»Fässerschütteln« ist bald passé

TKS-Azubis gewannen Regionalwettbewerb »Jugend forscht« mit Füllstand-Messgerät

js Eichen. Das Bier fließt in Strömen, der Zapfhahn steht nicht still. Doch plötzlich kommt nur noch Schaum, das Fass ist leer. Jeder, der schon einmal auf einer Feier gezapft hat, kennt dieses Problem – von Durst geplagtes Warten ist vorprogrammiert. »Das muss nicht sein«, dachten sich Stefan Hennrichs und Martin Wiesner. Beide engagieren sich ehrenamtlich in diversen Vereinen und standen auf Festen oft selbst vor dem leeren Fass. Aus dieser Erfahrung ist die Idee entstanden, einmal ein Messsystem zu entwickeln, das Überraschungen beim Bierausschank vermeidet. Wenn das Bier zur Neige geht, sollte das nächste Fass schon parat stehen.

Der 18-jährige Neunkirchener Stefan Hennrichs und der 21-jährige Martin Wiesner aus Schönau verbanden Hobby und Beruf und gaben ihrem Forscherdrang freien Lauf. Beide sind Mechatroniker im zweiten Ausbildungsjahr bei Thyssen Krupp (TKS) in Eichen und konnten im Rahmen ihrer Ausbildung an ihrem Konzept feilen. Die Arbeit hat sich bezahlt gemacht, denn das Ergebnis wurde jüngst mit dem Regionalpreis »Jugend forscht 2003« ausgezeichnet. In der Kategorie »Arbeitswelt« setzten sich die beiden Azubis in Duisburg gegen sieben weitere Projekte durch und haben sich damit das Ticket in die nächste »Liga« verdient. Im April geht das Projekt in den Forschungs-Wettbewerb auf Landesebene, der in Leverkusen stattfindet.

Am Anfang kannten Wiesner und Hennrichs nur die üblichen Methoden, mit denen die Füllmenge bei Keg-Fässern ermittelt wurde – das »Fässerschütteln«: Nicht besonders präzise, aber bislang die einzige Chance, eventuelle Bierreste im Fass zu erkennen. Einige Faktoren sollten im Messsystem bedacht werden: Es sollte schnell und einfach zu installieren sein, leicht zu bedienen, hygienisch und chemisch zu reinigen, mobil und somit unabhängig vom Schankverkauf. Dabei sollte es exakte Ergebnisse liefern.

Verschiedene Ansätze kamen den beiden Jungforschern in den Sinn, bis sie auf ihren Durchflussmesser kamen. Der wird einfach zwischen die Bierleitung gesteckt und bei Zapfbeginn auf Null gestellt. Die beiden gängigen Fässertypen von 30 und 50 Litern können per Knopfdruck gewählt werden, den aktuellen Bierpegel verkündet eine LED-Anzeige. Das junge Forscherduo verspricht eine Messgenauigkeit von 97 Prozent.

Noch ist die Apparatur in den Kinderschuhen und die Azubis basteln fleißig weiter. Vor allem an der Größe muss sich noch einiges ändern, bis der Prototyp reif für ein Patent ist. Das jetzige Messgerät ist noch etwas unhandlich, dürfte aber zum Landeswettbewerb schon etwas kompakter ausfallen. Für Thyssen Krupp ist die Teilnahme an »Jugend forscht« ausgesprochen wichtig, wie Jürgen Otto, Leiter des TKS-Technikzentrums, bei der Vorstellung des Projekts im Pressegespräch ausdrücklich betonte. »Wir sind zum dritten Mal angetreten und waren bisher immer recht erfolgreich«, erklärte Otto. »Ein solches Forschungsprojekt ist zudem fast wie ein realistischer Arbeitsauftrag.« Somit werde die betriebliche Handlungskompetenz der jungen Mitarbeiter auf besonders motivierende Weise gestärkt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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