Smartphone, Provider und Updates sind wichtig

Keine Warnung auf Ihrem Smartphone? Daran könnte es liegen

Mit der Cell-Broadcast-Technologie soll in Deutschland ein neues Warnsystem für den Katastrophenfall eingeführt werden.

Mit der Cell-Broadcast-Technologie soll in Deutschland ein neues Warnsystem für den Katastrophenfall eingeführt werden.

Am 8. Dezember 2022 war Warntag: Bundesweit gab es um 11 Uhr auf allen möglichen Kanälen eine Probewarnung für Krisen, Katastrophen und Notfälle. Erstmals kam in Deutschland ein Warnsystem zum Einsatz, das über die Mobilfunknetze läuft: Cell Broadcast. Man erhält als Warnung eine Textmeldung, begleitet von einem Alarmton.

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Doch nicht auf jedem Smartphone hat das funktioniert. „Das liegt nämlich daran, ob man ein modernes Gerät hat, ob man ein Update gemacht hat und ob der Provider das mitmacht“, erklärt Albrecht Broemme, ehemaliger Präsident des Technischen Hilfswerks (THW), im Deutschlandfunk.

Zu altes Smartphone- oder Handymodell

Nicht jedes Mobilgerät kann via Cell Broadcast gesendete Nachrichten empfangen. „Beim klassischen Handy geht es nicht“, sagt Albrecht Broemme, ehemaliger THW-Präsident. Ein Smartphone müsse es schon sein. Das besitzen die meisten Menschen in Deutschland aber. Laut der Webseite „Statista“ gibt es hierzulande 62,6 Millionen Nutzerinnen und Nutzer von Smartphones.

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Auf welchen Geräten Cell Broadcast funktioniert, dazu hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eine umfangreiche Liste veröffentlicht. iPhones ab dem Modell 6s, Google-Smartphones ab dem Pixel 2 sowie zahlreiche Samsung- und Sony-Geräte sind kompatibel.

Nicht alle Updates gemacht

Damit Cell Broadcast funktioniert, muss das Betriebssystem jedoch auf dem neusten Stand sein. „Prüfen Sie, ob Sie die aktuellen Updates installiert haben!“, rät das BKK. Dafür muss man in die Einstellungen des Smartphones schauen.

Auf iPhones sind Warnmeldungen automatisch aktiv, wenn mindestens iOS 15.6.1 installiert ist, erklärt der IT-Branchenverband Bitkom. Android-Smartphones seien ab Betriebssystem-Version 11 fit für Cell Broadcast. Auch hier sind die Warnungen standardmäßig aktiv. Schätzungsweise ein Drittel aller Android-Smartphones läuft allerdings mit einer älteren Version, die kein Cell Broadcast empfangen kann.

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Warnungen wurden deaktiviert

Der Empfang von Warnungen lässt sich – bis auf eine Ausnahme – in den Einstellungen des Smartphones abstellen. Das funktioniert beim iPhone unter Einstellungen/Mitteilungen. Dort ganz unten befindet sich der Punkt „Cell Broadcast Alerts“. Dort kann man via Schieberegler auswählen, in welchen Fällen man gewarnt werden möchte: bei „extremer Gefahr“, bei „Gefahreninformation“ und bei „Test Warnungen“.

Bei vielen anderen Herstellern wie Samsung ist das Abstellen der Warnmeldungen über die Benachrichtigungseinstellungen möglich. Ansonsten kommt man meist zum Ziel, wenn man unter „Einstellungen“ Notfallbenachrichtigungen ins Suchfeld eintippt. Auf seiner Webseite hat das BBK Anleitungen für die richtigen Einstellungen verschiedener Hersteller verlinkt.

Von der Möglichkeit, Cell-Broadcast-Warnungen zu deaktivieren, gibt es übrigens eine Ausnahme: Meldungen mit der höchsten Warnstufe (Warnstufe 1) können nicht ausgeschaltet werden, erklärt das BBK. Sie tauchen deshalb sowohl bei iOS als auch bei Android in der Auswahl gar nicht erst auf. Die Probewarnung wird in der höchsten Prioritätsstufe (Warnstufe 1) versendet.

Proben für den Ernstfall: Bundesweiter Warntag am 8. Dezember

Beim ersten bundesweiten Warntag gab es 2020 gravierende technische Probleme. Der nächste wurde abgesagt. Nun soll dieses Mal alles besser funktionieren.

Warnungen müssen manuell aktiviert werden

Bei einigen Geräten muss der Cell-Broadcast-Empfang noch manuell aktiviert werden. Beim iPhone findet man die Einstellungen über den Menüpunkt „Mitteilungen“ ganz unten in der Rubrik „Cell Broadcast Alerts“. Auf Android-Geräten findet man die Einstellungen in der Regel über ein Untermenü wie „Sicherheit und Notfall“ im Einstellungen-Menü. Die Rubrik zum Ein- und Ausschalten der Nachricht heißt dann je nach Hersteller „Drahtlose Notfallwarnungen“ oder „Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte“.

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Ob Warnungen per Cell Broadcast für ältere Android-Versionen vielleicht manuell aktiviert werden können, muss man beim Hersteller erfragen. Bei Samsung ist dies beispielsweise möglich. Geht es nicht, können Smartphone-Besitzerinnen und -Besitzer grundsätzlich auch auf die Warn-Apps Nina oder Katwarn zurückgreifen.

Wer also sicher gehen möchte, dass die über Cell Broadcast verschickten Nachrichten am eigenen Smartphone ankommen, kann checken, ob die Einstellungen stimmen.

Provider unterstützt Cell Broadcast nicht

Die deutschen Mobilfunknetzbetreiber hätten den Warn-Service bereits in ihren Netzen installiert, schreibt die Telekom auf ihrer Webseite. Ähnliche Mitteilungen gibt es von Vodafone, Telefónica (O2) und dem Anbieter 1&1 Drillisch. Als Faustregel gilt: Wer bereits im Vorfeld eine SMS mit Infos rund um den Warntag von seinem Mobilfunk-Anbieter erhalten hat, kann davon ausgehen, dass sein Provider Cell Broadcast unterstützt.

Woran es sonst noch liegen kann

Damit das Smartphone die via Cell Broadcast gesendete Nachricht erhält, muss es eingeschaltet sein und Empfang haben. Wer gerade in einem Funkloch unterwegs ist oder den Flugmodus aktiviert hat, erhält die Warnungen also nicht.

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Sie haben all diese Punkte berücksichtigt und trotzdem keine Probe-Warnung via Cell Broadcast am 8. Dezember erhalten? Das BKK sammelt unter dem Link www.warntag-umfrage.de Feedback und Meldungen über Probleme.

RND/dpa/saf

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