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Fehlende Struktur zu Hause bereitet teilweise Probleme
Lernen auf Distanz

Petra Schmidt, Leiterin der Gräfin-Sayn-Grundschule Drolshagen, und Christian Otto, stellvertretender Schulleiter der Sekundarschule Olpe: „Digitales Lernen ist ein gutes
Mittel der Zukunft.“
  • Petra Schmidt, Leiterin der Gräfin-Sayn-Grundschule Drolshagen, und Christian Otto, stellvertretender Schulleiter der Sekundarschule Olpe: „Digitales Lernen ist ein gutes
    Mittel der Zukunft.“
  • Foto: mari
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mari Drolshagen. In der Sitzung des Ausschusses Bildung, Soziales, Kultur und Sport der Stadt Drolshagen informierten am Mittwoch die Leitungen der Gräfin-Sayn-Grundschule und des Teilstandorts Drolshagen der Sekundarschule Olpe über den Verkauf des Unterrichts während der coronabedingten Schulschließungen und den aktuellen Stand der Dinge.
Kaum Lerndefizite„Gut 95 Prozent unserer 450 Kinder an den drei Standorten Drolshagen, Hützemert und Schreibershof weisen nach den Sommerferien keine Lerndefizite auf“, zog die Schulleiterin der Gräfin-Sayn-Grundschule, Petra Schmidt, ein positives Fazit. „Wir haben viel gelernt und sind auf einem guten digitalen Weg, auf dem wir auch weiter Fortschritte machen wollen.

mari Drolshagen. In der Sitzung des Ausschusses Bildung, Soziales, Kultur und Sport der Stadt Drolshagen informierten am Mittwoch die Leitungen der Gräfin-Sayn-Grundschule und des Teilstandorts Drolshagen der Sekundarschule Olpe über den Verkauf des Unterrichts während der coronabedingten Schulschließungen und den aktuellen Stand der Dinge.

Kaum Lerndefizite

„Gut 95 Prozent unserer 450 Kinder an den drei Standorten Drolshagen, Hützemert und Schreibershof weisen nach den Sommerferien keine Lerndefizite auf“, zog die Schulleiterin der Gräfin-Sayn-Grundschule, Petra Schmidt, ein positives Fazit. „Wir haben viel gelernt und sind auf einem guten digitalen Weg, auf dem wir auch weiter Fortschritte machen wollen.“

Entspannter Präsenzunterricht

Sie blickte zurück auf die ersten zwei Wochen nach der Schulschließung, in denen die Kinder ihre Arbeitsblätter per E-Mail bekommen haben, auf die Zeit nach den Osterferien, als das Kollegium Padlets entwickelt und auf die Homepage gestellt habe, um Erklärvideos der Lehrer einzustellen und Videokonferenzen mit kleinen Gruppen abzuhalten, und auf die vier Wochen mit geteilten Klassen. „Der Präsenzunterricht verläuft für uns alle nun wieder entspannt“, meinte Petra Schmidt.

App für Info über Schulschließungen

Inzwischen habe die Schule eine App angeschafft, um auf einem sicheren Datenweg mit den Eltern und Schülern im Falle einer erneuten Schulschließung zu kommunizieren. Die Lehrer, die auf Kreisebene geschult wurden, hätten sich auch in der Schule intensiv mit den digitalen Möglichkeiten beschäftigt und die Kinder entsprechend vorbereitet. Über die App könnten den Schülern und Eltern Erklär-Videos zur Verfügung gestellt werden, ebenso seien jederzeit Videokonferenzen möglich. Das Problem sei jedoch, dass nicht alle Eltern digital erreichbar seien und dass es nicht in allen Klassenräumen WLAN gebe.

Schule stellt Hardware zur Verfügung

Derzeit hat die Schule eine Abfrage zur digitalen Ausstattung in den Elternhäusern gestartet. Wer kein iPad besitzt, dem möchte die Schule die Hardware zur Verfügung stellen. Insofern freute sich die Schulleiterin über die einstimmige Beschlussempfehlung des Ausschusses an den Rat, dass die Stadt im Rahmen des Sofortausstattungsprogramms des Landes NRW digitale Endgeräte für bedürftige Schüler beschaffen soll. Von den Kosten in Höhe von 247600 Euro übernimmt das Land 22 300 Euro, zehn Prozent trägt die Stadt Drolshagen. Ebenso wurde die Beschaffung von digitalen Endgeräten für das Lehrpersonal beschlossen. Diese Kosten trägt das Land zu 100 Prozent. „Dann ist es endlich möglich, auf digitalem Wege und ohne Papieraustausch zu kommunizieren. Denn momentan gleicht der Eingangsbereich der Schule einem Materiallager, da nicht alle Schüler ihre Arbeitsblätter zu Hause ausdrucken können“, betonte Petra Schmidt.

Schüler hatten Bücher zu Hause

„Es hat uns kalt erwischt“, blickte der stellv. Leiter der Sekundarschule Olpe, Christian Otto, auf den Beschluss der Landesregierung vom 15. März zurück. Zum Glück habe im Februar noch eine Lehrerfortbildung zum Thema „Teams“ stattgefunden. So habe man für die Kommunikation untereinander schnell eine Plattform schaffen können. Den Schülern habe man schon eine Woche vorher geraten, alle Bücher mit nach Hause zu nehmen.

Alte Rechner für bedürftige Schüler

Am Teilstandort Drolshagen der Sekundarschule Olpe, wo derzeit 450 Schülerinnen und Schüler von 35 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden, ist man ähnlich vorgegangen wie in der Grundschule. Über einen Sponsor habe die Schule ältere Rechner und Tablets erhalten, die sie an bedürftige Schüler weitergeben konnte. „Anfangs sind die Eltern durch die vielen Informationen per E-Mail überfrachtet worden“, sagte Christian Otto. Aus den Erfahrungen heraus wolle die Schule in naher Zukunft auch Fortbildungen für Eltern anbieten. Vorbildlich geklappt habe der erste Präsenzunterricht der 10-er Klassen. „Das Kollegium und die Schüler haben einen richtig guten Job gemacht“, meinte Christian Otto.

Im Team arbeiten

In den schwierigen Zeiten habe man gelernt, noch mehr mit Teams zu arbeiten. Das Lernen auf Distanz, das den Begriff „Homeschooling“ ersetzt, ist den Schülern der Sekundarschule in Fleisch und Blut übergegangen. Sie können sich auf digitalem Wege ihre Aufgaben holen und nach Bearbeitung wieder in den Ordner legen. Das Fazit des stellvertretenden Schulleiters: „Man muss das digitale Lernen mit in den Unterricht nehmen. Es ist ein gutes Mittel der Zukunft.“

Teilweise Verwahrlosung festgestellt

Georg Melcher (CDU) wollte wissen, ob es Kinder gibt, die nach der Schulschließung psychisch auffällig in die Schule zurückgekommen sind. „Gewalt ist uns nicht aufgefallen. Wir haben aber gemerkt, dass einige Kinder unter Verwahrlosung litten. In einigen ausländischen Familien wird zu Hause auch kein Deutsch gesprochen, diese Kinder haben wir in die Notbetreuung geholt, damit sie wieder Struktur haben“, so Petra Schmidt. Es sei gerade diese fehlende Struktur, die einigen Kindern nicht gut getan habe.

Autor:

Marianne Möller

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