»Bewegte Geschichte« geht weiter

Stadtbad musste nach Eröffnung wieder schließen / »Bakterien sind nicht bestätigt worden«

mari Drolshagen. Der Samstag begann hoffnungsfroh: Nach viermonatiger technischer Sanierung sollte das Stadtbad Drolshagen wieder seiner Bestimmung übergeben werden. Alles lief auch gut an: Sekt und Schnittchen standen parat. Bürgermeister Theo Hilchenbach hielt um Punkt 11 Uhr seine Eröffnungsrede, Ralf Wortmann von der betreibenden Firma Lenne-Therme erläuterte die technischen Neuigkeiten und ab 13 Uhr wurde die Öffentlichkeit zum Plantschen erwartet. Doch die musste wieder nach Hause geschickt werden. Um 12.30 Uhr kam ein Anruf vom Chemischen Labor, dass die Auswertung der Proben noch nicht gänzlich abgeschlossen sei und Anzeichen von Bakterien vermutet würden. Diese Vermutung nahmen die Verantwortlichen ernst. Das Bad wurde kurz nach seiner Eröffnung wieder geschlossen.

»Diese Vorsichtsmaßnahme mussten wir aus Sicherheitsgründen trotz der heiteren Eröffnungsfeier ergreifen«, so der erste städtische Beigeordnete Peter Spitzer. Inzwischen steht fest, dass die Vermutung ein vorschneller Warnschuss war. Bakterien sind nach Aussagen von Peter Spitzer nicht bestätigt worden: »Voraussichtlich wird der Badebetrieb Ende nächster Woche starten. Wir möchten zuvor auch noch das Ergebnis auf Untersuchung der Legionellen abwarten, obwohl wir sicher sind, dass das Wasser einwandfrei ist.« Das Familienschwimmbad wurde für 1,2 Mill.e in den Bereichen Wasseraufbereitung, Lüftung und Heizung auf den neuesten Stand gebracht. Mit Natur- sole soll es eine neue Attraktion bie- ten, die es in Deutschland erst in wenigen Bädern gibt. Das bisher verwendete Chlorgas konnte verbannt werden. Tränende Augen, Hautirritationen und lästige Gerüche gehören der Vergangenheit an. Dafür bringt der Einsatz des Chlordirektelektrolyteverfahrens rein gesundheitsfördernde Aspekte mit sich: Das mild mit Salz (0,4 Prozent) angereicherte Wasser sorgt für ein prickelndes Gefühl auf der Haut, fördert die Durchblutung und die Haut behält ihren natürlichen Säureschutzmantel.

Bürgermeister Theo Hilchenbach und der Geschäftsführer der betreibenden Lenne-Therme, Ralf Wortmann, gaben bei der geplatzten Eröffnung ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Investition auch von der Bevölkerung angenommen wird und dass die Besucherzahlen von jährlich 30000 bis 35000 nun in die Höhe steigen. Denn es war nicht die erste Investition. Die Gebäudesanierung im Jahr 1997 schlug mit seinerzeit 1,5Mill. Mark zu Buche, die Erneuerung des Daches nach dem Einsturz Ende des Jahres 2001 kostete 350000 Mark. Glücklicherweise wurde die Stadt Drolshagen bei der letzten Ausgabe vom Land unterstützt. Als letzte Kommune erhielt sie Modernisierungsmittel in Höhe von 344500e.

»Unser Stadtbad hat eine recht bewegte Geschichte«, ging Bürgermeister Theo Hilchenbach auf die Vergangenheit ein. Immer wieder sei, sowohl in den politischen Gremien als auch in der Öffentlichkeit, über die Existenz und das Weiterleben diskutiert worden, ganz abgesehen von dem Dacheinsturz. Im Laufe der Jahre sei schon viel versucht worden, das Bad attraktiver zu machen, leider bislang ohne richtigen Erfolg, den man sich jedoch fortan erhoffe. Doch sei es immer eine Verpflichtung gewesen, das Bad am Leben zu erhalten. Für die Schulen, Vereine und die Menschen, die schwimmen und tauchen wollen. »Insofern haben wir hier kein Spaßbad, sondern ein Stadtbad«, schmunzelte Hilchenbach und dankte seinen früheren und jetzigen Stadtverordneten, die für das Weiterleben stimmten. Ebenso dankte er den Aktiven des TuS und DLRG, die nicht nur für den Erhalt gekämpft, sondern auch viele Eigenleistungen erbracht haben.

Und jetzt ist die Geschichte des Bades noch länger geworden. Umso mehr hoffen die Verantwortlichen, dass ab Ende nächster Woche wieder bedenkenlos geplanscht werden kann.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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