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Feierlicher Auftakt mit Hochamt
Orgel-Jubiläum in Schreibershof

Die St.-Laurentius-Kirche in Schreibershof wurde im vergangenen Jahr einer umfassenden Außenrenovierung unterzogen. Vor sieben Jahren wurde der Innenbereich saniert.
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  • Die St.-Laurentius-Kirche in Schreibershof wurde im vergangenen Jahr einer umfassenden Außenrenovierung unterzogen. Vor sieben Jahren wurde der Innenbereich saniert.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

mari Schreibershof.  Seit 75 Jahren erklingt in der St.-Laurentius-Kirche in Schreibershof die Orgel aus dem Orgelbaubetrieb Koch/Goebel. Das Jubiläum fand am Sonntag mit einem von Pfarrer Johannes Hammer, Leiter des Pastoralverbunds Olpe-Drolshagen, zelebrierten Hochamt einen feierlichen Auftakt. Anlässlich des Jubiläums der Orgel hat der aus Siegen stammende Kirchenmusiker und Orgelsachverständige Dr. Gabriel Isenberg die Geschichte der Orgelbauer in einer Festschrift publiziert.

Danach stehen die Orgelwerke aus dem Betrieb von Hugo Koch beispielhaft für den seinerzeit prägenden Antagonismus zwischen spätromantisch-industrieller Orgelfertigung und den Idealen der Orgelbewegung.

mari Schreibershof.  Seit 75 Jahren erklingt in der St.-Laurentius-Kirche in Schreibershof die Orgel aus dem Orgelbaubetrieb Koch/Goebel. Das Jubiläum fand am Sonntag mit einem von Pfarrer Johannes Hammer, Leiter des Pastoralverbunds Olpe-Drolshagen, zelebrierten Hochamt einen feierlichen Auftakt. Anlässlich des Jubiläums der Orgel hat der aus Siegen stammende Kirchenmusiker und Orgelsachverständige Dr. Gabriel Isenberg die Geschichte der Orgelbauer in einer Festschrift publiziert.

Danach stehen die Orgelwerke aus dem Betrieb von Hugo Koch beispielhaft für den seinerzeit prägenden Antagonismus zwischen spätromantisch-industrieller Orgelfertigung und den Idealen der Orgelbewegung. Die anfangs pneumatisch gesteuerte Registerkanzellenlade mit ihren vielen Spielhilfen habe Koch mit den Errungenschaften der Elektrizität verbunden. Klangliche Reminiszenzen an eine dynamisch abgestufte Grundtönigkeit würden sich in Registern wie Dolze, Salicional oder Echobass (als Windabschwächung) zeigen.

Prästant, Sesquialter, Krummhorn und Cimbel

Die Dispositionen mit Registernamen wie Prästant, Sesquialter, Krummhorn, Cimbel usw. würden eine eindeutige Beeinflussung von der auf das Ideal der Barockorgel ausgerichteten Orgelbewegung aufweisen. Jedoch sei von den Orgeln Hugo Kochs kein Instrument bis zum heutigen Tag erhalten. Sein Nachfolger Joseph Goebel habe den Betrieb ab 1945 in Kriegszeiten unter widrigen Bedingungen geführt. Teilweise hätten alte, noch in Kriegszeiten geschlossene Verträge zur Ausführung gebracht werden müssen obwohl Personal und Material knapp waren. Oft habe Goebel daher auf gebrauchte oder günstige Materialien zurückgreifen müssen und er habe versucht, durch Multiplexsysteme aus dem vorhandenen Material ein Maximum an Klangmöglichkeiten herauszuholen. Das habe aber oft zu Lösungen geführt, die qualitativ nicht auf lange Sicht überzeugen konnten. Deshalb hätten bis heute nur noch wenige Instrumente aus dem Leichlinger Betrieb Koch/Goebel Bestand. Eines der frühen Instrumente aus dieser Werkstatt sei die 1982 von Gebr. Stockmann renovierte Orgel mit elektrischer Kegellade in der St.-Laurentius-Kirche Schreibershof, deren ursprüngliche Disposition bis heute unverändert ist. Das Instrument wurde am 27. Oktober 1946, dem Fest des Königstums Jesu Christi, geweiht. Seinerzeit wurde sie von Dr. Rudolf Thier gespielt.

„Modern für die heutige Zeit“

Seit 2008 ist Christoph Clemens Hauptorganist in der Schreibershofer Kirche. Die 75-jährige Orgel stuft er „modern für die heutige Zeit“ ein. Das Orgelspiel, das er an den Musikschulen Drolshagen, Attendorn und Siegen erlernte, ist seine große Leidenschaft. „Die Orgel ist die Königin der Instrumente. Sie hat eine enorme Klangvielfalt und ersetzt ein ganzes Orchester“, so der 41-Jährige, der in Scheda aufwuchs und inzwischen in Hilchenbach lebt.

Nach dem feierlichen Hochamt fand ein gemütliches Beisammensein im Pfarrheim statt. Am Mittwoch kommt der Kirchenmusiker und Orgelsachverständige Dr. Gabriel Isenberg, hauptamtlicher Kirchenmusiker an St. Viktor in Damme und bundesweiter Konzertmusiker, nach Schreibershof und erfreut die Bewohnerinnen und Bewohner mit einem ausgewählten Konzert in der Kirche, die im vergangenen Jahr einer umfassenden Außenrenovierung unterzogen wurde. Es schließt sich ein Vortrag über die Orgel an. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Autor:

Marianne Möller

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