Prächtige Eiche musste weichen

HTS-Weiterbau fordert »Opfer« / Rücksichtsloses Roden für ein Regenrückhaltebecken?

js Eichen. Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, lässt sich nicht mehr viel ausrichten. Das wissen auch die Eichener, die in ihrem Ortsteil Bockenbach einem herausragenden Baum nachtrauern, der dem Weiterbau der Hüttentalstraße (HTS) zum Opfer gefallen ist. Dennoch: Warum musste ein Schnellstraßen-Opfer einige hundert Meter von der eigentlichen Trasse entfernt erbracht werden? Für viele Anlieger ist der Sachverhalt nicht gerade nachvollziehbar.

Paul Gerhard Gattwinkel, Vorsitzender der Waldgenossenschaft, hat eine Erklärung parat: »Vielen ist der Bau eines Regenrückhaltebeckens an dieser Stelle nicht präsent.« Auch wenn entsprechende Pläne lange existierten, seien diese für den Laien oft nicht einsichtig, so dass Missverständnisse entstanden seien.

Im Falle der HTS-Baustelle bei Bockenbach sehen diese Pläne vor, ein offenes Becken mit einem Fassungsvolumen von 1838 m3 zu errichten. Klaus Jürgen Theis, Leiter der Siegener Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau, gab der SZ nähere Erläuterungen zum Bauprojekt: »Durch den befestigten Grund der HTS fallen bei Regen große Mengen Wasser an, die von der Straße weggeleitet werden müssen.« Da bei starken Niederschlägen die überschüssigen Fluten nicht einfach in den Bockenbach geleitet werden könnten, müsse ein Rückhaltebecken zur Regulierung »vorgeschaltet« werden. Vier solcher Bassins sind links und rechts der Neubaustrecke zwischen Fellinghausen und Kreuz Olpe-Süd vorgesehen. »Der Auftrag für das Becken bei Eichen wird wahrscheinlich im Frühjahr vergeben, sodass es im Mai losgehen kann.«

Talwärts wird ein Damm aufgeschüttet, der eine maximale Beckentiefe von 1,60 Meter ermöglicht. Das Ergebnis dürfte wie eine Teichanlage aussehen, mit nur einem Unterschied: »Bei starken Niederschlägen wird das Bassin voll sein, in regenarmen Zeiten eher leer.« Dass eine naturnahe Gestaltung mit entsprechender Bepflanzung erfolge, sei durch die detaillierten Vorgaben der Unteren und Oberen Wasserbehörde gewährleistet.

Ein Rückhaltebecken an anderer Stelle sei in Bockenbach nicht möglich gewesen, versichert Theis. »Aber musste ausgerechnet die ortsbildprägende Eiche gefällt werden? Die Frage stellt sich nicht nur Paul Gerhard Gattwinkel, einige empörte Anwohner haben sich bereits bei ihm gemeldet. Der Waldgenossen-Chef sagt, er habe diesen Baum nicht retten können: »Er stand auf städtischem Grund.« Der Einfluss der Waldgenossenschaft höre mit den Grenzen auf. »Unsere Bäume wurden nicht angerührt, das wussten wir zu verhindern«, so Gattwinkel weiter.

Klaus Jürgen Theis weist rücksichtsloses Roden von sich: »Wir haben mit dem Forstamt Hilchenbach zusammen gearbeitet.« Sowohl bei der Fällaktion als auch bei der Holzverwertung habe die Hilchenbacher Behörde beratend zur Seite gestanden. »Was die Eiche betrifft, sie wurde fachmännisch untersucht«, versichert Theis.–»Dabei wurde festgestellt, dass sie krank und innen hohl war.« Somit sei der Baum ohnehin nicht zu retten gewesen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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