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Dana Volpert: beachtliche Karriere mit 29 Jahren
Vom FSJ zur Pflegedienstleitung

Als Pflegedienstleiterin ist Dana Valperz Vorgesetzte von 60 Kräften, die für die Pflege und die Betreuung der aktuell 103 Seniorinnen und Senioren zuständig sind.
  • Als Pflegedienstleiterin ist Dana Valperz Vorgesetzte von 60 Kräften, die für die Pflege und die Betreuung der aktuell 103 Seniorinnen und Senioren zuständig sind.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

yve Drolshagen. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt mit jedem Jahr. Die Gesellschaft wird zunehmend älter, professionelles Fachpersonal wird dringend gebraucht. Aber die Bewerber stehen nicht Schlange, ganz im Gegenteil. Viele verbinden das Berufsbild mit harter Arbeit, wenig Anerkennung und geringer Vergütung. Nicht so Dana Valperz. Die Siegener Zeitung traf die 29-Jährige jetzt zum Gespräch. Vor zehn Jahren absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im St.-Gerhardus-Haus in Drolshagen, heute ist Dana Valperz Pfegedienstleiterin und stellv. Heimleiterin – eine beachtliche Karriere.
Nach dem Abitur am St.-Franziskus-Gymnasium in Olpe standen der jungen Frau aus Iseringhausen alle Türen offen. „Eigentlich wollte ich auch studieren“, blickt sie zurück.

yve Drolshagen. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt mit jedem Jahr. Die Gesellschaft wird zunehmend älter, professionelles Fachpersonal wird dringend gebraucht. Aber die Bewerber stehen nicht Schlange, ganz im Gegenteil. Viele verbinden das Berufsbild mit harter Arbeit, wenig Anerkennung und geringer Vergütung. Nicht so Dana Valperz. Die Siegener Zeitung traf die 29-Jährige jetzt zum Gespräch. Vor zehn Jahren absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im St.-Gerhardus-Haus in Drolshagen, heute ist Dana Valperz Pfegedienstleiterin und stellv. Heimleiterin – eine beachtliche Karriere.
Nach dem Abitur am St.-Franziskus-Gymnasium in Olpe standen der jungen Frau aus Iseringhausen alle Türen offen. „Eigentlich wollte ich auch studieren“, blickt sie zurück. Sozusagen in letzter Sekunde habe sie sich dagegen entschieden. Während es manche aus ihrem Jahrgang in die Hörsäle großer Städte, andere erst mal ins Ausland zog, wieder andere die klassische Ausbildung wählten, entschied sich die 29-Jährige für ein FSJ. Heute weiß Dana Valperz, dass sie die absolut richtige Entscheidung getroffen hat.

In der Pflege an Herausforderungen gewachsen

Aufmerksam geworden auf den Pflegeberuf sei sie über ihre Schwester Nina, die ebenfalls in diesem Bereich tätig sei. Ausgeschrieben war die FSJ-Stelle damals nicht. „Ich habe die Initiative ergriffen, bin zum St.-Gerhardus-Haus gegangen und habe mich vorgestellt.“ Während des FSJ habe ihr eine feste Anleitungsperson zur Seite gestanden. „In den Beruf kommt man schnell rein.“ An den Herausforderungen sei sie nur gewachsen. Ihr habe die Arbeit im Drolshagener Senioren- und Pflegeheim unter der Trägerschaft der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) jedenfalls so viel Freude bereitet, dass sie nach zwölf Monaten als FSJlerin beschlossen habe, im St.-Gerhardus-Haus eine Ausbildung zur Pflegefachkraft zu absolvieren.
Das Studium ganz abgehakt hatte sie nach dem FSJ noch nicht. „Aber erst mal wollte ich meine Ausbildung beenden.“ Im St.-Gerhardus-Haus arbeitete sie drei Jahre lang auf verschiedenen Stationen, kümmerte sich auch um etwa 20 Ordensschwestern, die gemeinsam in einem separaten Wohnbereich der GFO-Einrichtung leben.

Vorgesetzte von 60 Mitarbeitern

Ihr seien während der Ausbildung das Team und die Bewohner so sehr ans Herz gewachsen, dass sie schließlich keine Gedanken mehr an ein Studium verschwendet habe, sagt die 29-Jährige. Stattdessen habe sie sich nebenberuflich weiterbilden lassen. Dana Valperz belegte die Integrierte Leitungsqualifikation für Pflegefachkräfte, kurz ILQP. Die Maßnahme dauerte zwei Jahre, umfasste Hunderte von Stunden, zwölf Studientage, Hospitationen und das Schreiben einer Facharbeit.
Der Erhalt des Abschlusszeugnisses bedeutete für die 29-Jährige einen bemerkenswerten Karrieresprung. Als Pflegedienstleiterin ist Dana Valperz nun Vorgesetzte von 60 Kräften, die für die Pflege und die Betreuung der aktuell 103 Seniorinnen und Senioren zuständig sind. Ihr Arbeitsplatz ist nun das Büro, hier organisiert sie Belegungs- und Personalstruktur, koordiniert Fortbildungen und weit mehr. Die meiste Zeit sitze sie natürlich am Schreibtisch, „aber ich gehe nach wie vor gerne in die Wohnbereiche, das bedeutet mir sehr viel.“ Jüngst hat Dana Valperz wieder Bücher gewälzt, sich Wissen in Betriebwirtschaftslehre und Management angeeignet, das sie als Heimleiterin qualifiziert und sie zur Stellvertreterin von Einrichtungsleiter Oliver Hürtgen gemacht hat.

Individuelle Angebote im St.-Gerhardus-Haus

Nach zehn Jahren in Drolshagen kann Dana Valperz sagen, dass sie einen Wandel miterlebt hat. Auch bei den Bewohnern. „Bingo spielen war gestern.“ Die Angebote seien heute individuell, moderner und auch zunehmend digitaler – wie der Aktivitätstisch. Und natürlich mache der Personalmangel auch nicht vor dem St.-Gerhardus-Haus Halt. „Wir sind aber noch relativ gut aufgestellt.“ Bundesweit fehlen nach Berechnungen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft etwa 35 000 Fachkräfte in der Pflege. Und die Pandemie mache die Situation nicht einfacher. Wenn die einrichtungsbezogene Impfpflicht im März in Kraft trete, „wird der eine oder andere uns verlassen müssen“.
Trotz, aber gerade auch wegen der Personalnot wirbt Dana Valperz für den Beruf der Pflegefachkraft. Sie sei froh, sich vor zehn Jahren für ein FSJ bei der GFO beworben zu haben. „Ich erlebe jeden Tag nicht nur schöne Momente, sondern auch ein schönes Miteinander.“

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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