Abtreibungen, HIV-Behandlungen, Drogensucht

Hacker erpressen australische Krankenversicherung mit intimen Daten von Millionen Kunden

Hacker erpressen in Australien eine Krankenversicherung (Symbolbild).

Hacker erpressen in Australien eine Krankenversicherung (Symbolbild).

Canberra. Hacker haben intime Gesundheitsdaten von Millionen Kunden einer australischen Krankenversicherung abgeschöpft und in den dunklen Ecken des Internets veröffentlicht. Im sogenannten Darkweb landeten auf diese Weise am Donnerstag auch private Informationen über Abtreibungen, am Vortag stellten die Cyberkriminellen schon Kundendaten über Behandlungen etwa gegen HIV und Drogensucht in den verborgenen Teil des Internets. Das betroffene Unternehmen Medibank hatte zuvor die Zahlung eines von den Hackern geforderten Lösegelds für die Rückgabe der gestohlenen Daten abgelehnt.

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Die Bande, die sich die „Extortion Gang“ („Erpressergang“) nennt, postete am Donnerstag, sie habe 9,7 Millionen australische Dollar (rund 6,2 Millionen Euro) verlangt - einen Dollar für die entwendeten Daten von jedem der 9,7 Millionen aktuellen und früheren Medibank-Kunden. Als besonders besorgniserregend wurde der Hack gesundheitsbezogener Angaben von fast 500.000 Versicherten eingestuft, unter denen deren medizinische Befunde und Behandlungen sind.

Chef der Krankenversicherung: Aktion schändlich und arglistig

Medibank-Chef David Koczkar verurteilte die Veröffentlichung neuer Daten durch die Hacker als „schändlich“. Private Informationen von Menschen zur Waffe zu machen, um Geld zu erpressen, sei arglistig und eine Attacke auf die verletzlichsten Mitglieder der Gesellschaft, teilte er mit. Die für Cybersicherheit zuständige Ministerin Clare O‘Neil erklärte, es sei moralisch verwerflich, Frauen ins Visier zu nehmen, die Schwangerschaftsabbrüche hätten vornehmen lassen. Den Betroffenen wolle sie in ihrer Funktion als zuständige Ministerin, aber auch als Frau sagen, dass dies nicht hätte passieren dürfen, ergänzte sie.

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Die Erpresser drohen mit täglichen Veröffentlichungen neuer Daten, sollte ihre Forderung nicht erfüllt werden.

RND/AP

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