Sparkasse »professionell« ausgeraubt

»Nennenswerten sechsstelligen Betrag« erbeutet:

Bewaffnete Täter »empfingen« Angestellte im Kundenraum / Fahndung bisher erfolglos

Drolshagen. »Einen Banküberfall nach diesem professionellen Muster habe ich im Kreis Olpe noch nicht erlebt«, erklärte Ewald Seiffarth, seit vielen Jahren Pressesprecher der Olper Kreispolizeibehörde, gestern Morgen in der Sparkasse in Drolshagen. Dort hatten kurz zuvor drei maskierte und mit Pistolen bewaffnete Täter die Herausgabe eines »nennenswerten sechsstelligen Betrages« erzwungen, wie Sparkassen-Direktor Dieter Kohlmeier versicherte. Verletzt wurde bei dem Überfall niemand, der Ablauf des Raubzuges sowie die Flucht der Bankräuber lassen unterdessen einige Fragen unbeantwortet. Für einige Mitarbeiter wiederholte sich gestern ein bekanntes Schreckensszenario, denn erst am 11. Februar 2000 war diese Sparkassen-Niederlassung an der Hagener Straße in Drolshagen von einem unbekannten Mann mit Waffengewalt überfallen und um mehrere 100000 DM »erleichtert« worden. Von dem Täter und der Beute fehlt heute noch jede Spur.

Schreck sichtbar ins Gesicht geschrieben

Der Schreck war einigen Mitarbeitern noch Stunden nach dem Überfall sichtbar ins Gesicht geschrieben. Denn anders als vor 14 Monaten, als der Bankräuber während der regulären Öffnungszeit die Sparkasse überfallen hatte, warteten diesmal die Täter noch vor der Schalteröffnung im Innenraum auf die Angestellten. Sie »empfingen« die ersten ahnungslosen Mitarbeiter um exakt 7.15 Uhr, bedrohten sie mit Pistolen und sperrten nacheinander sechs Personen auf der Toilette ein. Nur die beiden Bänker, die den Tresor öffnen konnten, wurden nicht weggeschlossen. Sie zwang man mit vorgehaltenen Waffen, den Tresor zu öffnen. Die drei Täter sollen sich sehr professionell verhalten haben, berichtete Seiffarth. Laut der Aussagen der Mitarbeiter hätten die Maskierten sehr ruhig gewirkt und zielstrebig ihre Forderungen gestellt.

Die Bankräuber, die Hochdeutsch mit möglicherweise süddeutschem Akzent sprachen, verstauten das Geld in einer dunklen Sporttasche und verließen die Sparkasse. Nach ersten Zeugenvernehmungen, sollen sie dann die Hagener Straße überquert haben und in Richtung Marktplatz gegangen sein. Dort verliert sich jedoch ihre Spur. Es gibt bisher keinerlei Erkenntnisse, ob und was für ein Fluchtwagen benutzt wurde. Für die Polizei wären daher weitere Zeugen wichtig, die die Täter – sie sollen zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß gewesen sein ––möglicherweise gesehen und weiterhin beobachtet haben. Die sofort eingeleitete Ringfahndung blieb trotz Einsatzes eines Polizeihubschraubers bisher erfolglos. Jetzt hoffen die Ermittler, auf den Filmen der Überwachungskameras wertvolle Hinweise zu finden. Ergebnisse diesbezüglich, erklärte Dieter Kohlmeier gestern Abend, gebe es noch nicht.

Wie die Kriminellen in die Sparkasse gelangen konnten, vermochten bislang weder Polizei noch Sparkassen-Leitung zu sagen. »Wir haben keine Ahnung, wie die hier reingekommen sind, es gibt keine Aufbruchspuren«, erklärte Seiffarth auf Anfrage der SZ. »Derzeit gibt es nur Spekulationen«, ergänzte Peter Gummersbach, der seit Januar als neuer Niederlassungsleiter in Drolshagen fungiert. Als Gummersbach gegen 7.50 Uhr ––also zehn Minuten vor Öffnung der Kundenhalle – die Räume der Sparkasse betrat, war der Überfall bereits vorbei und die Täter geflüchtet.

»Niemand hat den Helden gespielt«

Kohlmeier und Gummersbach werteten positiv, dass kein Mitarbeiter verletzt wurde. »Die Kollegen haben sich einwandfrei verhalten, niemand hat den Helden gespielt«, lobte Kohlmeier. Derartige Vorkommnisse seien allerdings »mehr als belastend für die betroffenen Angestellten«. Man überlege, die Schulungen für derartige Situationen zu intensivieren, da die »Kaltblütigkeit und Dreistigkeit der Täter immer mehr zunimmt«, so der Sparkassen-Direktor.

Vorübergehende Schließung

Die Kunden der Drolshagener Sparkassen-Niederlassung wurden mit einem kleinen Hinweis an der Eingangstür auf den Raubüberfall und die dadurch bedingte vorübergehende Schließung informiert. Im Eingangsbereich stand überdies eine Mitarbeiterin Rede und Antwort. Am Nachmittag öffnete das Geldinstitut wieder seine Pforten.

hobö

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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