Hörerlebnis erster Güte

Feuerwehr-Musikzug hatte zum Herbstkonzert geladen / Erlös für Jugendorchester

mari Drolshagen. »Blasmusik spielt auf im Spritzenhaus« – unter diesem Motto hatte am Sonntag der Feuerwehr-Musikzug Drolshagen zum Herbstkonzert in die Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses eingeladen. Da die Bauarbeiten am und im St.-Clemens-Haus noch nicht abgeschlossen sind, entschieden sich die Aktiven, das Feuerwehrhaus mit Klang zu füllen. Eine ganz andere Atmosphäre zwischen Löschfahrzeugen und Spritzen.

Da der Erlös des Konzertes für das vor zwei Jahren gegründete Jugendorchester »Juventa Musica«, das sich aus Kindern und Jugendlichen der Feuerwehr Drolshagen und des Musikvereins Wegeringhausen zusammensetzt, bestimmt war, gab es natürlich auch Kostproben des Nachwuchses. Und die konnten sich, mit leichter Verstärkung aus dem großen Orchester, hören lassen. Die Jungen und Mädchen präsentierten unter Leitung von André Sondermann zwei Werke, die für große Orchester geschrieben sind. Mit »Choral an Rock-Out« von Ted Huggens und Filmmusik aus »Aladdin und die Wunderlampe« von Walt Disney spielten sie sich rasch in die Herzen des Publikums.

Nach dem fröhlichen »Somethin’ Stupid« gab es eine Überraschung. Frank Bröcher, der ansonsten die große Trommel schwingt, bewies sich beim Lied »Geh deinen Weg nicht allein« als toller Gesangssolist. Der 26-Jährige bekam riesigen Applaus, denn was er leistet, ist schon bemerkenswert. Er ist behindert, sitzt im Rollstuhl und kann keine Noten lesen. Trotzdem beherrscht er den Rhythmus der Trommel perfekt, er achtet beim Spielen konzentriert auf das Dirigat von André Sondermann. Der junge Mann ist mit Feuereifer dabei. Ein guter Beweis, dass Menschen mit Behinderung durchaus ein Instrument erlernen können. Im Gegenzug lernen gerade die Mitglieder in einem Jugendorchester, wie wichtig es ist, solche gehandicapten Menschen zu integrieren und sich um sie zu kümmern, was in Drolshagen vorbildlich vollzogen wird.

Dass Frank Bröcher gut singen kann, stellte André Sondermann fest, als er eine CD des Chors der Werthmann-Werkstätten hörte, die Frank Bröcher im Chor mit anderen behinderten Jungen und Mädchen unter Leitung von Christina Heuel aus Rüblinghausen eingesungen hat. Von dem Solostück seines Trommlers war er gleich angetan und bat den Dirigenten des großen Orchesters, Harald Thranberend, das Stück für Blasorchester zu arrangieren. Der machte das gern und so gibt es im Programm von »Juventa Musica« auch eine Gesangseinlage. Darauf sind alle stolz und die Gäste steckten bereitwillig eine Spende für die Jugend in die herumgereichten Körbchen. Davon sollen neues Notenmaterial und Instrumente angeschafft werden. Die Nachwuchsmusiker machten aber auch fleißig Werbung: »Schicken sie ihre Kinder, Neffen, Nichten und Enkel zu uns, um Musik zu machen und Spaß zu haben.« In der Tat sind trotz der 30 Mitglieder neue willkommen, denn es fehlt vor allem an der Besetzung für Trompete, Posaune, Tuba, Tenorhorn, Waldhorn und Bariton.

Was aus einer guten Ausbildung werden kann, zeigte das große Orchester, das die Gäste mit bekannten Märschen und mit modernen Titeln, gespickt mit brillanten Soloeinlagen, unterhielt. Ausgesprochen klangvoll spielten die 35 Musikerinnen und Musiker das Werk »Ross Roy«, das Jacob de Haan mit verschiedenen Rhythmen ausgestattet hat. Mit dem imposanten Präsentiermarsch des Leib-Kürassier-Regiments »Großer Kurfürst«, dem rasanten Astronauten-Marsch – hier waren Flügelhorn, Holzregister und Trompeten besonders gefordert –, dem weltweit bekannten Marsch »Jubelklänge« und dem zackigen Kerntruppen-Marsch brachten sie richtigen Schwung in die Fahrzeughalle.

Zwischendurch entführten sie die begeisterten Zuhörer mit dem Musical »Lord of the dance« auf die irische Insel und sorgten mit Robbie Williams »Let me entertain you« für ein Hörerlebnis erster Güte. Im jazzigen Rhythmus erklang das melodische Stück »The Second Waltz« von Dimitri Shostakovitch, ein Werk, das wohl die meisten kennen. Ist es doch das Erkennungszeichen des Orchesters von Andrè Rieu. Insgesamt überzeugten die Musikerinnen und Musiker unter Leitung von Harald Thranberend mit einem vielfältigen Repertoire auf hohem Niveau, das sie mit Dynamik und Präzision zum Besten gaben. Die Zuschauer hatten das gute Gefühl, mit ihrer Spende einen wichtigen Beitrag geleistet zu haben, damit der Nachwuchs für dieses großartige Orchester gesichert ist.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.