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Rundweg führt zu Kunst in der Landschaft
Waldbaden und Land-Art an der Lister

„Pilze mit Stil“ ist die Nummer 9 von 24 Land-Art-Kunstwerken, die auf einem Rundweg an der Lister im Sauerland entdeckt werden wollen.
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  • „Pilze mit Stil“ ist die Nummer 9 von 24 Land-Art-Kunstwerken, die auf einem Rundweg an der Lister im Sauerland entdeckt werden wollen.
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zel Drolshagen. Es gibt da diesen Film, „Rivers and Tides“, über Andy Goldsworthy. Nichts wird bleiben von den Kunstwerken, die der britische Land-Art-Künstler in der Natur anlegt, denn sie sind allein aus Naturmaterialien gefertigt – Steine, Zweige, Blätter, Blüten … Genau dieser Film hat 2007 Regine Rottwinkel inspiriert, sich zusammen mit elf weiteren Frauen mit der Land-Art zu beschäftigen und Kunst dieser Art fürs Sauerland zu schaffen. Seit etwa zehn Jahren lädt die „KuLTour“, ein ca. 7 Kilometer langer Rundweg nahe der Lister, dazu ein, das Miteinander von Kunst und Landschaft zu entdecken – und das machen wir jetzt!
Anders als am WaldskulpturenwegDrolshagen-Kalberschnacke ist das Ziel fürs Navi.

zel Drolshagen. Es gibt da diesen Film, „Rivers and Tides“, über Andy Goldsworthy. Nichts wird bleiben von den Kunstwerken, die der britische Land-Art-Künstler in der Natur anlegt, denn sie sind allein aus Naturmaterialien gefertigt – Steine, Zweige, Blätter, Blüten … Genau dieser Film hat 2007 Regine Rottwinkel inspiriert, sich zusammen mit elf weiteren Frauen mit der Land-Art zu beschäftigen und Kunst dieser Art fürs Sauerland zu schaffen. Seit etwa zehn Jahren lädt die „KuLTour“, ein ca. 7 Kilometer langer Rundweg nahe der Lister, dazu ein, das Miteinander von Kunst und Landschaft zu entdecken – und das machen wir jetzt!

Anders als am Waldskulpturenweg

Drolshagen-Kalberschnacke ist das Ziel fürs Navi. Nach einer halben Stunde Anfahrt von Siegen aus parkt hier das Auto die nächsten Stunden im Schatten mit Seeblick. Am Kiosk oder im Restaurant Gut Kalberschnacke kann man sich einen bebilderten Flyer zum Land-Art-Wanderweg holen. Wer da hineinschaut, erfährt, wo was ist und die Namen der 24 Kunstwerke. Die Karte mit dem rot markierten Pfad ist hilfreich, aber kein Muss. Der Weg ist auch ohne zu machen, die Beschilderung super (Infos auch hier unter Sehenswürdigkeiten). Und wenn man nicht alle Kunstwerke sieht, ist das auch nicht schlimm. Vielleicht sind manche schon wieder vergangen, vielleicht verstecken sie sich gut in der Landschaft – wenn nicht jetzt, dann beim nächsten Mal! Anders als etwa auf dem Waldskulpturenweg in Wittgenstein, sind hier die Objekte nicht spektakulär groß oder golden, sondern oft kleineren Formats, grau-steinern, hölzern, aus Keramik, Schiefer, Stroh oder Moos. Das liegt in der Natur der Sache.

Update für "Ort der Auseinandersetzung"

Am "Ort der Auseinandersetzung" kann man über vieles nachdenken. Was ist mein Lebens-Wort?
  • Am "Ort der Auseinandersetzung" kann man über vieles nachdenken. Was ist mein Lebens-Wort?
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Auf den ersten drei Kilometern der „KuLTour“ kommt man fast gar nicht voran. Hier haben die „LandArtigen“, so nennen sich die zwölf Frauen, seinerzeit begonnen. Hier knubbeln sich fast die Kunstwerke. Nanu: Am „Ort der Auseinandersetzung“, an dem auf einzelnen Steinen geschrieben steht, was vielleicht ein Leben ausmacht („Sinne“, „Chaos“, „Wir“, „Wurzel“, „Kunst“, „Welt“, „Leere“, „Zeit“ …), liegt auch ein Stein, auf dem „Corona“ steht. Offenbar haben die „LandArtigen“ hier vor Kurzem ein Update gemacht. Wir kommen ins Philosophieren, fragen nach unseren Lebens-Wörtern, beschienen von der lieben Nachmittagssonne. Ganz lieb sind auch die getrockneten Baumpilze („Pilze mit Stil“) und die „Galoppierenden Strohballen“ auf ihren langen, dünnen Beinchen. So heißen sie nun mal, dabei scheinen sie eher in einer Karawane langsam den Berg hinaufzutrotten.

Gar nicht anstrengend, der Weg

Die Chance, sich auf dem KuLTour-Rundweg zu verlaufen, ist ziemlich gering.
  • Die Chance, sich auf dem KuLTour-Rundweg zu verlaufen, ist ziemlich gering.
  • Foto: Regine Wenzel
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Apropos hinauf: Es geht langsam, aber stetig und nicht steil bergauf, gar nicht anstrengend. Der Weg ist abwechslungsreich, führt durch Laub- und Nadelwald, vorbei an Farnen und Weihnachtsbäumen und an einem Maisfeld, über Wiesen mit wunderbarer Weitsicht. Die zweite Hälfte des Wegs ist eben, dann geht es sanft wieder bergab. Hier kann jeder gut gehen, allein, zu zweit, in der Gruppe oder Familie, wenn die kleinen Wanderer schon ganz gute Kondition haben.

Über die "Weggefährten" freut man sich

Wegweiser unter sich: Rechts das ist ein "Weggefährte". Von ihnen gibt es viele zu entdecken auf dem Land-Art-Rundwanderweg an der Lister.
  • Wegweiser unter sich: Rechts das ist ein "Weggefährte". Von ihnen gibt es viele zu entdecken auf dem Land-Art-Rundwanderweg an der Lister.
  • Foto: Regine Wenzel
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Was besonders Spaß macht, sind die „Weggefährten“ aus Baumscheiben, Reisig, Moos, Keramikelementen auf einem Stab. Manche sind „nur“ Material, manche haben tönerne Gesichter und glotzen mit offenem Mund: „Wer läuft denn da vorbei?“ Auf jeden Fall freut man sich an jedem „Weggefährten“, sie sind so goldig.

Thoreau lehrt in der "Baumschule"

Die „Baumschule“ ist immer geöffnet. Hier „lehren“ u. a. die Herren Nietzsche, Goethe und Khalil Gibran. Ihre Gedanken zu Baum und Natur haben die Land-Art-Frauen auf lange, dünne Hölzer geschrieben, die dastehen, als müsste das so sein. „Die Hochzeit der Seele mit der Natur macht den Verstand fruchtbar und erzeugt die Phantasie“: Mein schönstes Zitat ist von Henry David Thoreau. Die Kunst schärft die Sinne, sie zu erwandern, bringt uns in Form.

Waldbaden statt Baden in der Lister

Die „KuLTour“ bietet Wald und Fernblick. Wer fertig ist mit Wandern, hat hoffentlich seine Badesachen dabei, um sich in der Lister abzukühlen.
  • Die „KuLTour“ bietet Wald und Fernblick. Wer fertig ist mit Wandern, hat hoffentlich seine Badesachen dabei, um sich in der Lister abzukühlen.
  • Foto: Regine Wenzel
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„Wellness“ heißt eins der letzten Kunstwerke auf dem Weg, gesetzte Findlinge und bestehende Bäume sind mit einer Wellenlinie verbunden. „Wellness“ trifft es! Man kann den Weg gut in zwei Stunden gehen, aber wir bummeln. Haben Futter für uns dabei und pausieren; wir haben Schmetterlings- und Rehbegegnung, fotografieren, um etwas mitzunehmen von diesem schönen, kleinen Urlaubstag. Wir haben Zeit, keine Eile. Zurück am Parkplatz gibt es am Kiosk ein Kaltgetränk, mit dem wir uns ans Ufer der Lister setzen, um in die untergehende Sonne zu blinzeln. Wer die Badesachen dabei hat, springt ins Wasser und kühlt sich ab. Uns genügt heute das Bad im Wald.

Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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