Stadt rüstet sich für die nächste Littfeflut

js Eichen. Die enormen Wassermassen, die das Littfetal im Norden der Stadt Kreuztal zum Ferienbeginn vor zwei Jahren überfluteten, haben die Alarmglocken im Kreuztaler Rathaus läuten lassen. In zahlreichen Einzelmaßnahmen haben sich Verwaltung und betroffene Anwohner des kritischen Bereiches angenommen. Gestern setzten Bürgermeister Rudolf Biermann und Stadtbaurat Eberhard Vogel zum offiziellen Spatenstich für die mit Abstand größte Maßnahme an.

Auf einer Länge von gut 500 Metern wird der Littfe nun in Eichen ein breiteres Bett bereitet. In so genannten Retentionsräumen kann sich der Bach künftig im Falle eines Hochwassers munter ausbreiten. „Als Grundlage haben wir uns am Jahrhunderthochwasser orientiert“, erläuterte der mit den Planungen beauftragte Ingenieur Ulrich Ockenfels. Dabei handelt es sich um die Abflussmenge, die statistisch nur einmal alle 100 Jahre erreicht wird. Im Fall der Littfe wurde 2007 selbst diese Marke überschritten: 32 m3 Wasser flossen damals pro Sekunde durch das kleine Bachbett – zwei Stunden lang!

Die aktuelle Baumaßnahme, für die etwa 150 000 Euro Kosten anfallen, gliedert sich in drei Teilabschnitte. Im oberen Bereich zwischen Flipses Wiese und dem TKS-Wehr werden Erdarbeiten durchgefürht. Die vorhandene Polderfläche wird aufgeweitet und ein zusätzliches Gerinne angelegt. Zudem werden Böschungen abgeflacht und ein bis zu 50 cm hoher Wall entlang einem Privatgrundstück aufgeschüttet. Im Bereich zwischen der Gewölbebrücke Eichener Straße und der Brücke Hagener Straße wird das Bachbett aufgeweitet. Außerdem wird ein Hochwasserschutzdamm aus Gabionen – mit Steinen gefüllten Drahtkörben – errichtet. Oberhalb der Hammerstraße wird ebenfalls ein Gabionen-Damm errichtet. Teile der Uferböschungen werden abgeflacht, um das Profil auszuweiten.

„Wir tun mit dieser Maßnahme, was nach menschlichem Ermessen nötig und möglich ist“, sagte Biermann. „Zugleich hoffen wir, dass so etwas nicht noch einmal in einem solchen Ausmaß stattfindet.“ Während die ersten Baggerschaufeln sich in den Eichen Boden gruben, wurde die Stadt dieser Tage von einem weiteren Starkregenereignis getroffen. „Wir haben jetzt in Buschhütten wieder gesehen, was passieren kann.“ So schlimm wie seinerzeit in Eichen sei es im Kreuztaler Süden nicht gekommen. Dennoch bestehe dort Handlungsbedarf. „Das mit dem Freibad hätten wir aber auch mit einer besseren Kanalisation nicht verhindern können“, stellte der Stadtbaurat klar. Oberhalb des Bades gebe es keine Kanäle. „Somit hätten wir da auch nichts besser bauen können.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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