»Große Bereicherung im Alltag«

Vorbildliches Engagement: Hauptschüler gestalten ihre Freizeit mit Senioren

sz Drolshagen. Alt und Jung können in vielerlei Hinsicht voneinander profitieren. Das ist eine Erfahrung, die man im St.-Gerhardus-Haus in Drolshagen bereits seit einigen Jahren macht. Seit 1998 engagieren sich Schülerinnen und Schüler des 9. und 10. Jahrgangs der Gemeinschaftshauptschule der Stadt Drolshagen im Rahmen eines Projektes ehrenamtlich in der Senioreneinrichtung. »Zeit mit alten Menschen zu verbringen, das macht mir Freude. Es ist auch mal etwas anderes, als mit Freunden auszugehen«, begründet die 15-jährige Kirsten ihren Entschluss, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Zurzeit besuchen insgesamt 19 Schülerinnen einmal wöchentlich jeweils eine Bewohnerin oder einen Bewohner des Altenheimes. In Abstimmung mit der Hausleitung und unter Berücksichtigung der schulischen und häuslichen Belange der Schüler stehen dann z.B. auf dem Plan: gemeinsame Spaziergänge, Ausfahrten im Rollstuhl, Vorlesen, Gesellschaftsspiele oder einfach mal ein Plauderstündchen. Hin und wieder ist man auch gemeinsam kreativ, um Dekorationen für anstehende Feste zu basteln. Diese regelmäßigen Besuche und Aktivitäten stellen eine Verantwortung dar, die die Schüler freiwillig für die Dauer eines Jahres auf sich nehmen.

Auf Erfahrungen in der Seniorenbetreuung kann auch Lena (15) zurückblicken: »Meine Oma hat hier im St.-Gerhardus-Haus gelebt und ich habe sie früher regelmäßig besucht und ihr geholfen. Mir macht es einfach Spaß, mit älteren Menschen zusammen zu sein. Deshalb habe ich mich auch für dieses Projekt angemeldet.« Die Senioren ihrerseits freuen sich über die Abwechslung und die jungen Menschen in ihrer Umgebung. »Es ist schön, dass sie uns besuchen«, berichtet eine Bewohnerin anerkennend. »Wir werden dadurch auch an unsere eigene Jugendzeit erinnert.«

Zurückzuführen ist das Projekt »Seniorenbetreuung im Altersheim« auf die Initiative von Johannes Ohm, Lehrer an der Gesamthauptschule. Im Rahmen des regulären Unterrichts stand die Beschäftigung mit den Themen Arbeit, Beruf und Freizeit auf dem Programm. Hierbei kam auch zur Sprache, dass die Oma eines Schülers in einer Senioreneinrichtung lebt und dass manche Bewohner nur sehr wenig oder gar keinen Besuch erhalten. So entstand die Frage, welchen Beitrag man zur Förderung der Kommunikation zwischen Jung und Alt leisten könnte. Mit Erfolg: 2001 erhielt die Gemeinschaftshauptschule Drolshagen für dieses Projekt sogar einen Preis der Bezirksregierung Arnsberg im Rahmen des Wettbewerbs »Schule ––Mitbürger ––Solidarität« (SMS).

Inzwischen geht dieses sinnvolle Projekt schon in die dritte Runde. Man möchte die jungen Gesichter und die frischen Ideen im St.-Gerhardus-Haus nicht mehr missen. »Was die Schüler hier einbringen, ist eine große Bereicherung im Alltag unserer Bewohner«, bestätigen Einrichtungsleiter Wolfgang Pulte und Pflegedienstleiterin Christiana Fahl. »Der Kontakt zu den jungen Menschen ist für unsere Senioren sehr belebend und lässt sie Anteil nehmen am Leben der jungen Generation.«

Zum Abschluss des Projektes stellt das St.-Gerhardus-Haus den beteiligten Schülerinnen und Schülern eine Bescheinigung über ihr soziales Engagement aus, die auch bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz hilfreich sein kann.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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