Nicht alle Spediteure jammern

Drolshagener Unternehmen mit beeindruckenden Wachstumsraten / »Denken und Lenken«

Drolshagen. »Die dritte Generation ist normal die, die den Betrieb durchbringt«, eröffnete Christoph Heuel am Donnerstag ironisch eine Pressekonferenz der Firma Heuel Cargo Management. Dass nämlich in dem nun 75 Jahre alten Drolshagener Transportunternehmen gerade die dritte Familiengeneration das bislang erwirtschaftete Kapital nicht verheizt, sondern konstruktiv in Wachstum und Umstrukturierung lenkt, dafür liefern die Geschäftsführer Christoph Heuel und sein Cousin Stefan Heuel ein bemerkenswertes Beispiel.

In den vergangenen sechs Jahren erwirtschaftete das nun in dritter Generation geführte Familienunternehmen jeweils Wachstumsraten zwischen 10 und 20 Prozent und stockte die Zahl der Mitarbeiter von 50 im Dezember 1998 auf nunmehr 72 Vollzeit- und 20 Teilzeitkräfte auf ––darunter derzeit neun Auszubildende.

Einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte die Josef Heuel GmbH vor allem durch die Firmensparte »Sauerlandgruss Reisen«. Mit diesem Busreisebetrieb, der heute einer der führenden regionalen Reiseanbieter ist, entstand einst auch ein kleiner Zweig, in dem reine Transportleistungen angeboten wurden: die Spedition Heuel. Heute sind Busbetrieb (20 Fahrzeuge) und Spedition (20 Lkw-Zugmaschinen und fast 80 Anhänger und Wechselbrücken) zwei in etwa gleich starke Säulen des Unternehmens mit Sitz im Industriegebiet »Sengenau«.

Um die neue Strukturierung und Arbeitsweise auch nach außen hin zu verdeutlichen, tritt das Unternehmen nun unter dem neuen Namen Heuel Cargo Management auf. Rechtlich und wirtschaftlich sind Bus- und Speditionsbetrieb unter diesem Namen vereint. Das Bus- und Reiseunternehmen tritt aber zur besseren Identifikation weiter unter »Sauerlandgruss Reisen« auf.

Der neue Firmenname soll laut Christoph Heuel darauf hin weisen, dass man sich nicht ausschließlich als Transportunternehmen sieht. Vor allem die Logistik werde immer wichtiger. Es bedürfe komplexer Organisation, um beispielsweise etwaige Leerfahrten von Lkw zu verhindern. Überdies arbeite man mit rund 70 Kooperationspartnern zusammen, um aus allen Teilen Europas Frachten von A nach B zu bekommen. »Denken und Lenken« laute die Devise. Dabei bezieht Heuel Luft- und Schifffahrt mit ein. »Wir würden gerne auch die Bahn stärker nutzen, aber wir werden hier im Sauerland immer an der Straße hängen«, erklärte Christoph Heuel.

Auf die Ankündigung der Bundesregierung, künftig Maut für Lkw zu erheben, reagierte der Geschäftsführer gelassen: »Mir wäre lieber, dass direkt 50 Pfennige oder 1 DM pro Kilometer erhoben würden, als Jahr für Jahr um wenige Pfennige zu erhöhen.« Die einmalige Erhöhung könne dem Kunden besser erläutert werden. »Im Grunde müssen wir das Geld von dem Kunden für den Staat eintreiben.«

Während also im Speditionsbereich trotz der immer noch hohen Dieselpreise und der bevorstehenden Lkw-Maut für deutsche Autobahnen bei der Firma Heuel nicht in allgemeines Wehklagen eingestimmt wird, »läuft« es auch in der Reisesparte gut. Jährlich würden rund 8000 bis 9000 Kunden aus der Region Reisen aus dem eigenen Heuel-Katalog buchen. Hinzu kämen Mietreisen sowie der Schüler- und Nahverkehr.

Negativ wirkt sich das Wachstum auf die Platzkapazität aus. »Wir sind räumlich an die Grenzen gekommen«, erklärte Christoph Heuel. Daher habe man weitere Flächen im Industriegebiet »Sengenau« angemietet und zusätzlich an der Autobahnauffahrt Wegeringhausen ein Grundstück erstanden. Da die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Bebauung dort nun geschaffen worden seien, werde man in ein bis zwei Jahren einen Betriebsteil dorthin verlagern, kündigte Heuel an. Nicht alle Spediteure jammern.

hobö

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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