Reise in die Vergangenheit

Ausstellung erinnert an Schulleben im 19. Jahrhundert

mari Drolshagen. Wer den Ausstellungsraum des Heimathauses Drolshagen betritt, begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Auf eine Reise in ein Klassenzimmer, wie es Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts und davor in den heimischen Schulen ausgesehen haben muss. Als Rahmen für die Buchpräsentation von Beatrix Burghaus, die über die Schulen im Kirchspiel Drolshagen im 19. Jahrhundert geschrieben hat, wurde mit nostalgischen Tischen und Bänken, Schiefertafeln Schulranzen und Tintenfässern eine authentische, zeittypische Atmosphäre geschaffen.

Zu sehen sind auch alte Rechenmaschinen, Bilder von früheren Schulklassen, Entlassungszeugnisse aus dem Jahr 1863, alte Gesangsbücher, Griffel, Zirkelkasten und eine Strafakte der Schule Drolshagen aus dem Jahr 1906. Darin war mit Datum 23. Februar 1906 notiert: fünf Stockschläge aufs Gesäß von Josef Voß wegen fortwährender Trägheit. Lügen, Fortlaufen aus dem Unterricht und Unartigsein in der Kirche – alles wurde damals festgehalten.

Interessant anzusehen ist die Ermittlung der Wahlergebnisse im Kirchspiel Drolshagen in der Nazizeit. Oder die Anordnung für eine Heilpflanzensammlung durch die Kreisleitung der NSDAP-Olpe. Danach wurden für den Zweiten Weltkrieg 47000 Kilogramm Blätter, Gänseblümchen und Kräuter gesammelt. Das Mobilar und die Exponate haben Drolshagens Stadtarchivarin Regina Lohmann, Annemarie Hermann vom Heimatverein und Heinz-Joachim Sack vom Bürgerbüro der Stadt von der Hakemicke-Schule Olpe, den Stadtarchiven Olpe und Drolshagen und von Privatpersonen organisiert. Für Schulklassen, ist eine Station mit elf Aufgaben aufgebaut. Die Schülerinnen und Schüler können sich u.a. mit der Sütterlin-Schrift vertraut machen, die ihre Urgroßeltern anwandten, und sie dürfen ein Zuckerbrot probieren, was es seinerzeit als Pausenmahlzeit gab, weil kein Geld für Käse und Wurst vorhanden war.

All das, was zu sehen ist, und noch viel mehr hat Beatrix Burghaus in ihrem Buch mit dem Titel »Ene, mene Tintenfass, geh’ zur Schul’ und lerne was« beschrieben. Das Buch enthält auf 348 Seiten die detaillierte Geschichte der Schulen in Drolshagen, Berlinghausen, Bleche/Neuenhaus, Iseringhausen, Wegeringhausen, Germinghausen, Schreibershof, Benolpe und Öhringhausen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Mehr als 150 Abbildungen und Landkarten, Schulgegenstände und nicht zuletzt Schüler und Lehrer verdeutlichen den Schulalltag von früher. Die in Olpe geborene und heute in Stachelau lebende Autorin, die zehn Jahre lang als Grundschullehrerin an der Gräfin-Sayn-Schule in Drolshagen unterrichtete und heute an der Grundschule in Rhode tätig ist, hat das Buch ihren vier Kindern Leonard (3), Raphael (8), Sophia (11), Philip (21) und all denen gewidmet, die sich für den Entwicklungsprozess der Schulen interessieren. »Es ist wichtig, dass die heutige Generation Einblick bekommt, dass es früher ganz anders war und dass Schule, wie sie heute stattfindet, nicht selbstverständlich ist. Früher war es sehr schwer, den Stellenwert der Schule deutlich zu machen«, so die Autorin.

Das Buch ist unter anderem im Bürgerbüro und im Heimathaus Drolshagen erhältlich. Die Ausstellung ist noch bis zum 2. November täglich von 15 bis 18 Uhr zu besichtigen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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