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Viele Geschäftsinhaber in Drolshagen trotz Pandemie zufrieden
Einzelhandel profitiert von Treue

Conny Hundt, Inhaberin der Boutique „Sunshine-Mode“ in Drolshagen (l.), und Martina Gosmann, Inhaberin der „Drolshagener Ofenwelt“, sind mit dem Geschäftsverlauf während der Pandemie sehr zufrieden.
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  • Conny Hundt, Inhaberin der Boutique „Sunshine-Mode“ in Drolshagen (l.), und Martina Gosmann, Inhaberin der „Drolshagener Ofenwelt“, sind mit dem Geschäftsverlauf während der Pandemie sehr zufrieden.
  • Foto: Marianne Möller
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

mari Drolshagen. Mit ihrer Boutique „Sunshine-Mode“ betreibt Conny Hundt das einzige Modegeschäft in Drolshagen. Sie ist bislang gut durch die Krise gekommen. „Ich bin schon seit 1985 hier am Ort und habe mir im Laufe der Jahrzehnte eine große Stammkundschaft aufgebaut. Meine Kundinnen kommen nicht nur aus Drolshagen, sondern auch aus Olpe, Wenden und dem Oberbergischen Kreis. Sie halten mir auch während der Krise die Treue“, so die Inhaberin.
Dafür hat sich die Kauffrau aber auch einiges einfallen lassen. Als im März der „Lockdown“ für den Einzelhandel kam, hat sie sich viele Gedanken gemacht, wie sie den Kontakt zu ihren Kundinnen aufrechterhalten kann. „Ich habe Fotos von der neuen Mode an meine Kunden gemailt.

mari Drolshagen. Mit ihrer Boutique „Sunshine-Mode“ betreibt Conny Hundt das einzige Modegeschäft in Drolshagen. Sie ist bislang gut durch die Krise gekommen. „Ich bin schon seit 1985 hier am Ort und habe mir im Laufe der Jahrzehnte eine große Stammkundschaft aufgebaut. Meine Kundinnen kommen nicht nur aus Drolshagen, sondern auch aus Olpe, Wenden und dem Oberbergischen Kreis. Sie halten mir auch während der Krise die Treue“, so die Inhaberin.
Dafür hat sich die Kauffrau aber auch einiges einfallen lassen. Als im März der „Lockdown“ für den Einzelhandel kam, hat sie sich viele Gedanken gemacht, wie sie den Kontakt zu ihren Kundinnen aufrechterhalten kann. „Ich habe Fotos von der neuen Mode an meine Kunden gemailt. Diese haben dann per Mail oder telefonisch Kleidung bestellt, die ich ihnen zur Auswahl vorbeigebracht habe. Sie konnten sie zu Hause in Ruhe anprobieren – und so ist mancher Kauf entstanden“, berichtete Conny Hundt.

Shoppen nach Feierabend – mit Termin

Bis Anfang November sei es dann ganz gut gelaufen. „Die Kunden haben sich bei uns wohl gefühlt. Wir haben alle Hygienemaßnahmen erfüllt. Mit Personal durften sich gleichzeitig zehn Personen im Geschäft aufhalten, was mit Abstand sehr gut geklappt hat. Ich glaube, dass die Leute in der Krise eher den Weg zum kleinen Handel suchen, weil es dort nicht den Massenauflauf wie beim großen Handel gibt. Oder sie bestellen online. Als der Kreis Olpe zum Risikogebiet erklärt wurde, ist es ruhiger geworden. Einige meiner Kunden sagten, dass sie derzeit nichts brauchen, weil sie ja nirgendwo hingehen. Andere meinten aber, dass sie sich was Gutes tun müssen in der schwierigen Zeit.“
Natürlich gebe es auch Kunden, die derzeit aus Angst nicht einkaufen gehen. Für sie hat sich Conny Hundt etwas Besonderes ausgedacht: „Sie können Termine mit uns machen und dann nach Feierabend zum Shoppen kommen. Dann sind sie mit einer Beraterin alleine im Geschäft.“ Die Unternehmerin hat nie den Kopf in den Sand gesteckt. „Wir tun unser Bestes, und es ist in Ordnung so, wie es läuft. Man muss positiv denken und sich bewegen. Ich habe auch immer neue Ware geordert, um meinen Kunden die neuesten Trends anzubieten. Und man muss kreativ sein. Ich biete jetzt T-Shirts mit einem Herzmotiv und der Aufschrift ‚The place to be Drolshagen‘ an.“

Keine Leerstände infolge von Corona

Conny Hundt ist seit vielen Jahren auch im Vorstandsteam der Aktionsgemeinschaft Drolshagen, der rund 40 Einzelhandelsgeschäfte vor Ort angehören. Aus dem Kreis ihrer Kollegen weiß sie, dass die meisten ebenfalls zufrieden sind. „Wir haben zwei gute Metzgereien und zwei gute Bäckereien. Sie bieten regionale Produkte und einen guten Service und haben deshalb auch gut zu tun. Auch unsere beiden Blumengeschäfte haben aufgrund ihrer guten Qualität nach wie vor Zulauf. Ebenso der Dornseifer-Frischemarkt und die Bäckereifiliale von Hesse. Durch die Pandemie hat es keine Leerstände in Drolshagen gegeben.“

Persönliche Lieferung an ältere Kunden

Auch Elisabeth Nierhoff, Inhaberin der „Buchhandlung am Markt“ in Drolshagen, ist bislang gut durch die Krise gekommen. „Beim ,Lockdown’ im März habe ich meine Kunden ganz schnell über Facebook und meinen Shop informiert, dass ich Ware ausliefere. Ich war von 9 bis 13 Uhr im Geschäft, um telefonisch oder per Mail Bestellungen entgegenzunehmen oder am Fenster mit großem Abstand meine Kunden zu beraten. Dann bin ich losgefahren. Ich war jeden Tag drei Stunden unterwegs. Besonders gefragt waren Kreativbücher, damit die Eltern ihre Kinder beschäftigen können. An ältere Kunden, die nicht gut zu Fuß sind, liefere ich auch heute noch aus.“
Nach dem „Lockdown“ durften zunächst drei und später sechs Kunden in die Buchhandlung, die eine Fläche von 80 Quadratmetern hat und entsprechend den Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet ist. Bis September war immer nur eine Beratung hinter der Theke möglich. „Man hat schon gemerkt, dass die Kunden wieder gerne kommen, weil viele auch das Gespräch und den Austausch suchen“, so Elisabeth Nierhoff.

Kaminöfen besonders gefragt

„Zwar sind das Oster- und Kommuniongeschäft ausgefallen, doch ich bin insgesamt sehr zufrieden. Sehr gefreut habe ich mich über das Feedback meiner Kunden. Ich habe viel Post bekommen, auch von Kindern, die mir schrieben, ‚schön, dass Sie da sind‘ und ‚halten Sie durch‘. Dass ich so positiv durch die Krise gekommen bin, verdanke ich der Unterstützung meiner Kunden, wofür ich sehr dankbar bin. Das ist richtig toll.“
Einen regelrechten Boom während der Pandemie hat Martina Gosmann, Inhaberin der „Drolshagener Ofenwelt“ und Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft, erlebt. In dem Fachhandel für Kaminöfen gab es keine Einbußen. „Ganz im Gegenteil, wir haben ein ganz starkes Jahr. Ich vermute, die Leute hatten Geld übrig, weil sie nicht in Urlaub fahren konnten, und haben in ihr Zuhause investiert. Auch im Hinblick darauf, dass ihnen klar war, dass sie auch im Winter viel zu Hause bleiben müssen. Die Senkung der Mehrwertsteuer hatte für uns auch positive Auswirkungen. Drei Prozent macht bei Öfen schon was aus.“

Conny Hundt, Inhaberin der Boutique „Sunshine-Mode“ in Drolshagen (l.), und Martina Gosmann, Inhaberin der „Drolshagener Ofenwelt“, sind mit dem Geschäftsverlauf während der Pandemie sehr zufrieden.
Elisabeth Nierhoff, Inhaberin der „Buchhandlung am Markt“ in Drolshagen: „Ich verdanke meinen Kunden, dass ich bislang so gut durch die Krise gekommen bin.“
Autor:

Marianne Möller

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