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DRK registriert große Solidarität
165 Menschen spenden Blut in der Corona-Krise

Mit Maske und dem nötigen Abstand ist eine Blutspende weiterhin möglich. Die Abläufe sind verändert, die Bereitschaft zur Spende aber ungebrochen. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie sind Konserven noch dringender notwendig als ohnehin üblich.
  • Mit Maske und dem nötigen Abstand ist eine Blutspende weiterhin möglich. Die Abläufe sind verändert, die Bereitschaft zur Spende aber ungebrochen. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie sind Konserven noch dringender notwendig als ohnehin üblich.
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tika Birkelbach. Ängste, Nöte, Sorgen – in Zeiten der Corona-Pandemie sind sie zweifellos vorhanden. Und doch gehen viele Menschen auf bemerkenswerte Weise damit um und tragen ihren Teil dazu bei, die Krise zu meistern. Eine Tatsache, die sich tatsächlich auch quantitativ niederschlägt. Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) verbuchte zuletzt rund 20 Prozent mehr Spenden als üblich.

„Ganz so viel ist es bei uns nicht. Das kommt aber auch deshalb, weil die Bundeswehr in Erndtebrück viele Soldaten nach Hause geschickt hat – da kommen nicht mehr so viele wie üblich. Die Spendenbereitschaft ist aber dennoch groß“, erklärte Brian Rath.

tika Birkelbach. Ängste, Nöte, Sorgen – in Zeiten der Corona-Pandemie sind sie zweifellos vorhanden. Und doch gehen viele Menschen auf bemerkenswerte Weise damit um und tragen ihren Teil dazu bei, die Krise zu meistern. Eine Tatsache, die sich tatsächlich auch quantitativ niederschlägt. Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) verbuchte zuletzt rund 20 Prozent mehr Spenden als üblich.

„Ganz so viel ist es bei uns nicht. Das kommt aber auch deshalb, weil die Bundeswehr in Erndtebrück viele Soldaten nach Hause geschickt hat – da kommen nicht mehr so viele wie üblich. Die Spendenbereitschaft ist aber dennoch groß“, erklärte Brian Rath. Der Mann aus der Rotkreuzleitung in der Edergemeinde war einer der Helfer, die am Mittwoch in der Sport- und Kulturhalle in Birkelbach für einen reibungslosen Ablauf der ersten durch den Erndtebrücker Ortsverein organisierten Spende seit Beginn der Krise und aller der verbundenen Einschränkungen sorgten. Die Blutspende in Birkelbach verlief dabei ebenfalls alles andere als normal. Auffällig waren vor allem die Masken, die inzwischen Pflicht sind. „Die Leute sind wirklich anständig, 99 Prozent kommen direkt mit Maske“, erklärte Brian Rath. Ins Auge fiel allerdings direkt auch die fehlende Schlangenbildung, die üblicherweise in der Halle herrscht. Auf dem Vorplatz – also draußen – hatten sich die Wartenden postiert, hielten gebührend Abstand zueinander und tankten Sonne. Dabei warteten sie auf ihre Gesundheitskontrolle am Eingang. „Alle stehen draußen, das Wetter kommt uns da entgegen. Wir hatten allerdings auch eine Temperaturrückstellung“, berichtete Brian Rath.

Der Grund: Die Grenze der Körpertemperatur für eine Spende liegt bei exakt 37,5 Grad Celsius – ab 37,6 Grad Celsius müssen die Ärzte die Spender abweisen. „Durch die Sonneneinstrahlung kann das schnell passieren“, wusste der Mann aus der Rotkreuzleitung. Nicht nur die Körpertemperatur überprüfen Ärzte beziehungsweise Helfer allerdings bereits im Eingangsbereich, sondern stellen auch Fragen nach dem allgemeinen Wohlbefinden – und händigen Stifte aus. „Die dürfen aus Hygienegründen nicht mehr einfach herumliegen, daher bekommt jeder Spender einen eigenen Stift“, verriet Brian Rath.

Die Anzahl der Liegen in der Halle, auf der die Menschen Blut spendeten, war indes identisch zu den „normalen“ Spendetagen – diesmal allerdings waren sie mit deutlich mehr Abstand zueinander aufgestellt, mindestens 1,5 Meter. Personell war sowohl die Zahl der Helfer als auch der Ärzte gleichbleibend – mit einer großen Ausnahme: Das Küchenteam fehlte gänzlich. „Alle Helfer in dieser Gruppe zählen aufgrund ihres Alters zu den Corona-Risikopatienten. Daher waren sie nur am Morgen vor Ort, um Pakete mit Essen zu packen. Denn wer einen halben Liter Blut spendet, muss danach auch essen – das gehört dazu. Nur passiert das eben dieses Mal zu Hause“, erläuterte Brian Rath.

Üblicherweise spenden rund 200 Menschen pro Aktion in Birkelbach ihr Blut. „Gerade in Zeiten der Pandemie ist es extrem wichtig, dass das Blut fließt. Wir spüren gerade hier auf dem Land extrem viel Solidarität“, berichtete der Mann aus der Erndtebrücker Rotkreuzleitung. Dieses Mal blieb die Anzahl der Spender leicht unter dem Durchschnitt – vor allem wohl, weil weniger Soldaten aus der Hachenberg-Kaserne vor Ort waren.

Dennoch, 165 Lebensretter mit Maske registrierte der DRK-Ortsverein, darunter sechs Erstspender. Erschienen waren 178 Menschen – einen Spender mussten die Helfer wegen überhöhter Temperatur abweisen, zwölf weitere Rückstellungen kamen wegen einer Medikation oder anderer über- oder unterschrittener Werte zustande. „Berücksichtigt man das Ausbleiben der Soldaten, sind wir zumindest indirekt im Durchschnitt geblieben“, erklärte Brian Rath – und dies trotz Corona. Oder möglicherweise auch gerade deshalb.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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