Wo ist bloß der Rotorstern?
Windrad bekommt optimierten Generator

Das Windrad ohne Rotorstern vor toller Kulisse.
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dach Oberdreisbach. Mächtig ragt sie empor, dominiert die Silhouette zweier Dörfer: die Windkraftanlage (WKA) der Wäller Energiegenossenschaft. Derzeit steht sie aber zwischen Oberdreisbach und Friedewald etwas flügellahm in der Landschaft. Der 143-Meter-Anlage (Nabenhöhe) fehlt schlicht der Rotorstern.

Dieses etwas seltsam anmutende Bild bietet sich bereits seit vergangener Woche. Die Herstellerfirma Schütz aus Selters hatte bei der Energiegenossenschaft darum gebeten, nochmal Hand an das Windrad legen zu dürfen. Der Generator wird gegen eine technisch optimierte Variante getauscht, wie Markus Mann auf Nachfrage der SZ berichtet. Der Genossenschaftsvorstand betonte im selben Zuge: „Wir hatten keinen Schaden oder sonstiges.“

Die Fa. Schütz habe angefragt, das 90 Tonnen schwere Bauteil austauschen zu dürfen. „Das sei ein wichtiger Referenzstandort für Schütz, hieß es“, so Mann. Das klang bei Jörg Klöckner, bei der Fa. Schütz für Windkraftanlagen zuständig, ganz ähnlich. Er sprach von einem „guten Standort, an dem wir auch mal was testen können“. Klöckner nannte es einen „technologischen Entwicklungsschritt“ am Generator. Worin der genau besteht, wollte er aber nicht verraten. Schließlich schläft auch hier die Konkurrenz nicht.

Für die Energiegenossenschaft war der Austausch „kein Problem“, so Mann. Schließlich werde der Ausfall an „Windzeit“ von Selters aus kompensiert. Diese Zeitspanne ist im Übrigen länger, als man zunächst gehofft hatte. Denn der Wind pustet gerade kräftig. Für den Betrieb einer WKA wäre das perfekt, für Arbeiten in dieser Höhe eher nicht so. Schließlich kommt hier ein Spezialkran zum Einsatz. Und allein der Rotorstern bietet nun mal, das liegt in der Natur seiner Geometrie, reichlich Windwiderstand. Je nach Wetterlage ist aber jeden Tag mit einer erneuten Montage des 110-Meter-Kolosses (im Durchmesser) zu rechnen, so Klöckner.

Derweil zeigt sich die Energiegenossenschaft generell zufrieden mit dem Projekt. Seit September 2017 ist man mit der Anlage am Netz. Und die Leistungslinien seien „absolut im Korridor“, wie Mann berichtete. Darüber habe zuletzt auch die Generalversammlung der Genossenschaft befunden. Ein Manko sei aber nach wie vor die nächtliche Abschaltung der Anlage, von 22 bis 6 Uhr. Für entsprechende Untersuchungen, der Schall ist hier das ausschlaggebende Kriterium, habe es noch immer keine passende Windsituation gegeben, so Mann.

Das Windrad ohne Rotorstern vor toller Kulisse.
Der Anblick: merkwürdig. Der Grund: nachvollziehbar. Das Windrad der Wäller Energiegenossenschaft in Oberdreisbach bekommt einen optimierten Generator. Dafür musste der Rotorstern abgenommen werden.

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