Für den Ernstfall gerüstet

24 Teilnehmer aus dem ganzen Kreis Olpe nahmen an Atemschutzlehrgang teil

rudi Drolshagen. Lebenswichtig für die Einsatzkräfte der Feuerwehr ist stets der richtige Umgang mit dem entsprechenden Atemschutzgerät. Der Atemschutzlehrgang, der regelmäßig durchgeführt wird, ist daher unumstritten einer der wichtigsten Ausbildungsbestandteile überhaupt. Neben dem richtigen Umgang mit den Geräten soll dabei vor allem die Teamarbeit gestärkt werden, die im Ernstfall unabdinglich ist. Am Samstagmorgen stellten 24 junge Blauröcke verschiedener Löschzüge aus dem Kreis Olpe diese Fähigkeiten beispielhaft unter Beweis. Diszipliniert und motiviert absolvierten sie den Kreisatemschutzlehrgang.

Beim realen Einsatz stellen sich giftige Dämpfe, dichter Rauch und der so genannte »Flash-over-Effekt« – spontane Entzündung bei Sauerstoffzufuhr – immer wieder als große Gefahrenpotentiale für die Feuerwehrleute heraus. Um so wichtiger ist es, die jungen Wehrmänner gezielt auf diese Situationen vorzubereiten. Mit der zweijährigen Grundausbildung, in der das Basiswissen für den Feuerwehrdienst vermittelt wird, steht deshalb für jeden Blaurock auch der Atemschutzlehrgang auf dem Programm. Er soll dem »Schüler« nicht nur Hilfestellung und erste Erfahrungswerte vermitteln, sondern auch den Einsatzleitern darüber Aufschluss geben, ob eine Person für den Einsatz geeignet ist – zur eigenen Sicherheit. Schließlich stünde bei einem Fehlverhalten nicht nur das Leben des Feuerwehrmannes selbst, sondern auch das seiner Kameraden auf dem Spiel. Bei einem entsprechenden Einsatz rücken die Fahrzeuge deshalb immer mit vier Atemgeräten an, in deren Flaschen Luft mit 200 bis 300bar gepresst ist. Ein umfangreiches Leitsystem lässt die Luft in die Maske strömen. Selbst wenn diese an einigen Stellen nicht absolut abgedichtet ist, wird durch den Überdruck verhindert, dass Luft von außen in die Maske gelangt.

40 bis 45 Minuten kann dieses System unter Vollbelastung maximal zum Einsatz kommen. Um möglich Probleme schnellstmöglich zu beheben und Gefahrensituationen für die eigenen Kameraden zu vermeiden, steht ein Einsatzteam, das immer aus zwei Mann besteht, unter ständiger Überwachung der Kollegen in den Fahrzeugen. Über Funk wird dabei Kontakt gehalten. So kann der Luftvorrat stets kontrolliert und ein eventuelles Notsignal schnell bemerkt werden. Zusätzlich sichert man sich ab, indem nie beide Teams eines Fahrzeuges gleichzeitig ausrücken. So ist gewährleistet, dass im Notfall die eigenen Kameraden gerettet werden können. Um im Durcheinander eines Einsatzes den Überblick über die eigene Truppe zu behalten, wird jedes Gerät mit einer »Dokuklammer« archiviert, die darüber Auskunft gibt, ob noch ein Kamerad im Gefahrenbereich ist.

Grundvoraussetzung für einen derartigen Einsatz ist jedoch in erster Linie eine gute gesundheitliche Verfassung. Regelmäßig müssen sich die Blauröcke daher Untersuchungen unterziehen, die vor allem eine intakte Lungenfunktion bescheinigen. Um beim Einsatz mit auszurücken, muss jeder Wehrmann zusätzlich mindestens einmal im Jahr eine Übung unter Einsatzbedingungen absolvieren.

Dieses Pensum haben die 24 Teilnehmer bereits mehr als erfüllt. 30 Stunden verbrachten sie insgesamt damit, sich von Manfred Wigger, Kreisausbilder Atemschutz, sowie neun weiteren Ausbildern theoretisch als auch praktisch schulen zu lassen. Nach der theoretischen Prüfung und einem »Gerätecheck« stand im alten Feuerwehrhaus am Samstagmorgen die eigentliche Herausforderung an. Bei eingeschränktem Sichtfeld und dichtem Rauch tasteten sich die Trupps an Türen und Leinen entlang, ohne dabei ihren Vordermann aus den Augen zu lassen.

Somit erfüllte die Übung absolut ihren Sinn. Die jungen Wehrmänner hatten Gelegenheit, sich auf den Ernstfall vorzubereiten und vor allem, Vertrauen zu Gerätschaft und Kollegen zu schöpfen. Auch Manfred Wigger zeigte sich nebst Stadtbrandinspektor Paul-Gerhard Hofacker äußerst zufrieden und lobte die Teilnehmer als diszipliniert und kameradschaftlich.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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