SZ

Bestätigte Covid-19-Fällen bei den Erndtebrücker Eisenwerken
200 Mitarbeiter werden getestet

Die Erndtebrücker Eisenwerke arbeiten konsequent mit dem Gesundheitsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein zusammen.
  • Die Erndtebrücker Eisenwerke arbeiten konsequent mit dem Gesundheitsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein zusammen.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

vö Erndtebrück. Die Meldung des Kreises Siegen-Wittgenstein vom Donnerstagabend ließ aufhorchen: Das Gesundheitsamt kündigte für Freitag eine Reihentestung von rund 200 Mitarbeitern in einem Erndtebrücker Industriebetrieb an, in dem einige Covid-19-Fälle aufgetreten seien. Dass es sich dabei um die Erndtebrücker Eisenwerke (EEW) handelte, machte in Wittgenstein schnell die Runde. Wie die Situation im Unternehmen ist, darüber gab Melissa Saßmannshausen, verantwortlich für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei EEW, ausführlich Auskunft.
Fünf EEW-Mitarbeiter infiziertAktuell seien fünf EEW-Mitarbeiter mit Covid-19 infiziert. Diese Infektionen seien nach übereinstimmender Untersuchung mit dem Gesundheitsamt im privaten Umfeld entstanden.

Erndtebrück. Die Meldung des Kreises Siegen-Wittgenstein vom Donnerstagabend ließ aufhorchen: Das Gesundheitsamt kündigte für Freitag eine Reihentestung von rund 200 Mitarbeitern in einem Erndtebrücker Industriebetrieb an, in dem einige Covid-19-Fälle aufgetreten seien. Dass es sich dabei um die Erndtebrücker Eisenwerke (EEW) handelte, machte in Wittgenstein schnell die Runde. Wie die Situation im Unternehmen ist, darüber gab Melissa Saßmannshausen, verantwortlich für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei EEW, ausführlich Auskunft.

Fünf EEW-Mitarbeiter infiziert

Aktuell seien fünf EEW-Mitarbeiter mit Covid-19 infiziert. Diese Infektionen seien nach übereinstimmender Untersuchung mit dem Gesundheitsamt im privaten Umfeld entstanden. Etwa 30 Mitarbeiter – zweiter und dritter Kontakt – seien als Sofortmaßnahme durch EEW direkt nach Bekanntwerden der Infektion vorsorglich in „EEW-Quarantäne“ geschickt worden, so die Sprecherin. Um jedoch weiter Unsicherheiten in der Belegschaft zu vermeiden und weitere Infektionen auszuschließen, habe die Geschäftsführung gemeinsam mit dem Gesundheitsamt beschlossen, präventive Corona-Tests im Produktionsbereich durchzuführen. Da diese Tests nicht vom Gesundheitsamt angeordnet worden seien, sondern einen rein vorbeugenden Charakter hätten, „dürfen alle getesteten Mitarbeiter weiter arbeiten. Die Produktion kann damit reibungslos fortgesetzt werden kann.“
Bereits im Frühjahr habe EEW weitreichende Pandemie- und Hygienekonzepte entwickelt, um die Ansteckungsgefahr im Unternehmen auf ein Minimum zu reduzieren. „Die Mitarbeiter wurden und werden nach wie vor über regelmäßige Kampagnen darüber informiert.“ Die Konzepte beinhalteten zahlreiche Maßnahmen, darunter die Verlagerung von Präsenz-Meetings auf Video- und Telefonkonferenzen, die Absage sämtlicher Geschäftsreisen, Messen und weiterer Veranstaltungen, die Einrichtung von Home-Office-Arbeitsplätzen sowie die Einführung unterschiedlicher Anfangszeiten.

Notfallplan umgesetzt

Diese Maßnahmen überstiegen bereits die hohen Anforderungen des Robert-Koch-Institutes. Melissa Saßmannshausen: „Dennoch ist EEW kontinuierlich damit beschäftigt, weitere Anpassungen an den Pandemie- und Hygienekonzepten umzusetzen.“ EEW habe unmittelbar nach Bekanntwerden der Fälle den definierten Notfallplan umgesetzt und damit über die durch das Gesundheitsamt hinaus identifizierten Kontaktpersonen, einen erweiterten Kreis von Mitarbeitern vorsorglich nach Hause geschickt und eigeninitiativ Corona-Tests durchgeführt. „Auch bestätigte das Gesundheitsamt, dass das Infektionsrisiko aufgrund großer, gut belüfteter Fertigungshallen, weniger Arbeitsplätze mit Face-to-face-Kontakt und der weitreichenden Pandemie- und Hygienekonzepte relativ gering ist. Vor diesem Hintergrund sind wir zuversichtlich, dass keine Infektionen von Mitarbeiter zu Mitarbeiter stattgefunden haben.“ Und weiter: „Dennoch bleiben wir in der Zukunft auch nach dem erfolgtem Flächentest sicherlich nicht von Neuinfektionen verschont. Gehen aber davon aus, dass durch den bewussten Umgang der Mitarbeiter mit Covid-19 sowie der umgesetzten Maßnahmen eine Ausbreitung auf dem EEW-Gelände eher unwahrscheinlich ist.“
Aufgrund großer, gut belüfteter Fertigungshallen und wenigen Arbeitsplätze mit Face-to-face-Kontakt sei das Infektionsrisiko im Produktionsbereich weniger während der Arbeitszeit zu finden, sondern eher in den Randzeiten. Dr. Christoph Grabe, Leiter des Gesundheitsamtes, erklärte auf SZ-Anfrage, dass es noch keinen konkreten Hinweis gebe, dass weitere EEW-Mitarbeiter betroffen seien. Mit den Ergebnissen der Reihentestung rechne man in der kommenden Woche. Möglich sei natürlich immer – aber das gelte nicht nur für diesen Betrieb – dass Menschen positiv getestet würden, die keinerlei Symptome bemerkt hätten. Selbstverständlich könne aber bei EEW problemlos weiter produziert werden: „Einen Betrieb zu schließen, wäre in dieser Situation unverhältnismäßig.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

9 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen