Bei Wind und Wetter draußen aktiv

Projekt „Betreuter Spielplatz” ein Riesenerfolg:

Kindergarten „Kunterbunt” will Aktion auf Dampfwalzen-Spielplatz nächstes Jahr wiederholen

Eichen. Kindergartenarbeit kann mehr sein als Basteln, Singen und vor allem Verwahren von Kindern, deren Eltern keine Zeit für sie haben. Diesen Beweis hat in den vergangenen Monaten der Kindergarten „Kunterbunt” erbracht. Jetzt ging das Projekt „Betreuter Spielplatz” auf dem Spielplatz Jahnstraße (der mit der Dampfwalze) zu Ende. Mit einem Riesenerfolg, wie Hartmut Mönig aufgrund detaillierter Zahlen belegen konnte. Zum Abschluss hatte das Team eine Schatzsuche vorbereitet, auf dem weitläufigen Spielplatzareal eine tolle Sache für die 30 Jungen und Mädchen.

An einem Tag sogar 60 Kinder dabei

„Es hat Spaß gemacht”, formulierte Mönig als Fazit, in das Marlies Nüs und Berufspraktikantin Erika Manthey gerne einstimmten. Dienstags und donnerstags von 14 bis 16.30 Uhr galt das Angebot, vor allem aber bei jedem Wetter. Und die Kinder kamen in Scharen. Bis zu 60 an einem Tag, als es galt, die alte Dampfwalze anzumalen. Aber auch der Tagesschnitt mit 25 kann sich sehen lassen. Selbst bei Regenwetter ein großes Echo: „Am 13. Juni, einem Regentag, waren immerhin noch 13 Kinder da”, so Marlies Nüs im Rückblick. „Den größten Spaß hatten die Kinder an dem Tag beim Gräben ziehen im Sand.” Klar, dass die lieben Kleinen nachher fast reif für die Waschmaschine waren. Größere Klagen seitens der Eltern hat es dennoch nicht gegeben. Kein Wunder, hatte sich doch in Eichen nach dem Projektstart am 16. Mai schnell herumgesprochen, welch tolle Aktionen auf dem Dampfwalzen-Spielplatz ablaufen. Indianerschmuck stellten die Kinder her, Spiele aller Art lockten zum Mitmachen. Die Superrutsche und auch die Seilbahn waren stets dicht belagert. Und: „Der Bach war und ist vielen Kinder fast das Wichtigste”, hat Hartmut Mönig erfahren.

Mehr Mädchen als Jungen

Erstaunlich, aber es fanden in der Projektzeit wesentlich mehr Mädchen als Jungen den Weg zum Spielplatz. Die Nachmittagsbelegung des Kindergartens stieg merklich an. Jedenfalls vor den Ferien, nach der Sommerpause flaute die Resonanz etwas ab. Die Altersspanne lag zwischen zwei und 13 Jahren, die größeren Kinder übernahmen „eine große Portion Verantwortung”. Mönig: „An dem Punkt sollte weiter gearbeitet werden. Wir sind der Überzeugung, dass damit viele positive Dinge erreicht werden können. Die Kinder benötigen aber auch Leitfiguren, die sie zur Zeit in uns sehen.” Die Kinder äußerten Ideen (z.B. Polizei einladen oder Müllaufräumaktion) und setzten diese in die Tat um. Dass viel mehr Kinder als vorher erwartet an den Projekttagen mitgemacht haben, überrascht nicht unbedingt. Mönig berichtete gestern, in vielen Gesprächen mit den Jungen und Mädchen sowie Eltern und Großeltern habe sich herausgestellt, dass in dem Bereich der Betreuung ein großes Defizit bestehe. Während des Projekts schickten die Eltern ihre Kinder ruhigen Gewissens zum Spielplatz. Mönig: „Sie wissen, dass die Kinder an den Tagen gut betreut wurden.” Marlies Nüs kann das nur bestätigen. Großeltern hätten die Aktion ganz toll gefunden, zumal die Kinder ansonsten auf den viel zu engen Straßen spielten.

Positives Echo bei Eltern und Großeltern

An einem Tage bot das Betreuerteam auch mal ein Picknick mit Eltern an. Der Zuspruch war so enorm, dass an dem Nachmittag sogar das Kinderturnen beim TV Eichen ausfiel – Eltern und Kinder waren alle auf dem Spielplatz versammelt. Ein paar Sorgen bzw. negative Erlebnisse hatte das Team natürlich auch zu bewältigen. Wegen des enormen Elternzuspruchs parkten dann und wann zuviele Autos in der Jahnstraße, Anwohner beschwerten sich. Abhilfe kam schnell, die Stadt planierte für die Parkenden auf einem nahen Grundstück eine Teilfläche mit Schotter. Mönig: „Leider ist es uns nicht gelungen, die Jugendlichen ab 15 Jahren auf dem Spielplatz anzutreffen und anzusprechen.” In Kooperation mit dem Jugendtreff Paletti soll das aber versucht werden. Auf jeden Fall wollen Mönig und seine Mitstreiterinnen das Projekt im nächsten Jahr wiederholen. Vielleicht in abgespeckter Form und wahrscheinlich ausschließlich vom Frühjahr bis zu den Kindergartenferien. Die Nachmittagsbelegung des Kindergartens hat sich jedenfalls erhöht. Mönig: „Wir hoffen, dass diese Art der Arbeit bei der Bemessung der Arbeitszeit positiv berücksichtigt wird und von weiteren Kürzungen abgesehen werden kann.” Sollten allerdings weitere Stunden wegfallen, wäre das Projekt im nächsten Jahr gefährdet.

Zwölf Wochen Natur pur

Jedenfalls hat das „Kunterbunt”-Team den Beleg erbracht, dass Kindergartenarbeit im Freien bei Wind und Wetter Riesenspaß machen kann. Von daher ist das Eichener Spielplatz-Projekt die logische Folge einer früheren Aktion, an die Mönig gerne erinnert: zwölf Wochen Kindergartenarbeit nur draußen – Natur pur. mir

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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