sorgen bereitet dem Ortsgemeinderat das hohe jährliche Defizit beim Bestattungswesen. Im Jahr 2003 standen den Einnahmen von 2960 Euro Ausgaben in Höhe von 9458 Euro gegenüber. Diese Entwicklung setzt sich auch in diesem Jahr fort. Am 30. September betrug die Unterdeckung bereits 4309 Euro.

Die jetzigen Gebühren sind nicht kostendeckend. Vor allem bei der Grabherstellung und der Friedhofshallenbenutzung reichen die Gebühren nicht aus, um die Kosten zu decken. Wie andernorts wird Emmerzhausen nicht umhin können, die Gebühren anzuheben.

Bei der Grabherstellung hat die Gemeinde bereits versucht, die Kosten in den Griff zu bekommen. Man hat im Vorjahr ein Angebot eines privaten Unternehmens eingeholt und dann überlegt, diese Firma zu beauftragen. Weil aber seitens des Bauhofleiters zugesichert wurde, die Arbeiten zum gleichen Pauschalpreis durch den VG-Bauhof auszuführen, beließ man es bei der bisherige Erledigung durch den Bauhof. Die Zusage ist jedoch nicht eingehalten worden. Man musste feststellen, dass sich die Unterdeckung pro Grabherstellung zwischen 97 und 360 Euro bewegte.

Der Rat verständigte sich darauf, dass der Bauhof bis zur nächsten Sitzung ein Angebot über einen Pauschalpreis unterbreiten soll. Dann wird entschieden, ob es bei der Beauftragung des Bauhofes bleibt, oder ob das private Unternehmen die Arbeiten ausführt.

Gleichzeitig soll dann über die Neufestsetzung der Gebühren entschieden werden. Die Verwaltung hat dem Ortsbürgermeister dazu bereits einen Vorschlag für die neuen Gebührentarife vorgelegt, der u.a. vorsieht, für die Überlassung einer Reihengrabstelle 120 Euro (bisher 70 Euro), für die Nutzung der Friedhofshalle für die Aussegnungsfeier 140 Euro (55) und die Grabherstellung für ein Reihengrab 648 Euro (550 Euro) zu berechnen. Wie Ortsbürgermeister Artur Mudersbach dazu anmerkte, sind diese Gebührensätze immer noch nicht kostendeckend.

Die Problematik soll mit den Bürgern in einer für November vorgesehenen Bürgerversammlung erörtert werden. Dabei möchte man auch eine Patenschaft für die Pflege des Gefallenenmahnmals ins Leben rufen. Unabhängig davon sollen an der Gedenkstätte in der nächsten Zeit alte Bepflanzungen entfernt und neue vorgenommen werden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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