Schedaer Steinbruch sorgt für Zoff
Erhitzte Drolshagener Gemüter

Aus dem Steinbruch in Scheda soll nach dem Entwurf des Regionalplans Arnsberg eine Bauschuttdeponie werden.
  • Aus dem Steinbruch in Scheda soll nach dem Entwurf des Regionalplans Arnsberg eine Bauschuttdeponie werden.
  • Foto: BAG
  • hochgeladen von Marc Thomas

mari Drolshagen. In der Sitzung des Ausschusses Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Drolshagen standen am Dienstag im Musiksaal des Alten Klosters Informationen zur Neuaufstellung des Regionalplanes auf der Tagesordnung. Der Entwurf sieht im Wesentlichen eine Erweiterung des Allgemeinen Siedlungsbereiches im Zentralort, die Erweiterung von Gewerbe- und Industriebereichen an bereits vorhandenen Gewerbe- und Industriestandorten, die erstmalige Darstellung von Windenergiebereichen sowie erweiterte Abgrabungsbereiche und deren teilweise Folgenutzung vor. Ausschussvorsitzender Ludwig Möthe (CDU) wollte wissen, was mit dem alten Steinbruch in der Nähe von Scheda passiert.

Das Gelände ist im Regionalplanentwurf als Bauschuttdeponie deklariert. Ein Thema, zu dem erste Gespräche bereits im Jahr 2013 liefen. Möthe wies auf die Gefahr für die Bewohner und die Umwelt hin. Insofern sei ihm Stellungnahme der Stadt im Entwurf zu knapp und nicht kritisch genug formuliert. Möthe warf ein, dass der Begriff „Bauschuttdeponie“ verharmlose und dass dort auf einer zehn Hektar großen Fläche vielmehr eine Mineralstoff- bzw. eine Mülldeponie mit einem Volumen von 3,3 Millionen Kubikmeter entstehen soll. Die Auswirkungen würden nicht nur das 300 Meter vom alten Steinbruch entfernt liegende Dorf Scheda, sondern die ganze Stadt betreffen. Insofern habe sich bereits eine Bürgerinitiative gebildet.

Der Ausschussvorsitzende verwies auf die Verkehrsanbindung. Die Genehmigung des Vorbesitzers Lütticke, dass 300 Lkw täglich den Standort anfahren dürfen, sei auf den jetzigen Betreiber, die Bergisch-Westerwälder Hartsteinwerke, übertragen worden. Das bedeute, dass über eine Betriebsdauer von 40 Jahren jährlich 80 000 Kubikmeter Müll deponiert würden.

Zudem würde das Sickerwasser, das gereinigt werden müsse, in die Lister fließen. Das sei eine Trinkwasser-Talsperre. Allein deshalb müssten doch die Alarmglocken schellen. In Bezug auf die Nachsorgephase von 30 Jahren meinte Möthe, dass es sich hierbei um ein weit generationenübergreifendes Projekt handele.

Bürgermeister Uli Berghof fragte den Ausschuss-Vorsitzenden, ob er seine Informationen vom Schwarzmarkt bezogen habe. Er stellte klar, dass es sich hierbei zunächst um eine grundsätzliche Stellungnahme handele, dass noch kein Antrag gestellt und von einer Festlegung des Standortes als Deponie noch keine Rede sei.

Das sieht Ludwig Möthe, der selbst in Scheda lebt und am Ball bleiben will, anders. Er verwies auf eine ordentliche Recherche. „Das alles fuchst mich. Die sollen doch nicht so tun, als wüssten sie von nichts. Ich weiß, dass diesbezüglich schon zwei Behördentermine stattgefunden haben“, sagte er im Gespräch mit der SZ.

„Wir sind derzeit in den Vorbereitungen zum Planfeststellungsverfahren“, erklärte Peter Winters, Leiter Technik Steinbrüche von der Basalt AG, der auf Anfrage der SZ bestätigte, dass keine Mülldeponie geplant ist. „Unser Ziel ist bei allen Abfällen die Verwertung. Doch für Baustoffe, die nicht verwertet werden können, brauchen wir Deponien nach der Deponieklasse 1, wie wir sie auch in Lüdenscheid-Lösenbach betreiben.“

Autor:

Marianne Möller

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